Ein gutes Bügelbrett für 70 Franken

K-Tipp 17/2010 vom | aktualisiert am

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Stabil, einfach zu handhaben und möglichst platzsparend zu versorgen: So sollte ein idealer Bügeltisch sein. Ein gutes Brett gibt es für weniger als 100 Franken.

Wäsche bügeln gehört nach wie vor zu den besonders zeitraubenden Arbeiten im Haushalt. Mit einem guten Bügeleisen sowie einem komfortablen und stabilen Bügeltisch verschwinden Wäscheberge schneller.

Der K-Tipp hat zehn häufig verkaufte Tische mit ähnlich grossen Bügelflächen ins Labor ­geschickt. Fachleute und Testpersonen überprüften  Funktion, Handhabung und mechanische Sicherheit der Bügeltische (siehe «So wurde getestet» unten).


Testsieger: Ideal für praktisch alle Eisen

Die Ergebnisse: Die Hälfte der geprüften Bretter erreichten das Gesamturteil «gut», vier ein «ge­nügend», eines schnitt «un­genü­gend» ab. Der Test zeigt, dass man mit einem etwas ­teureren und schwereren Tisch besser bedient ist.

Am meisten überzeugt hat das Brabantia-Modell für 100 Franken: Experten und Testpersonen gaben ihm bis auf einen Prüfpunkt durchwegs gute Noten. Besonders positiv aufgefallen: die Abstellfläche für das Bügeleisen. In die Halterung passen grosse wie auch kleine Dampf­bügeleisen.

Kaum ein anderer Tisch überzeugte bei diesem Kriterium: Obwohl im Produktbeschrieb vieler Hersteller von «grossen und stabilen Universalablagen für alle Arten von Bügeleisen» die Rede ist, kamen die Testpersonen damit selten gut zurecht. Die Halterungen waren schlicht zu knapp bemessen oder aber unpraktisch.

Laurastar und Hoover schreiben dazu, dass die Ablagen vor allem für ihre Bügelstationen konstruiert seien und diese optimal passen würden. Das ­Modell Wanda der Marke ­Primotecq ist laut Fust speziell für kleine und leichte Bügeleisen konz­ipiert.

Für grosse und schwerere Geräte gebe es andere Bretter. Zur Kritik am Metaltex-Modell hält die Firma fest, dass das «Preis- und Qualitätsverhältnis einigermassen stimme». Trotzdem will Metaltex die Mängel überprüfen. Migros nimmt die ­Resultate ebenfalls ernst und verlangt vom Lieferanten Verbesserungen.


Holz statt leichtes Metall beim Ikea-Tisch

Bügeltische sind im Vergleich zu früher leichter und kompakter. Die Gestelle sind aus pulverbeschichtetem Eisen oder Alu. Die Bügelfläche besteht meist aus einem leichten Metallgitter, das mit einem schaumstoff­gepolsterten Überzug bedeckt ist.

Nur die Bügel­fläche des Ikea-Modells ist aus einer schweren, sperrigen Spanplatte hergestellt. Ein guter Bügeltisch muss in erster Linie stabil sein. Mit Abstand die besten Noten erhielt hier das teuerste und mit 8,5 kg gleichzeitig das schwerste  Brett im Test – das Pres­tigeboard von Laurastar.

Weit wackeliger – und ­dadurch mühsamer – war das Bügeln auf den leich­teren Brettern von Leifheit, Metaltex und Primotecq. Alle drei erhielten deswegen im Praxistest beim Kriterium Standfestigkeit eine ungenügende Note. Am schlechtesten abgeschnitten hat ausge­rechnet das verhältnismässig schwere Ikea-Modell.

Trotz grosser Unterschiede bezüglich Stabilität besteht bei keinem Brett die Gefahr, dass es um­kippt – selbst wenn die ­Tische auf einem schiefen Boden stehen und zusätzlich ein Bügeleisen auf dem Brett steht. Dies hat die Prüfung im Labor gezeigt.


«Der Stryka-Tisch rastet schlecht ein»

Bei der Handhabung überzeugte der Grossteil der ­geprüften Bretter. Spielend einfach auf- und in der Höhe verstellen liessen sich die Modelle von Kenwood und Hoover. Mehr Mühe bekundeten die Testpersonen beim Ikea-Modell. «Der Tisch rastet schlecht ein.

Zudem sind viele Handgriffe nötig, bis er steht», kritisiert die Testleiterin. Bloss eine genügende Note hab es für Laurastar, weil der Hebel zum Verstellen der Tischhöhe nur schwer zu betätigen ist. Carin Schmid von Laurastar sagt: «Wenn den Anweisungen gefolgt wird, ist das Auf- und Verstellen sehr einfach.»


Tipp: Höhe, Stabilität und Gewicht prüfen

Ein praktischer Tisch verfügt idealerweise über eine Transportsicherung und ist zudem gut greif- und tragbar. Brabantia, Laurastar, Metaltex, Hoover und Hagro sind mit ­einer solchen Sicherung bestückt. Allerdings überzeugt sie nur bei den drei erstgenannten Modellen. Bei den anderen beiden öffnen sich die ­Beine beim Transportieren ein wenig, was auch das Versorgen erschwert.

Haben Bretter scharfe Kanten und Ecken, kann man sich verletzen. Gravierende Mängel wies keines auf. Allerdings entdeckten die Experten beim Primotecq ein Sicherungselement, einen sogenannten Splint, das schlecht gebogen und daher scharfkantig ist. Und weil das schwere Ikea-Brett nur an einem Scharnier befestigt ist, kann man sich beim Auf- und Zusammenklappen die Finger einklemmen.

Tipps: Prüfen Sie im Laden Stabilität, Höhe und Gewicht des ausgewählten Bügeltischs. Es kann sich auch lohnen, das eigene Bügeleisen mitzunehmen, da nicht jedes Gerät in jede Bügeleisenablage passt.


So wurden die Bügeltische getestet

Das ipi-Institut für Produkt­forschung und die MM-Research Marktforschung GmbH in Stuttgart haben zehn Bügeltische auf Folgendes geprüft:

  • Praxistest Bügeln: Sechs bügelerfahrene Testpersonen mit unterschiedlichen Körpergrössen haben unter Anleitung der Testleiterin je eine Tischdecke, einen Kopfkissenbezug und ein Herrenhemd gebügelt.

    Danach beurteilten sie u. a.: Bleibt der Tisch während des Bügelns stabil? Sind Grösse und Form der Bügelfläche angenehm? Passen Bügeleisen gut in bzw. auf die Bügeleisenablage, und ist die Halterung stabil? Letzteres wurde mit zwei unterschiedlich grossen Dampfbügeleisen geprüft.
  • Handhabung: Die Probandinnen beurteilten, ob sich die Tische einfach und ohne grossen Kraftaufwand aufstellen lassen und ob und wie gut die Höhe verstellbar ist. Experten prüften zudem, wie gut sich die zusammengeklappten Tische aufbewahren lassen.

    Bewertet wurden Platzbedarf, Standsicherheit und Schonung des Aufbewahrungsorts. Weiter benoteten Experten das Gewicht und die Greifmöglichkeiten und überprüften, ob die Tische eine Transportsicherung haben und ob sie funktioniert.
  • Mechanische Sicherheit: Fachleute überprüften, ob die Tische auch auf einem Boden mit 10 Prozent Neigung gut stehen oder ob sie umkippen könnten. Weiter prüften die Experten, ob man sich beim Auf- und Zuklappen die Finger quetschen kann und ob es am Tisch scharfe Kanten und Ecken gibt.
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