So entsteht ein würzig riechender Haufen bester Erde

Haus & Garten 03/2012 vom

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Garten­besitzer kommen gratis zu Erde – wenn sie einen Komposthaufen anlegen. Das Kompostieren ist zwar einfach. Trotzdem reicht es nicht, Garten- und Rüstabfälle auf einen Haufen zu werfen. Haus & Garten sagt, worauf man achten muss.

Auch unerfahrene Gartenbesitzer müssen nicht befürchten, dass ihnen ein stinkender Haufen mit vielen Fliegen droht, wenn sie einen Kompost anlegen. Ein funktionierender Kompost riecht nach frischer Walderde. Vorausgesetzt, er hat genug Luft, Feuchtigkeit und Wärme. Nur dann können Bakterien, Pilze, Käfer und Würmer im Komposthaufen dafür sorgen, dass das Material verrottet – ohne zu faulen und zu stinken.


Thermo-Komposter: Material verrottet schneller

Für den Kompost wählt man ­einen Ort, der einerseits leicht zugänglich und andererseits vor Wind, übermässiger Nässe und Sonne geschützt ist.

Es gibt drei Arten von Behältern, die man alle im Garten- und Baucenter findet: runde Kompostgitter aus verzinktem Draht, eckige Holzrahmen und Kunststoffsilos. Letztere werden auch Thermo-Komposter genannt. Sie haben doppelte Wände und isolieren die Wärme im Innern. Die höheren Temperaturen sorgen dafür, dass sich das Material innert weniger Wochen zersetzt statt erst nach rund einem Jahr.

Alle drei Behälter haben ­einen offenen Boden. Denn ­einen Komposthaufen legt man direkt auf der Erde an. So haben Lebewesen, die für die Ver­rottung nötig sind, direkten ­Zugang.

Wer genug Platz im Garten hat, kann auch ohne Behälter eine sogenannte Kompostmiete bzw. einen -walm aufschichten. Ein Walm ist 1,5 bis 2 Meter breit, die Länge bestimmt man  selber. Solche Haufen brauchen  Pflege, damit sie ihre Form behalten: Vor dem Aufschichten muss das Material gesammelt und gemischt werden. Hat der Walm einen Meter Höhe erreicht, deckt man ihn mit einer Schicht Erde und anschliessend mit Rasenschnitt oder Laub zu – und lässt ihn reifen.

Für jeden Kompost – ob mit oder ohne Behälter – gilt: Zu­unterst braucht es immer eine Schicht aus Zweigen oder anderem grobem Material. So gibts am Boden keinen Nässestau.

Nach ungefähr einem Jahr sind die organischen Abfälle zu Erde geworden. Im Frühling oder im Herbst sollte der Haufen umgesetzt werden. Das heisst: Man schichtet das frischere, noch wenig verrottete Material ins Innere des Haufens und deckt es dann mit dem bereits erdigen Innenmaterial zu. Am einfachsten geht das mit zwei Behältern oder zwei Haufen. Das hat auch den Vorteil, dass man nach dem Umlagern des Komposts auf dem frei gewordenen Platz neuen Kompost anhäufen kann.

Grundsätzlich lassen sich alle organischen Abfälle aus Haus und Garten kompostieren. Je vielfältiger der Kompost zusammengesetzt ist, desto besser ­gelingt er. Es dürfen sich keine fauligen Ansammlungen bilden.


Tipps

  • Nicht übermässig grosse Mengen eines einzelnen Rohstoffs aufs Mal kompostieren.
  • Äste und dicke Stängel auf Daumenlänge zerkleinern, damit sie schneller verrotten. Dann unter die Kompostschichten mischen, so bleibt der Haufen ­locker.
  • Gekochte Essensreste, Fleisch und Knochen können Ratten und andere Tiere anlocken.
  • Pflanzen Sie Kürbis auf dem Kompost. Die grossen Blätter der Pflanze sind ein natürlicher Sonnen- und Regenschutz. Und im Herbst können Sie die Früchte ernten.


Es gibt Kompostiermittel, die den Verrottungsvorgang an­regen und beschleunigen. Solche Mittel sind nur bei einem neu angelegten Kompos­t­haufen sinnvoll. In einem ­älteren, funktionierenden Haufen sind genug Kleinstlebe­wesen vorhanden. Deshalb sind solche ­zusätzlichen Mittel unnötig.

Die fertige Komposterde ist ein wertvoller Dünger. Man verteilt den reifen Kompost am besten Ende Winter im Garten: Eine dünne Schicht auf jedes Beet geben und dann leicht in den Boden einarbeiten.


Die häufigsten Probleme beim Kompostieren

  • Komposthaufen stinkt: Solche Haufen sind meistens zu nass. Am besten setzt man den Haufen um und durchmischt ihn mit trockenem, grobem Material. Nicht ver­gessen darf man die unterste Schicht aus Ästen oder anderem grobem Material (Bild).
    Ein Holzdeckel schützt vor zu viel Regennässe.
  • Material verrottet nicht: Der Kompost ist wahrscheinlich zu trocken. Man mischt mehr feuchtes Material dazu oder giesst den Haufen. Mit einem Vlies den Kompost vor zu viel Sonne schützen.
  • Viele Fliegen: Den Kompost mit einer Lage Gartenerde abdecken.
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