Teure Schummelei

K-Tipp 11/2012 vom

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Neue Tests zeigen: Die Hersteller geben den Benzin­verbrauch eines Autos oft falsch an. Der tatsächliche ­Verbrauch kann jährlich hohe Mehrkosten verursachen.

Der Treibstoffverbrauch ist für viele ­Autofahrer ein wichtiges Kauf­argu­ment. Nur: Auf die Prospektangaben ist kein Verlass. Das zeigt ein K-Tipp-Vergleich. Dazu wurden den Verbrauchsangaben der Autohersteller die Testresultate des Deutschen Automobilclubs (ADAC) gegenübergestellt. Berücksichtigt wurden die Tests der letzten zwei Jahre.

Ergebnis: Der Treibstoff-Mehrverbrauch beträgt bis zu 40 Prozent und kostet pro Jahr schnell mehrere 100 Franken.

Der Grund für die grossen Abweichungen liegt in den Hersteller-Messungen für den Normverbrauch: Sie finden bei Tempera­turen von mindestens 20 Grad statt. Zudem ist die Klimaanlage ausgeschaltet. Und: Auf 120 km/h beschleunigt das Auto nur für wenige Sekunden. Diese Messungen sind laut ADAC wenig realistisch. Er prüft den Benzinverbrauch mit eingeschalteter Klimaanlage und einem Autobahn-Zyklus bei 130 km/h Höchstgeschwindigkeit. Der so gemessene Verbrauch ist im Schnitt bis zu 25 Prozent höher, als die Hersteller behaupten. Auch der TCS stellt bei seinen Messungen fest: «Der durchschnittliche Praxisverbrauch weicht heute stärker vom Durchschnitt der Werksangaben ab als vor rund zehn Jahren.»

  • Beispiel 1: Der Lancia Ypsilon 0.9 Twin Air ist laut Eigenwerbung «der umweltfreundlichste Zweizylinder-Benziner der Welt»: 4,2 Liter Bleifrei benötige er auf 100 Kilometer (l/100 km). Doch der ADAC-Test ergab 5,9 l/ 100 km oder rund 40 Prozent mehr. Den Durchschnittsfahrer kostet die-ser Mehrverbrauch rund 480 Franken (Fahrleistung: 15 000 km/Jahr, Benzinpreis: Fr. 1.88/l).
  • Beispiel 2: Nissan Micra 1.2 l DIG-S. Der ja­panische Hersteller verspricht 4,3 l/100 km. Doch auch hier war der effektive Verbrauch  höher – um 1,7 l bzw.  fast 40 Prozent.
  • Beispiel 3: Der Mittelklasse-Range-Rover Evoque 2.2 SD4 benötigt pro 100 Kilometer 1,9 l Diesel mehr als deklariert. Jährlich Mehrkosten: rund 560 Franken.   
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Kommentare

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von xmac am
30.05.2012, 21:38

Volkswagen

Es stört mich dass die meistverkaufte Automarke der Schweiz, Volkswagen, und deren Schwestermodelle Audi und Skoda, hier nicht aufgeführt werden; weshalb? Stört sich die AMAG daran? Ich selbst fahre einen VW Passat der laut Werk 6.0 liter "schlucken" sollte; die Wahrheit sieht allerdings ganz anders aus: 8.0 - 8.5 lt/100km.... ernüchternd!

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