Postfinance-Fonds: Solide, aber kaum je Spitzenerträge

K-Geld 02/2010 vom 30. März 2010

von Silvio Bertolami

Die Postfinance rührt intensiv die Werbetrommel für ihre Fonds. Wie gut sind sie? K-Geld nimmt sie unter die Lupe.

Postfinance ist auf der Überholspur – auch bei den Anlagefonds. Hielten die Kunden Ende 2008 Fonds und Wertschriften für 2,4 Milliarden Franken, waren es zum Jahreswechsel 2009/2010 schon fast 3,4 Milliarden – eine Steigerung um rund 40 Prozent. Das soll möglichst so weitergehen – auch mit Hilfe einer Werbe-Offensive. Potenziellen Anlagefonds-Kunden versichert Postfinance: «Sie können auf unser Leistungsversprechen bauen, das heisst: solide Performance, tiefe Gesamtkosten.»

Postfinance bietet sieben eigene Fonds an. Verwaltet werden sie von der UBS. Wie bei Fonds üblich, ist das Geld darin Sondervermögen. Ginge die UBS pleite, wäre dieses Vermögen also nicht betroffen. Pluspunkt bei den Postfinance-Fonds ist die einfach gestaltete Struktur des Angebots (siehe Tabelle im pdf-Artikel). Es beginnt mit einem Obligationen-Fonds und steigert mit jedem Fonds den Aktienanteil und damit das Risiko in klaren Schritten. Zwei der sieben Fonds investieren ausschliesslich in Aktien.

Stimmt die Behauptung, dass sich die Anlagefonds durch tiefe Gesamtkosten auszeichnen? Spitze ist Postfinance im Konkurrenzvergleich bei den Depotgebühren: Sie erhebt keine. Deponieren Anleger ihre Fonds und Wertschriften bei einer Bank, kostet das meist eine Gebühr: 0,1 bis 0,25 Prozent des Depotwerts.


Bei den Verkaufs-Gebühren im Mittelfeld

Hingegen verlangt auch Postfinance eine Ausgabekommission, also eine Verkaufsgebühr. Mit ihren 0,5 bis 1 Prozent ist Postfinance nicht unter den Günstigsten, sondern bewegt sich im Mittelfeld. Es sind aber auch Fonds auf dem Markt mit Ausgabekommissionen bis zu 5 Prozent. Dazu kommen die jährlichen Gebühren, die sogenannten Management Fees oder Fondsverwaltungsgebühren.

Sie werden den Fonds direkt belastet und schmälern die Rendite. Auch hier gibt es günstigere Konkurrenten. Trotzdem schneidet Postfinance mit ihren 0,59 bis 1,21 Prozent (je nach Fonds) gut ab. Andernorts kosten Fonds zum Teil 1,5 bis 2 Prozent Verwaltungsgebühr. Fazit: Postfinance schafft es bei den Kosten nicht ganz aufs Podest. Sie zählt aber zu den günstigeren Fonds-Anbietern.

Und was ist von der Behauptung der «soliden Performance» zu halten? Die Fonds rentierten in den drei vergangenen Jahren mal etwas mehr, mal etwas weniger als der Durchschnitt ihrer jeweiligen Kategorie. Insofern stimmt das «solide». Das heisst aber auch, dass die Fonds nie mit einem Spitzenertrag glänzten. Lipper ist eine internationale Fondsbewertungsfirma. Ihre Noten für die Postfinance-Fonds liegen im Durchschnitt zwischen 4,25 und 2,75 – die Note 5 wäre die beste, 1 die schlechteste Bewertung (siehe Tabelle im pdf-Artikel).


30 Fonds von Drittanbietern im Sortiment

Nebst ihren Eigengewächsen hat Postfinance 30 Fonds von Drittanbietern im Sortiment. Die Auswahl ist allerdings ziemlich willkürlich. So finden sich  zum Beispiel Fonds für Hochtechnologie und Wasser-Aktien, aber kein einziger für Immobilien. Fazit: Für Anleger ohne viel Fachwissen und Zeit für die Fonds-Suche sind die Postfinance-Fonds durchaus eine Option.

Aber: Anleger, denen nur das Beste gut genug ist, sollten sich dort umsehen, wo das Angebot viel grösser ist. Mit Vorteil stöbern sie auf Internet-Portalen. Speziell günstig sind hier, wie ein Test von K-Geld gezeigt hat (Ausgabe 2/2009): E-Trading, das Portal gehört ebenfalls der Post, und Swissquote.

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