Solide Qualität für fast jedes Budget

K-Tipp 09/2011 vom | aktualisiert am

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Bei der Sicherheit gab es bei den getesteten Buggys wenig zu bemängeln. Nur bei einem Produkt besteht für das Kind Quetsch­gefahr. Mängel zeigten sich bei der Verstellbarkeit der Rückenlehnen und beim Manövrieren.

Wer mit seinem Nachwuchs unterwegs ist, braucht einen fahrbaren Untersatz. Gerade wenn es schnell gehen muss, sind Buggys die idealen «Gefährten». Sie sind leichter, kleiner und wendiger als Kinderwagen, lassen sich schnell zusammenklappen und platzsparend transportieren.

Die Produktpalette der kleinen Kinderwagen ist relativ gross, noch grösser allerdings ist die Preisspanne. Aber widerspiegelt sie auch die qualitativen Unterschiede?

Der K-Tipp hat acht Buggys zwischen 59 und 449 Franken im deutschen Ipi-Institut für Produktforschung und Informa­tion testen lassen.

Während im ersten Teil die ­Laborexperten umfangreiche Sicherheitstests durchführten, mussten im zweiten Teil fünf Mütter mit ­ihren Kindern einen Parcours überwinden.

Dabei legten sie besonderes Augenmerk auf für den Alltag wichtige Kriterien – zum Beispiel Auf- und ­Zuklappen der Buggys, Steuern und Manövrie- ren auf unterschiedlichstem Terrain, Verstellbarkeit von Gurten, Rückenlehne sowie Schieber und Komfort für das Kind (siehe unten «So wurde getestet»).

Punkto Sicherheit gabs für fast alle Prüflinge die Note «sehr gut». Nur beim Zapp Xtra von Quinny können sich die Kinder zwischen ein­gehängter Sitzschale und Gestell Hände oder Arme ­einklemmen, wenn die Schale mittels Schieber (Bild links im pdf-Artikel) aus der Liege- in die Sitzposition gestellt wird.

Dieser Mangel widerspricht zwar nicht der geltenden Sicherheitsnorm. Dennoch gab es einen ­Notenabzug, weil sich die ­Mütter über die Quetsch­gefahr ­ärgerten.

Quinny-Herstellerin Do­rel Juvenile Switzerland sieht die Quetschgefahr ­allerdings nur dann gegeben, wenn Mütter den Buggy nicht richtig bedienen. Das Kind selbst könne sich nicht von allein verletzen, so Verkaufs-­Manager François Le Turnier.

Ein weiterer Nachteil der Sitzschale: Sie verkompliziert das Zusammenfalten und Aufklappen des Wagens. Auch müssen – im Gegensatz zu den anderen Buggys – beim Zapp Xtra wegen der Sitzschale immer zwei Teile transportiert werden.

Beides führte dazu, dass dieses – immerhin zweitteuerste – Modell im Test fürs Kriterium «Auf-/Zuklappen, Transport» nur die Note «ge­nügend» erhielt. Die Sitzschale hat aber auch Vorteile: Ihre Bedienung ist äusserst einfach und leicht. Ausserdem kann sie auch entgegen der Fahrtrichtung eingehängt werden.


Günstig-Modelle mit starrer Rückenlehne

Was die Verstellbarkeit der Rückenlehne angeht, fallen die Buggys Ola Fixed von Babideal sowie Go-S red von Hauck aus dem Rahmen. Bei diesen mit Abstand günstigsten Modellen im Test lässt sich die Rückenlehne nicht ver­stellen. Die Buggys eignen sich also nur für kurze Wege.

Dies ist offenbar so gewollt: «Der Sitzbuggy ist für kürzere Strecken und Einsatzzeiten konzipiert. Daher ist auch keine Ruhe­position vorhanden», so Herstellerin Hauck.

Aber nicht nur für die kleinen Passagiere sind diese Buggys eher eine Not­lösung. Die Testpersonen empfanden beide Wagen als recht schwierig zu manövrieren.


Probleme bei Treppen mit dem Hauck-Buggy

Das Hauck-Modell hatte vor allem Probleme bei Treppen und erhielt eine halbe Note Abzug, weil es den Müttern zu wenig Bein- und Fussfreiheit beim Schieben lässt.

Hauck: Beim «Test der Fahr­eigenschaften ist offensichtlich der Massstab von Wagen der oberen Preisklassen» angelegt worden.

Während man also von den beiden Billigmodellen nicht zu viel erwarten darf, spielen alle übrigen Buggys in einer anderen Leis­tungs-, aber auch Preisliga. Die Preisdifferenzen zwischen 160 und 450 Franken lassen sich allerdings kaum mit der Qualität allein erklären.

Denn: Der Testsieger Lite Way Stroller von Chicco für 199 Franken schafft es, in fast allen ­Bereichen mit «gut» und «sehr gut» zu brillieren.


Einstiegsbuggys meist mit kleineren Rädern

Selbst der günstigste der «Guten», der Giro von ABC Design für 159 Franken, präsentierte sich passabel. Durch die kleinen ­Räder hat er nur auf unebenen Wegen wie Kies­wegen leichte Manövrierschwierigkeiten.

Dazu der Hersteller: «Einstiegsbuggys sind in der Regel eher mit kleinen Rädern ausgestattet und nicht dafür gebaut, auf Sand zu fahren.»


So wurde getestet

Das Ipi-Institut für Produktforschung und Information in Stuttgart (D) hat acht Buggys auf Sicherheit und Praxistauglichkeit getestet. Zwei davon für Kinder ab Geburt (Chicco, Maclaren), die restlichen Wagen für Kinder ab sechs Monaten (bis maximal 15 Kilo Gewicht).

  • Sicherheit: Die Labor­experten kontrollierten die Buggys gemäss Sicherheitsanforderungen der europäischen Norm (EN) 1888. Dazu zählt z. B. die Überprüfung der Wagen auf gefährliche  Quetschstellen, scharfe Kanten, Spitzen, Ecken sowie auf das Vorhandensein mög­licher Kleinteile, Schnüre und Bänder. Ausserdem wurden Standsicherheit, Schieber zum Verstellen der Buggys, Handgriffe, Bremsen und Sicherheitsgurte überprüft.
  • Praxistauglichkeit: Fünf Mütter (Grösse: 153 bis 180 cm) testeten mit ihren Kindern im Alter von acht Wochen bis 18 Monaten (8 bis 13 Kilo schwer), wie sich die Buggys im Alltag bewähren.

    Dazu mussten sie jeden Prüfling durch einen Testparcours manövrieren. Zu den Fragestellungen gehörte: Wie gut lässt sich der Buggy auf- und zuklappen sowie transportieren?

    Ausserdem: Wie gut ist die Manövrierfähigkeit (Kurven, bergauf und bergab, Beinfreiheit des Schiebenden) insbesondere auf unebenen Flächen wie Gras und Sand?
  • Weitere Kriterien: Wie gut lassen sich Treppen überwinden? Wie einfach können die Sicherheitsgurte eingestellt und verschlossen werden? Kann die Rückenlehne zurückgeklappt werden? Lässt sich der Schieber an die Körpergrösse des Schiebenden anpassen? Wie bequem sitzt das Kind?

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