Nichts für kleine Kinder

K-Tipp 19/2010 vom 16. November 2010

von Darko Cetojevic, Redaktion K-Tipp

Eine aktuelle Untersuchung zeigt: Viele Spiel­sachen sind gefährlich und gehören nicht in Kinderhände. Der K-Tipp sagt, wie man beim Kauf auf Nummer sicher geht.

Die neuesten Ergebnisse aus den Testlabors sind alarmierend: Vier von fünf Spielzeugen für Kinder unter drei Jahren sind mit heiklen Schadstoffen belastet, wie die Stiftung Warentest nachwies.

Gefunden wurden Formal­dehyd, Weichmacher, Schwermetalle und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe.

Viele dieser Stoffe stehen unter Verdacht, Krebs zu erzeugen oder das Erbgut zu verändern (Details unter www.ktipp.ch).

Doch können auch Eltern, Grosseltern, Gotte oder Götti beim Einkauf heikle von unbedenklichen Produkten unterscheiden? Das deutsche Prüfinstitut TÜV und die Stiftung Warentest haben eine Liste von Tipps erstellt und der K-Tipp hat sie in ­Läden angewendet:

Kleinteile: Einmal ziehen – und die Zunge der  Nachziehschlange von Plan Toys ist abgebrochen. Das ist gefährlich, weil solche Kleinteile von Kindern verschluckt werden könnten. Gemäss Importeur erfüllt das Spielzeug die Sicherheitsnormen. Grundsätzlich sollte man für ­Kinder unter drei Jahren nichts kaufen, was kleiner als ein Tischtennisball ist.
 
Tipp: Ziehen und zupfen Sie an Nasen, Ohren und anderen Kleinteilen. Drehen und wenden Sie die Spielsachen, diese dürfen keine scharfen Ecken und Kanten haben.

Abfärben: Die Farbe der Pop-up-Toy-Malstifte des Herstellers James Galt & Co. (gekauft bei Pastorini in Zürich) blättert schnell ab ein Kratzen mit dem Fingernagel an den bunten Holzstiften genügte. Da Kleinkinder oft Spielzeug in den Mund nehmen, kann sich die Farbe lösen.

Laut Pastorini zeigen Tests, dass die Farben von Pop-up-Toys unbedenklich sind. «Seit Jahrzehnten haben wir Pop-up-Toy im Angebot. Bisher gab es noch nie Beanstandungen», sagt Geschäftsführer Felix Schumacher-Pasto­rini.
 
Tipp: Kaufen Sie nur un­lackiertes Holzspielzeug. Falls es doch farbig sein soll, kratzen Sie mit dem Fingernagel oder rubbeln Sie mit dem Finger kräftig auf den Farboberflächen. Dabei darf nichts abfärben oder unter den Nägeln Rückstände hinterlassen.

Kunststoffe: Bei Spielzeug aus Plastik wird die Kunststoffart oft mit der Ziffer 3 oder 5 in einem Dreieck kennzeichnet. Auf dem Hüpfpferd Rody von Jako-o zum Beispiel ist es die 3.

Das bedeutet, dass das Spielzeug PVC enthält. In PVC befinden sich laut TÜV und Stiftung Warentest oft Weichmacher, Blei und andere Schadstoffe. Laut Hersteller zeigen Tests, dass das bei Rody nicht der Fall ist.

Das ebenfalls oft verwendete Zeichen CE sagt hingegen wenig aus, weil es nicht durch unabhängige Prüfstellen kontrolliert wird. Als besser geprüft gelten Spielzeuge mit den GS-Zeichen für «Geprüfte Sicherheit» sowie das  «TÜV-Siegel».

Tipp: Ein weniger bedenkliches Kunststoffmaterial ist Polypropylen, das mit der Ziffer 5 gekennzeichnet ist. Besser noch: Riechen Sie am Plastik- und Gummispielzeug.

Penetranter ­chemischer Geruch ist ein untrügliches Zeichen, dass gesundheitsschädliche Lösungsmitteln oder Weichmacher verwendet wurden.


So vermeiden Sie Gefahren

  • Plüschtiere sollte man nach dem Kauf zuerst einmal waschen.
  • Schnüre kürzen, damit sie sich nicht um den Hals ­eines Kindes wickeln können.
  • Musik- und Geräusch-Spielzeug direkt ans Ohr halten: Falls zu laut, ist es für Kinderohren nicht geeignet.
  • Spielzeuge mit Kleinmagneten meiden. Werden sie verschluckt, droht Lebensgefahr.
  • Secondhand-Holzspielzeuge dürften weniger heikel sein, weil schädliche Stoffe schon verdampft sind.
  • Bei älteren Spielzeugen aus weichem Plastik ist ein erhöhter Gehalt an Weichmachern wahrscheinlich.

 

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