Elektroautos sind günstiger geworden

K-Tipp 14/2013 vom

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Berechnungen von K-Tipp und TCS zeigen: Die Gesamtkosten für das aktuell günstigste Elektroauto sind pro Jahr nur noch 200 Franken höher als bei einem vergleichbaren Dieselauto.

Käufer von Elektroautos mussten lange Zeit sehr tief in die Tasche greifen. Beispiel: Die Elektrovariante des Kleinwagens Fiat Panda kostete vor fünf Jahren noch rund 44 000 Franken. Mit diesem Geld hätte man damals gleich drei vergleichbar grosse Benziner oder Dieselautos kaufen können. Vor zwei Jahren kam der elektrische Vierplätzer i-MiEV von Mitsubishi auf den Markt, Preis: 46 000 Franken.  

Doch jetzt ist Bewegung in den Elektroautomarkt gekommen: Die Importeure senkten die Preise deutlich. Den Mitsubishi i-MiEV gibts mittlerweile rund 20 000 Franken günstiger. Und: Seit zwei Monaten bietet Renault mit dem Kleinwagen Zoe das günstigste Elektroauto in der Schweiz an. Preis: 24 100 Franken. 

Der Trick beim Renault Zoe: Die Kunden kaufen den Akku nicht mehr, sondern mieten ihn. Dadurch sinkt der Anschaffungspreis fast auf das Niveau ­eines vergleichbaren Dieselautos. Durch die Batteriemiete steigen allerdings die fixen monatlichen Kosten. Beispiel: Bei 15 000 gefahrenen Kilometern und einer Batteriemietdauer von drei Jahren muss ein Zoe-Fahrer mit Mietkosten von 1260 Franken pro Jahr rechnen. 

Der K-Tipp wollte wissen: Wie teuer ist der Zoe mit gemieteter Batterie unter dem Strich? Die Experten der Mobilitätsberatung des Touring Clubs Schweiz (TCS) haben dafür die jährlichen Gesamtkosten berechnet und diese mit ­einem vergleichbaren Clio-Modell mit Dieselmotor verglichen (siehe Kasten «So wurden die Kosten ­berechnet»).

Resultat: Im Alltag kostet der Zoe pro Kilometer 57 Rappen (siehe Tabelle rechts oben). Das ist im Vergleich zum Clio-Diesel trotz der Batteriemiete nur 2 Rappen mehr. Für einen Durchschnittsfahrer, der jährlich 15 000 km zurücklegt, bedeutet das konkret jährliche Mehrkosten von rund 200 Franken. 

Der Vergleich zeigt weiter: 

  • Das Dieselmodell ist in der Anschaffung rund 2500 Franken günstiger als das Elektroauto.
     
  • Eine 100-Kilometer-Fahrt kostet mit dem Zoe rund Fr. 3.26 (Strompreis: 20 Rp./kWh). Mit dem Clio-Diesel zahlt man hingegen rund Fr. 6.40 (Dieselpreis: Fr. 1.87).
     
  • Die Batteriemiete senkt den Anschaffungspreis, erhöht aber die Gesamtkosten. Das zeigen auch weitere TCS-Berechnungen mit den Modellen von Nissan und Smart, welche die Batteriemiete ebenfalls anbieten (siehe untere Tabelle). Allerdings: Mit dem Alter nimmt die Ladekapazität der Batterie ab. Während der Mietdauer versprechen Her­steller, Batterierisiken zu übernehmen. Gehen sie kaputt oder laden sie sich zu wenig auf, ist zum Beispiel bei Renault ein Akku-Ersatz vertraglich zuge­sichert. 
     

Beim Kauf eines Elektroautos gilt es weitere Punkte zu beachten:

  • Um ein Elektroauto zu Hause innert nützlicher Frist aufzuladen, braucht es eine Heimladestation. Dies kann zu zusätzlichen Kosten führen. Beispiel: Beim Mitsubishi i-MiEV kostet das 1890 Franken (ohne Installation). 
     
  • Bei Elektroautos sind Reparatur- und Servicekosten rund zwei Drittel niedriger. Gründe: Ein Elektroauto benötigt zum Beispiel keinen Ölwechsel. Es muss keine Kupplung repariert und kein Auspuff ersetzt werden. 
     
  • Die Reichweite ist begrenzt und beträgt je nach Modell, Beladung und Aussentemperatur zwischen 100 und 150 Kilometer.


So wurden die Kosten berechnet

  • Batteriekauf/-miete: Der Touring Club Schweiz (TCS) hat für den K-Tipp die jährlichen Gesamtkosten von Elektroautos berechnet – je nachdem, ob man die Batterie gekauft oder gemietet hat.  Als Grundlage diente dabei die Kilometerkostenberechnung des Touring Clubs. Ausgegangen wurde von 15 000 zurückgelegten Kilometern pro Jahr. Das entspricht ­einem durchschnittlichen Autofahrer.
     
  • Elektroauto/Diesel: Die jährlichen Gesamtkosten des Elektro­autos Renault Zoe, Variante Zen, hat der TCS dann mit denen des  ähnlich starken Clio-Dieselmodell von Renault verglichen. Der Clio ist wie der Zoe in der Energieeffizienzklasse A eingestuft. Bei der Batteriemiete nahm man eine Vertragsdauer von drei Jahren und 15 000 Kilometer Fahrleistung pro Jahr an. Bei der Berechnung wurden basierend auf dem Kaufpreis die gesamten jährlich anfallenden Kosten zusammengestellt. Hierzu zählen unter anderem Service, Abgaswartung, Reparaturen, Abschreibung, Versicherungsprämien, Verbrauch, Steuer, Garage/Parkplatzgebühren und Reifenverschleiss. 
     

Mehr Infos: Nähere Angaben zur Berechnung der Kosten findet man auf:
www.tcs.ch/de/auto-mobilitaet/autokosten/kilometerkosten.php

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Kommentare

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von Bidu am
04.09.2013, 15:06

Kostenvergleich stimmt nicht ganz

Wenn Batterie defekt ist, was kostet das? Bestimmt mehr als Fr. 3'000.--, lieber Batteriemiete. TCS hat es falsch berechnet. z.B. Nissan Leaf Batterie Inklusive hätte --.65 anstatt --.58 gekostet.

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