Leser Fragen – K-Tipp antwortet

K-Tipp 18/2018 vom

Vertragen sich Alkohol und Energydrinks?

«Ich habe gelesen, dass es ­riskant sei, gleichzeitig ­Energydrinks und Alkohol zu ­konsumieren. Stimmt das?»

Ja, dieses Risiko besteht. Kana­dische Wissenschafter haben ­herausgefunden, dass koffein­haltige Getränke den Rauscheffekt des Alkohols überdecken. In der Folge trinkt man tendenziell mehr, weil man sich weniger schnell betrunken fühlt. 

Sind glutenfreie Produkte wirklich so gesund?

«Sind Lebensmittel ohne ­Gluten wirklich so gut für die ­Gesundheit, wie in der Werbung behauptet wird?»

Nein, solche Lebensmittel sind nur sinnvoll für Leute, die Gluten nicht vertragen – in der Schweiz ist das nur etwa jeder Hundertste. Deklariert sind solche Produkte mit dem oben abgebildeten Logo. Gluten sind Kleber-Eiweisse in Getreide. Eine neue Studie aus Spanien zeigt: Glutenfreie Produkte sind weniger gesund als konventio­nelle. Sie enthalten bis zu dreimal ­weniger Eiweiss, aber mehr Fett und somit mehr Kalorien. Damit steige das ­Risiko, übergewichtig zu werden, warnen die Wissenschafter. Dazu kommt: Brot, ­Teigwaren, Frühstücksflocken und Guetsli ohne Gluten sind über­teuert. Ein K-Tipp-Preisvergleich zeigte: Für glutenfreie Esswaren zahlt man bis neunmal so viel wie für konventionelle Produkte (K-Tipp 8/2015).

Soll ich mein Müesli mit Honig süssen?

«Müesli gilt als besonders ­gesund. Ist es sinnvoll, als ­Süssmittel Honig statt ­Kristallzucker zu verwenden?»

Honig ist zwar ein Naturprodukt. Doch er besteht wie Kristallzucker fast ausschliesslich aus Einfach­zucker, der vom Körper sehr schnell aufgenommen wird. Damit sind beide Süssungsmittel gute Energiespender. Zu viel davon kann ­jedoch zu Übergewicht und Fett­leibigkeit führen. Wichtig: Beim Süssen von Müesli sollte man grundsätzlich zurückhaltend sein. Ein «Saldo»-Test zeigte: 100 Gramm Knuspermüesli können bis zu 28 Gramm Zucker ­enthalten – das entspricht sieben Zucker­würfeln («Saldo» 19/2017). Und: Die Fertigmüesli enthalten weniger ­gesunde Ballaststoffe als gewöhnliche Haferflocken. 

Was tun gegen den Geruch von Katzenurin?

«Unsere Katze hat vor einigen Wochen auf unser Stoffsofa ­uriniert. Den Geruch bringen wir auch mit einem speziellen Tiergeruchsentferner nicht weg. Gibt es wirksame Mittel, die den Stoff nicht beschädigen?»

Sie könnten es mit Teppichschaum oder anderen Geruchsentfernern wie Fébrèze versuchen. Solche Mittel wirken aber nur oberflächlich. Es ist davon auszugehen, dass der Urin vom Polster aufgesogen wurde. Bei allen Reinigungsmitteln riskiert man hässliche Ränder auf dem Stoff.

Wirkungsvoller sind Mass­nahmen, die dafür sorgen, dass die Katze ihr Geschäft nur noch in der Katzentoilette macht. Das Katzenklo muss gross genug sein. Oft hilft es, eine grössere Box zu ­kaufen. Wer mehrere Katzen hält, sollte mehrere Toiletten an verschiedenen Orten aufstellen. Die Tiere mögen es nicht, wenn an ­ihrer Toilette der Geruch eines anderen Tiers haftet. Zudem kann es sein, dass eine ­Katze neue Streu nicht akzeptiert. Deshalb immer darauf achten, dass der Katzensand die gleich grosse Körnung aufweist.

Lassen sich Pestizide mit Wasser beseitigen?

«Die Landwirtschaft setzt ­Pestizide ein – auch Bio-Bauern. Wird man diese Gifte los, wenn man Obst, Gemüse und Salat gründlich mit Wasser reinigt?»

Nein. Abwaschen und Abtupfen von Gemüse und Früchten ist zwar gut für die Hygiene – hilft aber ­wenig gegen Pestizidrückstände. Grund: Viele Spritzmittel sind nicht wasserlöslich. Zudem dringen ­einige Substanzen in die Produkte ein. Auch Bio-Bauern dürfen Pes­tizide ein­setzen. Grundsätzlich verwenden sie aber weniger. Und die erlaubten Stoffe unterscheiden sich zum Teil stark von den Pesti­ziden in der ­normalen Landwirtschaft.

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