Ins Museum? - Zur Kasse, bitte!

K-Tipp 9/2005 vom

Für 23 Franken kann eine Familie in München ins Deutsche Museum. Im Luzerner Verkehrshaus hingegen kostet der Besuch 90 Franken.

Elias Kopf - redaktion@ktipp.ch

Familie Lang aus Ulisbach SG konnte es erst gar nicht glauben, als sie an der Kasse des Technorama in Winterthur stand: «Wir hätten mit den beiden Kindern 66 Franken Eintritt bezahlen müssen - ich verzichtete», sagt Hans-Peter Lang. Technorama-Stiftungsratspräsident André Voillat begründet die hohen Eintrittspreise mit den «aufwändigen, interaktiven Exponaten und der intensiven Besucherbetreuung». Zwar gebe es bei Einzeleintritten keine Verbilligung für Familien, dafür seien die persönlichen Jahreskarten umso familienfreundlicher (Erwachsene 60, erstes Kind 30 Franken, alle weiteren Kinder gratis).

Doch für Familienvater Lang bleiben die hohen Einzeleintrittspreise eine Zumutung: «Familien können sich den Besuch hiesiger Museen kaum leisten. Im Ausland sind günstige Familientickets eine Selbstverständlichkeit.»

In der Tat offerieren viele europäische Museen attraktive Kombi-Eintritte. So können Kinder beispielsweise gratis in den Louvre in Paris, und auch das Wiener Schloss Schönbrunn lockt mit einer günstigen Familienkarte (siehe Tabelle). In der Schweiz dagegen müssen Familien nicht nur im Technorama einen satten Batzen hinlegen. Auch im Luzerner Verkehrshaus ist die Familienkarte (Museum und Imax-Kino) mit 90 Franken fast viermal so teuer wie beispielsweise das Familienticket fürs weitaus grössere Deutsche Museum in München.


Günstige regionale Familienpässe

Besonders ärgerlich: Anfang Jahr schied das Verkehrshaus aus dem Schweizer Museumspass aus, der zum Gratiseintritt in über 400 Museen in der ganzen Schweiz berechtigt. Der Museumspass «Erwachsene Plus» kostet jährlich 122 Franken und erlaubt einer Einzelperson die Begleitung von bis zu fünf Kindern (Infos: www. museumspass.ch, Tel. 044 389 84 56). Als Museumspass gelten auch Maestro-, Master- und Visa-Cards von Raiffeisen sowie die Jugendkarte Euro 26 (für Jugendliche zwischen 12 und 26 Jahren, 25 Franken pro Jahr, www. euro26.ch, Tel. 031 387 12 00).

Neben dem Museumspass kennen auch einzelne Städte spezielle Pässe (Auskunft geben die jeweiligen städtischen Tourismusbüros). So kann man etwa mit der Zürich-Card unbeschränkt Tram und Schiff fahren sowie mehr als 40 Museen gratis besuchen (1 Tag Fr. 15.-, 3 Tage Fr. 30.-, Kinder: 1 Tag Fr. 10.-, 3 Tage Fr. 20.-).

Einen vor allem auch für Familien interessanten Passepartout mit Gratiseintritt in über 150 Museen, Klöster und Burgen gibt es ferner fürs Basler Dreiländereck (www.museumspass.com, Tel. 061 205 00 40).


Auch die SBB kennen Familienangebote

Familienfreundlich sind auch die Museen in St. Gallen. Dort kann man mit dem gleichen Ticket während eines Tages Naturmuseum, Historisches Museum, Völkerkundemuseum und Kunstmuseum besuchen - Kinder in Begleitung Erwachsener kommen überall gratis rein. Auch in der beliebten Kyburg im Kanton Zürich zahlen Kinder nichts, sofern die Anreise mit der Juniorkarte der SBB erfolgt.

Nur sehr beschränkt empfehlenswert sind reduzierte Nachmittagstickets: Im sowieso schon sehr teuren Mystery Park in Interlaken (Erwachsene Fr. 48.-, Kinder Fr. 28.-, keine Familienkarte) zum Beispiel bezahlen Erwachsene nach 15.30 Uhr «nur» noch 28 und Kinder 16 Franken - was für die kurze Zeit immer noch sehr viel Geld ist.

Auch mit dem Railaway-Programm der SBB holt man zum Beispiel beim Mystery Park 10 Prozent Rabatt auf Anfahrt und Eintritte heraus. Railaway-Angebote für Familien gibts unter anderem auch fürs Verkehrshaus, fürs Technorama, für die Fondation Beyeler, das Olympische Museum in Lausanne, die Kindercity Volketswil, die Glasi Hergiswil und das Papillorama Kerzers (www. railaway.ch, Tel. 0900 300 300, Fr. 1.19/Min.).

Grundsätzlich gilt: Familien sollten sich vor jedem Museumsbesuch per Telefon oder Internet über spezielle Regelungen und Tarife informieren.



Ist bei Ihnen auch schon ein geplanter Museumsbesuch geplatzt, weil der Eintrittspreis zu hoch war? Antworten Sie bitte auf www.ktipp.ch.
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