Damit die Zahnkorrektur bezahlbar bleibt

K-Tipp 18/2009 vom | aktualisiert am

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Fast jedes zweite Kind braucht eine Zahnspange. Die Kosten sprengen manches Budget. Da kann sich eine spezielle Zusatzversicherung lohnen.

Zahnspangen sind teuer. Die Kosten für eine mehrjährige Zahnstellungskorrektur addieren sich schnell einmal auf 10’000 bis 15’000 Franken. Krankenkassen bieten Zusatzversicherungen an, die einen Teil dieser Kosten übernehmen. Kassensturz hat nachgerechnet, welche sich lohnen. Verglichen wurden die jeweils besten Versicherungsmodelle der zehn grössten Krankenkassen anhand eines konkreten Beispiels (siehe Tabelle im pdf-Artikel). Als «sehr empfehlenswert» erweisen sich dabei die Zusatzversicherungen von Visana und Sanitas. Der Nettonutzen – also die Differenz zwischen insgesamt einbezahlten Prämien und übernommenen Leistungen – ist bei diesen zwei Kassen am grössten.

Bei der Visana beträgt der Nettonutzen für die Eltern unter dem Strich 5674 Franken, bei der Sanitas 5038 Franken. Helsana, KPT, Concordia, Assura und Intras landen im Mittelfeld und erhalten das Prädikat «empfehlenswert». Einen Nettonutzen von weniger als 3800 Franken gewähren CSS, Swica und Groupe Mutuel. Sie gelten daher als «weniger empfehlenswert».

Rechnen lohnt sich, denn die Kassen bieten auch Zahnversicherungen an, bei denen Eltern draufzahlen. Wichtig: Fragen Sie nach Rabatten. Einzelne Krankenkassen gewähren nämlich Prämienreduktionen, wenn ein Elternteil bei der gleichen Gesellschaft versichert ist. Rabatte gibt es teilweise auch für das zweite oder dritte Kind. Die Groupe Mutuel zum Beispiel senkt ihre Prämie von 20 auf 2 Franken, wenn ein Elternteil ebenfalls bei ihr versichert ist. Dadurch verdoppelt sich der Nettonutzen, weshalb die Groupe Mutuel in diesem Fall das Prädikat «sehr empfehlenswert» erhalten würde. Das Gleiche gilt für die CSS, die auf ein «empfehlenswert» kommen würde.


Grundsätzlich gilt:

  • Schliessen Sie die Zusatzversicherung vor dem vierten Geburtstag des Kindes ab, wenn die Krankenkassen noch keine vorgängige Zahnuntersuchung verlangen.
  • Achten Sie beim Abschluss der Zusatzversicherung auf eine möglichst hohe Deckungs- summe mit einem kleinen Selbstbehalt.
  • Beachten Sie, zu welchem Taxpunktwert der Zahnarzt abrechnet. Die Hälfte der Versicherungen übernehmen nur einen Mindesttaxpunktwert von Fr. 3.10. Ist der Zahnarzt teurer, müssen Sie die Differenz selber berappen.
  • Fragen Sie explizit nach einem Versicherungsschutz für Zahnkorrekturen und nicht nach einer Zahnversicherung, die auch das Löcherflicken zahlt. Eine solche lohnt sich in der Regel nicht.


Das Beispiel


Ein Elternpaar in Zürich schliesst für seinen 4-jährigen Sohn eine Zusatzversicherung ab. Es zahlt die Prämie bis zum 19. Geburtstag. Kosten der Spange: 10’000 Franken. Wie viel der Spangenkosten übernimmt die Versicherung tatsächlich? Der Arzt rechnet mit einem Taxpunktwert von Fr. 3.40. Nicht berücksichtigt sind Rabatte, wenn ein Elternteil bei derselben Kasse versichert ist.

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