Glaskeramikreiniger: Nicht alle überzeugen mit einem glänzenden Ergebnis

saldo 14/2010 vom

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Glaskeramikreiniger sollen hartnäckigen, eingebrannten Schmutz mühelos entfernen. Der saldo-Test zeigt: Auch günstige Produkte leisten gute Arbeit.

Nudelwasser verschüttet? Fettspritzer eingebrannt? Milch übergekocht? Solche Missgeschicke gehören zum Küchenalltag. Um Kratzer zu vermeiden, sollte man das verschmutzte Glaskeramikkochfeld nicht schrubben.

Denn spezielle Reiniger können das Eingebrannte auf schonende Art lösen, sodass es sich spielend wegwischen lässt. Zudem überziehen sie das Kochfeld mit einer Art Schutzfilm – das versprechen zumindest ei­nige Hersteller.


Nur wenige Reiniger entfernen jeden Schmutz

saldo wollte wissen, was die Spezialreiniger taugen, und hat zehn Produkte ins Labor geschickt: Reinigungsmittel von Grossverteilern, Drogerien und aus dem Fachhandel. Im Labor untersuchten die Experten, wie gut die Reiniger mit Verschmutzungen klarkommen und ob sie sich leicht vom Herd entfernen lassen (siehe unten).

Fazit des Tests: Immerhin 4 der 10 Reiniger erhielten die Note «gut». 6 Produkte überzeugten nicht in allen Punkten und erhielten deshalb nur genügende Noten.

Erfreulich: Einmal mehr zeigt der Test, dass gute Qualität zu günstigen Preisen zu haben ist. 100 Milliliter des «guten» Glaskeramikreinigers W5 von Lidl kosten lediglich 1 Franken, auch K2r ist mit Fr. 1.80 pro 100 Milliliter erschwinglich. Wer den Testsieger von Miele kauft, muss schon mehr Geld ausgeben: Fr. 4.40 pro 100 Milliliter kostet dieses Produkt.

Milch, Suppe, Ölspritzer und Salzlösung: Gegen diese angetrockneten und eingebrannten Verschmutzungen mussten die Testprodukte antreten. In der Reinigungsleistung gab es grosse Unterschiede. Nur wenige Reiniger sind in der Lage, alle Verschmutzungen gleich gut zu entfernen. Am besten  schafften dies Miele, W5 und Krust-ex.


Sipuro reinigt am schlechtesten

Die meisten Reiniger hatten mit der einen oder anderen Verschmutzung Mühe, erhielten aber noch genügende Noten für die Reinigungswirkung. Negativ aufgefallen ist hingegen Sipuro: Dieser Reiniger kann weder Eiweiss noch Fett oder Stärkeschmutz gut entfernen. Er erhielt als einziger eine ungenügende Note bei der Reinigungswirkung.

Die Laborexperten stellten fest, dass Sipuro einen Gleitfilm hinterlässt und deshalb wohl eher zur Pflege als zur Reinigung geeignet ist. Die Herstellerfirma Reckit-Benckiser äusserte sich nicht zu den Ergebnissen des Tests.

Die Anschaffung eines Glaskeramikreinigers lohnt sich – dies zeigen die Laborergebnisse. Die Experten verglichen die Reini­gungs­­leis­tung der Spezialprodukte mit derjenigen von Abwaschmittel. Im Vergleich dazu schneiden sämtliche Produkte bei allen Schmutzarten besser ab.


Dr. Beckmann und K2r: Einfaches Wegwischen

Ein Reiniger soll nicht nur den Schmutz entfernen, sondern sich auch mühelos vom Glaskeramikfeld und vom Wischlappen entfernen lassen. Am besten gelingt das bei Dr. Beckmann und K2r. Dies hat mit ihrer Konsistenz zu tun: K2r ist ein Schaum, verpackt in einer Spraydose.

Dr. Beckmann bietet den Reiniger als klare Flüssigkeit in einer Sprühflasche an. Alle anderen Produkte sind eher milchig-dickflüssig und daher nicht so einfach zu entfernen.

Im Test wurden die Reiniger mit einem feuchten Lappen weggewischt – wie im Haushalt üblich. Die Krust-ex-Herstellerfirma Vepochemie macht geltend, dass ihr Reiniger nicht mit einem Lappen, sondern mit trockenem Haushaltpapier weggewischt werden soll. Dann sei die Herdplatte mit einem trockenen Lappen zu polieren.

Mehrere Hersteller sagen, dass ihre Produkte besonders schonend seien: Potz, Sigolin und Dr. Beckmann sollen das Glaskeramikfeld schützen. Der Test ermittelte nicht speziell, ob die Reiniger die Glaskeramikplatte beschädigen. Aber die Experten hielten fest, dass kein Produkt sichtbare Schäden hinterliess.   


Kriterien

Das ipi-Institut für Produktforschung und Information in Stuttgart hat die Glaskeramikreiniger im Auftrag von saldo geprüft.

  • Reinigungsleistung: Milch, Champignon-cremesuppe, Ölspritzer und Salzlösung wurden auf Glaskeramikplatten aufgetragen und im Backofen angetrocknet. Die Experten trugen die Reiniger gleichmässig auf. Nach einer Minute Einwirkzeit wischten sie mit konstantem Druck von 1 Kilogramm mehrmals in Längs- und Querrichtung über die verschmutzte Fläche. Dann beurteilten Sie das Putzergebnis. Als Vergleich diente eine Spülmittellösung.
  • Entfernen des Reinigers: Die Laborexperten ermittelten, wie viele Wischgänge es braucht, um den Reiniger wieder von der Herdplatte zu entfernen.
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