Spiegelreflexkameras – nicht nur für Profis geeignet

saldo 02/2010 vom

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Spiegelreflexkameras bieten mehr Möglichkeiten als kleine Kompaktkameras. saldo gibt Tipps, worauf man beim Kauf achten sollte.

Spiegelreflexkameras – abgekürzt SLR für «Single Lens Reflex» – sind nicht nur etwas für Profis. Auch Einsteiger, die wenig Ahnung von Fototechnik haben, können damit bereits gute Fotos machen. Wer sich eine solche Kamera anschaffen will, sollte zuvor aber einiges beachten.


Die Vor- und Nachteile

SLRs haben einen grösseren Bildsensor und bessere Objektive als Kompaktkameras und damit eine höhere Bildqualität. Da man die Objektive auswechseln und Filter vor die Linse schrauben kann, hat man mehr Gestaltungsmöglichkeiten als mit den kleinen Kameras. Auch die Auslöseverzögerung ist kurz. Damit sorgen SLRs auch bei Sujets mit schnellen Bewegungen wie bei Kindern, Tieren oder Sportveranstaltungen für gelungene Aufnahmen. Wer mehr aus seinen Bildern herausholen will, kann bei SLRs mit der Belichtungszeit und der Blendenöffnung experimentieren.

Dunkle Bilder sind bei Kompaktkameras oft grobkörnig (Bildrauschen). SLRs kommen dank des grösseren Bildsensors viel besser damit zurecht. Andererseits sind sie grösser und schwerer. Dadurch liegen sie zwar ruhiger in der Hand, doch überlegt man es sich zweimal, sie überallhin mitzunehmen.


Die Preisklassen

Spiegelreflexkameras gibt es in diversen Preisklassen. Profimodelle kosten schnell mehrere tausend Franken, semiprofessionelle Geräte gibt es für 1000 bis 2000 Franken. Immer häufiger findet man auch Einsteigermodelle für rund 600 Franken. Wer neu in die Welt der Spiegelreflexkameras einsteigt, kann sich mit gutem Gewissen eine Einsteigerkamera anschaffen. Die Bildqualität ist hier meist sehr gut.

Die Automatikfunktion aktueller Kameras liefert bereits sehr gute Ergebnisse. Daher muss man kein Kenner von Blenden- und Verschlusszeiteinstellungen sein, um schnell gute Aufnahmen zu machen. Semiprofi-Geräte bieten etwas mehr manuelle Einstellmöglichkeiten. Zudem stellen sie etwas rascher scharf ein oder können Serienbilder schneller hintereinander knipsen. Profimodelle weisen einen noch grösseren Bildsensor auf. Ein augenfälliger Unterschied ist das stabile Gehäuse aus Metall statt aus Kunststoff.

Ausserdem sind manche Modelle grösser als andere. Daher sollten Sie im Laden testen, wie gut die Kamera in der Hand liegt.


Das richtige Objektiv

Die beste Kamera schiesst laue Bilder, wenn das Objektiv eine schlechte Qualität aufweist. Daher gilt: Lieber eine einfachere Spiegelreflexkamera mit einem guten Objektiv als umgekehrt. Meist bieten die Händler ihre Modelle zusammen mit einem Objektiv als Kit an. Nicht immer sind die Objektive in solchen Kits jedoch erste Wahl. Typische Fehler von schlechteren Objektiven sind ein Helligkeitsabfall am Bildrand oder eine deutliche Bildverzerrung. Dafür kommt man mit einem Kit viel günstiger weg, als wenn man Kameragehäuse und Objektiv einzeln kauft. Gute Objektive kosten gleich viel oder mehr als das Gehäuse selbst.

Manche Hersteller bieten für ein Modell verschiedene Kits an. Hier lohnt es sich, Tests zu den verschiedenen Objektiven zu lesen und auf jeden Fall ein besseres Kit zu wählen. Als erstes Objektiv empfiehlt sich eines mit Zoom. Es enthält gleich mehrere Objektive in einem. Typische Zoomobjektive haben eine Brennweite von 14 bis 40 mm oder von 16 bis 50 mm. 14 mm Brennweite entsprechen einem Weitwinkel, 50 mm bei den meisten SLRs einem leichten Tele, um die Objekte etwas grösser darzustellen.


Die Lichtstärke

Ebenfalls ein Kaufkriterium beim Objektiv ist dessen Lichtstärke. Sie sagt aus, wie stark sich die Blende öffnen lässt und wie viel Licht bei schlechten Lichtverhältnissen noch auf den Sensor fällt. Je mehr Licht auftrifft, desto kürzer kann man belichten und desto kleiner ist die Gefahr, dass das Bild verwackelt. Gute Lichtstärken liegen zwischen 1:2 und 1:2,8, bei Zoomobjektiven ist der Wert häufig etwas schlechter (1:3,5 oder 1:5,6).


Alte Objektive

Hat man noch eine analoge Spiegelreflexkamera mit mehreren Objektiven, ist es ratsam, dieselbe Marke zu kaufen. Denn viele alte Objektive lassen sich an die neuen digitalen SLRs schrauben. Allerdings kann man die Marken untereinander nicht mischen. Bei alten Objektiven kann es sein, dass man Schärfe und Blende nur manuell einstellen kann. Ausserdem lassen sich die Brennweiten von alten Objektiven nicht mit denen aktueller Einsteiger- und Semiprofi-SLRs vergleichen. So war bei Analogkameras ein 35-mm-Objektiv ein leichtes Weitwinkel, während es bei digitalen SLRs einem Normalobjektiv entspricht.


Die Pixelzahl

Nicht alles, was die Hersteller versprechen, ist kaufentscheidend. So kann man die Megapixelzahl getrost vergessen. Selbst Einsteigerkameras haben mit 10 Megapixel eine genügende Auflösung, um das Bild als Poster auszudrucken.


Das Vorschaubild

Eine nützliche neue Funktion ist «Live View» – das Vorschaubild auf dem Display. Was bei Kompaktkameras schon lange Standard ist, kommt bei SLRs erst langsam auf. Dies ist dann von Vorteil, wenn man wegen einer ungünstigen Kameraposition nicht durch den Sucher schauen kann.


Das Zubehör

Wer sein Fotohobby engagiert betreiben will, muss mit Folgekosten rechnen. Eine günstige Kameratasche kostet rund 80 Franken. Brauchbare Stative findet man für 100 bis 200 Franken. Weitere Objektive kosten mehrere hundert Franken.


Kameratypen: Digitalkameras für jeden Geschmack

  • Kompaktkamera: Diese handliche Kamera eignet sich vor allem für Schnappschüsse. Das kleine Objektiv und der kleine Bildsensor setzen der Bildqualität jedoch Grenzen. Problemzonen von Kompaktkameras sind das Bildrauschen bei dunklen Sujets sowie eine deutliche Auslöseverzögerung nach dem Abdrücken.
  • Bridge-Kamera: Zwischen Kompakt- und Spiegelreflexkamera. Sie besitzt ein grösseres Objektiv als die kleinen Kameras und bietet mehr manuelle Einstellmöglichkeiten. Allerdings lässt sich das Objektiv nicht wechseln. Der Bildsensor ist kleiner als bei Spiegelreflexkameras, dafür sind Bridge-Kameras deutlich leichter.
  • Spiegelreflexkamera: Kameratyp mit den meisten Gestaltungsmöglichkeiten für den Fotografen. Der Name kommt vom eingebauten Spiegel, der das Bild vom Objektiv auf den Sucher umleitet. Damit sieht man im Sucher genau das Bild, das danach aufgenommen wird, ohne dass man ein digitales Display braucht.
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