Ein Laden, ein Käse, zwei Preise

K-Tipp 02/2019 vom

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Grossverteiler verkaufen oft die gleiche ­Käsesorte an der Theke und im Kühlregal. Wer nicht zu viel zahlen will, sollte beim ­Einkauf genau hinschauen.

Deutlich teurer: Der Käse im Offenverkauf (r.) kostet pro Kilo 10 Franken mehr (Bild: pd)

Deutlich teurer: Der Käse im Offenverkauf (r.) kostet pro Kilo 10 Franken mehr (Bild: pd)

Die Theken mit Käse im Offenverkauf ­sehen in grösseren Lebensmittelfilialen appetitlich aus – so auch bei Coop in Dietlikon ZH: In der hellen, langen Auslage stehen Laibe unterschiedlicher Käsesorten. Gleich daneben oder davor sind zugeschnittene Portionen in Plastikverpackung zu finden. Zum Beispiel geschabter Tête de Moine zum Preis von Fr. 59.50 pro Kilo: Der Aufdruck auf der Vorderseite der Verpackung kommt handgeschrieben daher wie aus dem «Käselädeli». 

Ein paar Schritte vom Offenverkauf entfernt ­befindet sich das Käse-­Kühlregal. Dort ist in einer weniger schmucken, industriellen Verpackung ebenfalls geschabter Tête de Moine zu finden – allerdings 10 Franken pro Kilo günstiger. Der Hersteller ist laut Etikette der Luzerner Emmi-Konzern. 

Beide Produkte sind identisch

Auf den ersten Blick handelt es sich um zwei verschiedene Produkte. Doch anhand des Zahlencodes im Kleingedruckten fand der K-Tipp heraus: Auch den teuren, in der Theke angebotenen Tête de ­Moine stellt Emmi her.

Das ist kein Einzelfall, wie eine Stichprobe des K-Tipp zeigt:

Bei Coop ist im ­Offenverkauf Sbrinz in Rollen 7 Franken teurer als im Kühlregal, Bio-­Emmentaler mild 3 Franken pro Kilo teurer.  

Die Migros verkauft zum Beispiel Bio Rahm Disentiser im Kühlregal und zugeschnitten an der Theke. Der gleiche Käse kostet in der offenen ­Auslage Fr. 2.50 pro Kilo mehr. Beim Luzerner Rahmkäse beträgt der Preisunterschied pro Kilo Fr. 2.–. 

Manor: Emmentaler mild kostet im Kühlregal Fr. 14.40 pro Kilo, an der Theke Fr. 19.50.

Spar: Emmentaler Kaltbach gibts im Kühlregal für Fr. 30.40 pro Kilo, an der Offentheke kostet er 32 Franken.

Die Händler bestätigen gegenüber dem K-Tipp, dass es sich jeweils um ­dieselben Sorten handelt. Die Begründung für die unterschiedlichen Preise lautet: Der Aufwand fürs Zuschneiden sei an der ­Theke grösser.

 

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