Ein Sitzplatz an der Sonne

K-Tipp 8/2005 vom

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Möbel - speziell Stühle für Garten und Balkon - müssen jedem Wetter trotzen. Doch nicht alle Materialien halten das problemlos aus. Metall ist praktisch unverwüstlich, Holz pflegeintensiv.

Die steigenden Temperaturen verlocken dazu, selbst kleinste Balkone als zusätzliches Zimmer zu nutzen. Dazu braucht es in der Regel einen in der Grösse passenden Tisch und vor allem so richtig einladende Sitzgelegenheiten. Doch die Wahl des richtigen Stuhls ist gar nicht so einfach. Darum rät Urs Fricker von der auf Gartenmöbel spezialisierten Firma Hunn in Bremgarten AG, sich vor dem Kauf folgende Überlegungen zu machen:


Stühle zum Essen oder Entspannen?

- Wozu soll der Stuhl in erster Linie dienen? Zum Essen muss die Rückenlehne nämlich möglichst steil, zum Entspannen möglichst nach hinten geneigt sein. Unter Umständen braucht es einen Kompromiss zwischen den beiden Verwendungszwecken oder ein verstellbares Möbel.
- Wo steht der Stuhl? Ungedeckt im Freien stehend sind Stühle aus Stahl und Aluminium angesagt. Ein guter Korrosionsschutz vorausgesetzt, können ihnen Wind und Wetter nichts anhaben. Das gilt weitgehend auch für Plastikmöbel. Nachteil: Die Sonne bleicht den Kunststoff mit der Zeit aus und macht ihn spröde.
Durch Beschichtung gegen Rost geschützte Stühle aus Stahl sowie solche aus Aluminium und Kunststoff brauchen weder gedeckt noch im Winter weggeräumt zu werden. Falls Wegräumen aber ein Thema ist, macht es je nach vorhandenem Stauraum Sinn, darauf zu achten, dass die Stühle klapp- oder stapelbar sind.


Holzmöbel nur für gedeckte Standorte

Holzmöbel empfiehlt Fachmann Fricker nur für gedeckte Plätze. Grund: Ohne regelmässige Pflege mit im Handel erhältlichen Ölen und Lacken wird jedes Holz unter dem Einfluss von Hitze, Kälte und vor allem Nässe mit der Zeit spröde. Das gilt auch für die häufig als witterungsbeständig bezeichneten Tropenhölzer. Gartenmöbel aus Holz machen deshalb länger Freude, wenn sie im Winter an einem trockenen Platz gelagert werden.

Kaufen Sie nur Holzmöbel mit dem FSC-Label. Es garantiert, dass das Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und nicht aus Raubbau stammt (siehe K-Tipp 7/05).

Übrigens: Wie alles im Wohnbereich, sind auch Gartenstühle - und der dazu passende Tisch - eine Frage des Portemonnaies. Einfachste Klappstühle gibt es im Möbel-Grosshandel bereits für weniger als 10 Franken - nach oben ist die Preisskala offen.

Coop, Migros, Möbel Pfister und Fachhändler Hunn stellen aber einhellig fest, dass bei der Kundschaft zunehmend teure Gartenmöbel im Mittel- und Hochpreissegment gefragt sind. Diese Produkte sind in der Regel besser verarbeitet als Billigmöbel und deshalb auch langlebiger.

Und noch ein Trend zeichnet sich ab: Stahl- und Aluminiumstühle sind in - Plastik ist out.



Rückenlehne
- Stühle mit steiler Rückenlehne sind ideal beim Essen. Je schräger die Rückenlehne ist, desto mehr sind die Stühle fürs Relaxen gedacht.
- Kompromiss: verstellbare Rückenlehne.

Beschichtung
Um Stahlmöbel gegen Witterungseinflüsse und Korrosion zu schützen, verwenden die Hersteller zwei Methoden:
- Pulverbeschichtete Möbel fühlen sich kühl und metallisch an. Die Schutzschicht ist relativ dünn und schlag- und kratzempfindlich.
- Sinterbeschichtete Möbel fühlen sich an, als wären sie von einer weichen Kunststoffschicht überzogen. Bei kühlen Temperaturen vermitteln sie ein Wärmegefühl, bei direkter Sonneneinstrahlung werden sie nicht heiss. Die Sinterschicht ist extrem schlagfest.

Holzstühle
- Möbel aus Holz werden in der Regel mit Ölen und Lacken gegen Witterungseinflüsse geschützt. Beide Methoden können auf Dauer aber Risse im Holz nicht verhindern. Holzmöbel brauchen deshalb ständige Pflege. Entsprechende Produkte gibt es im Handel.
- Fragen Sie, ob das Verkaufsgeschäft einen Reparatur- und Restaurationsservice anbietet.

Sitzfläche
- Je tiefer die Sitzfläche, desto besser werden die Oberschenkel gestützt. Hier gilt: Nicht alle Menschen haben gleich lange Beine - lassen Sie alle Familienmitglieder Probe sitzen.
- Sitzkissen sind kein Muss. Ein Polster schützt jedoch vor Wind und wärmt an kühlen Abenden.

Beine
- Klappstühle ohne zusätzlich querverbundene Beine stehen nicht stabil. Je massiver die Querverbindung, desto fester und sicherer steht der Stuhl.
- Wichtig sind auch Profil und Durchmesser der Stuhlbeine. Dünne Rohre sind für Naturböden ungeeignet.

Abschlusskappen
- Zupfen Sie an jeder Abschlusskappe, auch an den Füssen. Sie müssen fest- sitzen.
- Die Kunststoffkappen an den Füssen dürfen auf harten Böden keinen Abrieb hinterlassen.
- Es gibt keine genormten Kappen. Fragen Sie, ob und wie lange Ersatzteile lieferbar sind. Kaufen Sie keine Kappen auf Vorrat, sie gehen garantiert verloren.

Gelenke, Scharniere und Rasten
- Achten Sie darauf, dass der Stuhl in aufgeklapptem Zustand sicher arretiert.
- Gute Modelle verfügen über einen Sicherheitsriegel, der ein unabsichtliches Zusammenklappen verhindert.
- Gelenke, Scharniere und Rasten sind Verschleissteile. Sie sollten darum nicht geleimt oder verschweisst, sondern geschraubt und somit leicht ersetzbar sein.
- Fragen Sie nach, ob und wie lange Ersatzteile lieferbar sind.

Armlehnen
- Sie sind eine Frage des Komforts und je nach Tisch auch eine des vorhandenen Platzes. Achten Sie bei der Sitzprobe auf eine passende und angenehme Höhe.
- Holzauflagen auf den Armlehnen machen das Möbel nässeempfindlich.
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