Gute Windeln für jedes Portemonnaie

K-Tipp 8/2007 vom 25. April 2007

von Rolf Muntwyler

Pampers Baby-Dry ist klar die beste Windel im K-Tipp-Test - allerdings auch die teuerste.
Aber auch preisgünstige Eigen- und Exklusivmarken von Discountern sind empfehlenswert.

Aus der Sicht von Eltern gehören Papierwindeln zu den grossen Erleichterungen im Alltag mit Babys und Kleinkindern. War früher Grosswäsche angesagt, um die Windeln sauber zu bekommen, reicht es heute, den Mülleimer zu öffnen und die gebrauchte Windel hineinzuwerfen.

Diese Arbeitsersparnis lassen sich Eltern etwas kosten. Laut Marktforschungsinstitut ACNielsen werden in der Schweiz jedes Jahr 93 Millionen Franken für Windeln ausgegeben.

Bei diesem Betrag lohnt sich ein Blick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Das haben K-Tipp und Kassensturz getan und zehn Windelmarken der Grösse 4 (Maxi) ins Prüflabor Ipi - Institut für Produktforschung und Information in Esslingen (D) - geschickt.

Im Test sind viele Eigen- und Exklusivmarken. Einzig die Markenwindeln Pampers und Huggies findet man bei mehreren Anbietern. Alle anderen Windeln sind jeweils nur bei einem Detailhändler erhältlich: Coop verkauft exklusiv die Marke Fixies, Milette und M-Budget sind Migros-Eigenmarken, Carrefour, Aldi und Denner sind mit sehr günstigen und Spar mit einer etwas teureren Eigenmarke im Test vertreten.


«Sehr gut» war nur Pampers Baby-Dry


Eine Windel bekam von den Testern mit Abstand die besten Noten und erreichte das Gesamturteil «sehr gut»: Pampers Baby-Dry war in fast allen Punkten überzeugend.

Auslaufen ist bei dieser Windel keine Gefahr, es kam weder zu Rötungen noch zu Druckstellen, wie sie vor allem an den Kinderbeinchen wegen der elastischen Abschlüsse häufig auftreten. Einzig bei der Passform liegen die Noten etwas tiefer, sind aber «gut».

Als Pluspunkte dieser Windeln nannten mehrere Probanden das weiche Material. Hier dürfte auch eine Rolle spielen, dass Pampers Baby-Dry leichter ist als alle anderen Windeln, abgesehen von N°1 von Carrefour.

Mit Baby-Dry mithalten können vor allem die Migros-Eigenmarke Milette und das zweite Pampers-Modell im Test, Active Fit. Beide erhielten die gleiche Gesamtnote. Die Milette-Windeln führten bei keinem der Kinder im Test zu Druckstellen (Note 10), und sie erhielten auch in allen anderen Kriterien «gute» Noten. Ausdrücklich lobten die Eltern die gute Passform und die Saugfähigkeit.

Pampers Active Fit fiel positiv auf, weil sie trotz guter Saugfähigkeit leicht und dünn ist - eine angenehme Eigenschaft von Windeln. In vier von fünf Kriterien war sie gar «sehr gut»». Drei Eltern machten aber an den Beinen ihrer Kinder Druckstellen aus.


Viele Eigenmarken im breiten Mittelfeld

Nur leicht tiefere Noten erhielten die Fixies von Coop: Passform und Saugfähigkeit wurden mehrmals gelobt, die meisten Probanden war mit der Windel zufrieden, doch zwei Eltern bezeichneten sie als «unzuverlässig».

Ebenfalls «gut», mit abnehmenden Gesamtnoten, sind Mamia von Aldi, Pretty Baby von Spar, die Denner-Windeln sowie M-Budget von der Migros.

Die Denner-Windeln führten bei vier der zwölf Kinder zu Druckstellen, meist an den Oberschenkeln, die M-Budget-Höschen bei drei der zwölf Kinder zu Rötungen. In einem Fall setzten die Eltern diese Windeln wegen eines Ausschlags ab, worauf die Hautreizung verschwand.

Die Migros hält fest, dass M-Budget-Windeln im Vergleich zu Milette anders dimensioniert seien. Bei längerem Tragen könne deshalb Feuchtigkeit auf der Haut bleiben, was eine mögliche Erklärung für die Rötungen sei. «Die Hälfte der negativen Kommentare der Eltern betreffen gewollte Differenzen» zwischen den beiden Marken, so die Migros, wie die Unterschiede in der Elastizität der Bänder und der Bündchen. Die tieferen Noten für M-Budget seien also nur logisch. «Doch die Kapazität der M-Budget-Windel deckt die Grundbedürfnisse der meisten Kinder ab.»


Huggies: Abzüge für Hautrötungen

Der Marke Huggies hat das Gesamturteil «gut» verpasst. Die grössten Abzüge gab es hier wegen Hautrötungen. Das An- und Ausziehen nannten vier von zwölf Probanden als Negativpunkt. Aber auch bei keinem anderen Kriterium gehörten diese Windeln zu den besten. Hersteller Kimberly-Clark kritisiert die zu geringe Zahl von Testpersonen: «Konsumenten-Gebrauchstests werden in dieser Branche üblicherweise mit mindestens 250 Personen gemacht.» Der Erfolg von Huggies zeige überdies, dass diese Marke «weltweit zu den besten Produkten gehört».

Durchgefallen ist N°1. Die Windel der Carrefour-Tiefstpreislinie bekam in den meisten Punkten von allen Windeln die schlechtesten Noten. «Bei internen Tests haben unsere Windeln insgesamt sehr befriedigend abgeschnitten», sagt Michel Donath, Pressesprecher von Carrefour. Bei diesem tiefen Preis könne man die Qualität der N°1-Windeln aber nicht mit jener der bekannten Marken vergleichen.

Auf den Preis abschieben kann Carrefour dieses Resultat aber nicht. N°1 ist nämlich nur eine von vier Windeln, die für günstige 22 Rappen pro Stück verkauft werden. Fürs gleiche Geld bekommt man bei Aldi, bei Denner und in der Migros klar bessere Windeln.



Wer bereit ist, für das allerbeste Produkt gleich dreimal so viel zu zahlen (65 Rappen pro Windel), hält sich an Testsieger Pampers Baby-Dry. Als Mittelweg schreibt man sich Milette oder Fixies auf den Einkaufszettel (42/43 Rappen). Pampers Active Fit, Pretty Baby sowie Huggies und N°1 bieten kein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis.


Test in der Praxis und im Labor

Alle zehn Windeln wurden in zwölf Haushalten mit Kleinkindern getestet.

Je zur Hälfte an Mädchen und Knaben. Die Eltern benoteten die Windeln in einem ausführlichen Fragebogen und machten Kommentare zu Hautrötungen, Druckstellen und Einschneiden an den Beinen. Sie notierten Stärken und Schwächen jeder Windel. Zusätzlich untersuchte das Prüfinstitut Ipi im Labor, wie schnell die Windeln wie viel Flüssigkeit aufnehmen können und ob der Kinderpo auch bei voller Windel trocken bleibt.

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