Der Kühlschrank der Zukunft kann denken und sprechen - Kühler Kumpel in der Küche

Haus & Garten 1/2000 vom

Am richtigen Ort im Kühlschrank gelagert, bleiben Lebensmittel länger frisch: Die Milch zuoberst unter dem Gefrierfach, der Salat ganz unten in der Gemüseschublade. Und: Der «Frigo» der Zukunft wird ein cooler Alleskönner im Haushalt sein.

Was in der Schweiz 1944 mit dem ersten «Sibir» - dem «VW» unter den Kühlschränken - begann, wird unsere Ess- und Kochgewohnheiten auch in Zukunft beeinflussen. Und diese Zukunft heisst «Screenfridge»: Bedient wird der «sprechende und denkende Kühlschrank für das nächste Jahrtausend», wie der schwedische Hersteller Electrolux verkündet, über eine Tastatur, die in einen Bildschirm integriert ist.

Der Computer meldet sich automatisch, wenn der Vorrat im Kühlschrank zu Ende geht oder das Verfalldatum der Lebensmittel erreicht ist. Unser «kühler Kumpel» liefert auch die passenden Rezepte zum Inhalt. Selbstverständlich dient der multifunktionale «Screenfridge» auch für die bequeme Bestellung der Lebensmittel via Internet sowie als Bildschirmtelefon- und TV-Station.

So weit aber ist es vorderhand noch nicht: Noch sorgt der Kühlschrank ausschliesslich dafür, dass Lebensmittel möglichst lange frisch bleiben. Was aber gehört in den Kühlschrank? Und wohin stellt man die Ware? Für herkömmliche Kühlschränke gilt:

- In der untersten Ablage über der Glasplatte des Kellerfachs sowie direkt an der Rückwand ist es mit etwa + 2ºC am kältesten (das Gefrierfach ausgenommen).

- Im gedeckten Abteil am Boden des Kühlschranks hingegen kann es bis +10ºwerden (ideal für die meisten Gemüsearten).

- Im Türabteil liegen die Temperaturen vergleichsweise um etwa 2 ºC höher - geeignet deshalb vor allem für Getränke.

Tiefe Temperaturen hin oder her: Auch ein Kühlschrank ist nicht frei von Mikroorganismen. In 7 von 10 Frigos waren die Temperaturen zu hoch - dies ergab ein «Beobachter»-Test. Bei Temperaturen zwischen 5 und 10 ºC entwickeln sich Schimmelpilze - vor allem in Speiseresten sowie in selbst gemachter Mayonnaise und in Desserts.

Die Folgen können fatal sein: Lebensmittelvergiftungen, an denen in der Schweiz jährlich mehr als 100000 Personen erkranken. Es ist deshalb ratsam, regelmässig die Temperatur zu kontrollieren und den Kühlschrank sauber zu halten.

Thomas Vonarburg



Checkliste - So macht der Kühlschrank nicht schlapp

Das müssen Sie beachten, damit der Kühlschrank optimale Leistung bringt:

- Die Tür nur kurz öffnen, damit Temperatur im Innenraum nicht zu stark steigt und nur wenig Feuchtigkeit eindringt.

- Nicht in den Kühlschrank gehören: verschlossene Konserven sowie Lebensmittel wie Honig, kälteempfindliche Gemüse, Südfrüchte und unreifes Obst. Die Reste von geöffneten Konserven zuerst in Glas- oder Kunststoffbehälter umfüllen und erst dann in den Kühlschrank stellen.

- Nur abgekühlte Speisen und Getränke in den Kühlschrank stellen.

- Den Kühlschrank nicht überladen, damit die Luft zirkulieren kann und die Ware so genug kühl bleibt.

- Ein vereister Kühlschrank arbeitet nicht mehr effizient. Deshalb: Regelmässig reinigen und abtauen lohnt sich! Zum Putzen warmes Wasser und milden Reiniger (nie ein Scheuermittel!) verwenden, bei unangenehmen Gerüchen den Kühlschrank mit Essigwasser nachreinigen. Anschliessend gründlich trocknen.

- Bei älteren Geräten die Gummidichtung der Tür säubern und entfetten, damit sie wieder gut schliesst. Lüftungsöffnungen und -gitter abnehmen und von Staub befreien.



Frische-Garantie: So lange sind Esswaren im Kühlschrank haltbar

Wie lange Sie Lebensmittel im Kühlschrank aufbewahren können, hängt von der Qualität der Produkte sowie von der Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Innenraum ab.

Die Angaben in den Tabellen sind maximale Richtwerte. Das heisst: In geschlossenen Glas- oder Kunststoffbehältern bei Temperaturen zwischen 2 und 5 ºC aufbewahrt, sollten die Lebensmittel für die angegebene Zeit frisch bleiben.

Tipp: Lagern Sie aufgetaute Tiefkühlkost nicht länger als einen Tag im Kühlschrank.
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