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Wie lange eine Stromsparlampe brennt, hängt entscheidend davon ab, wie oft man sie insgesamt ein- und ausschalten kann. Der K-Tipp zeigt, worauf beim Kauf geachtet werden muss, damit das Licht nicht vorzeitig ausgeht.
Seit Anfang Jahr dürfen in der Schweiz Glühlampen der schlechtesten Energie-Klassen F und G nicht mehr verkauft werden. Ab September 2010 soll ganz auf die Glühlampentechnik verzichtet werden – im Gleichschritt mit der EU. Hersteller und Anbieter haben im Hinblick darauf ihre Sparlampen-Sortimente ausgeweitet. Doch welche Produkte soll man als Konsument wählen?
Es gibt Sparlampen, die gemäss Deklarationen der Hersteller sechs, acht, zehn, zwölf, fünfzehn oder sogar zwanzig Jahre funktionieren sollen. «Das ist verwirrend», sagt Stefan Gasser, Experte bei der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz (Safe). Denn die Lebensdauer sage wenig darüber aus, wie lange eine Sparlampe im Alltagsgebrauch tatsächlich ihren Dienst tut.
Der Grund: Die deklarierte Lebensdauer wird von den Herstellern in Testlabors durch ein normiertes Messverfahren ermittelt. Dabei brennen 20 Sparlampen des gleichen Typs jeweils 165 Minuten, dann werden sie für 15 Minuten abgeschaltet. Dieser Zyklus wird ständig wiederholt. Die Sparlampen werden so pro Tag in schöner Regelmässigkeit achtmal ein- und ausgeschaltet. Die später deklarierte Lebensdauer wird dann festgelegt, wenn die Hälfte der getesteten Sparlampen noch brennt. Anders gesagt: Die Hälfte fällt vorher aus.
«Mit der Realität in den Haushalten hat dieses Messverfahren wenig zu tun», erklärt Gasser. Er rechnet im Alltagsgebrauch mit mehr und vor allem unregelmässigeren Ein- und Ausschaltungen. Dadurch wird die Lebensdauer im Vergleich zur normierten Messung verkürzt. Darauf weisen auch Hersteller wie Osram in technischen Dokumenten hin – für Konsumenten ist das auf der Verpackung aber nicht ersichtlich. Empfehlenswert sind deshalb nur Produkte, die sich mindestens zehnmal pro Tag ein- und ausschalten lassen, ohne dass die Lebensdauer beeinträchtigt wird. Diese wichtige Grösse, auch Schaltfestigkeit genannt, wird aber bei den wenigsten Sparlampen auf der Verpackung oder in Produkteunterlagen deklariert.
Das zeigt auch eine Stichprobe von Stefan Gasser im Auftrag der Internetsuchhilfe www.topten. ch. Er hat alle Haushalt-Sparlampen von Osram, Philips und Megaman auf Angaben zur Schaltfestigkeit hin untersucht. Fazit: «Die Zahl der Schaltzyklen bis zum Ausfall einer Lampe wird bei Osram und Megaman in der Regel nur dann angegeben, wenn sie gut ist.» Bei Philips suche man auf Verpackungen oder in Produkteunterlagen vergeblich nach Zahlen zur Schaltfestigkeit.
Als schaltfest gilt eine Sparlampe, wenn man sie insgesamt 600’000-mal ein- und ausschalten kann. Schaltfeste Sparlampen erkennt man an Bezeichnungen wie «Superstar» und «Intelligent» (Osram), «Ingenium» (Megaman) und «Oecoplan» (Philips). Die Anzahl Schaltzyklen bis zum Ausfall einer Lampe muss erst in einem Jahr auf der Verpackung deklariert werden. Wo diese Information heute neben der meist deklarierten, aber wenig aussagekräftigen Lebensdauer in Stunden oder Jahren fehlt, kann man sich als Faustregel an folgende Richtwerte halten:
Fazit: Sparlampen mit einer Lebensdauer unter 12 000 Stunden sollten im Haushalt nur dort eingesetzt werden, wo sie lange und ohne häufige Unterbrechung brennen müssen.
Tipps: Darauf muss man bei der Wahl einer Sparlampe achten
Eine Übersicht weiterer Sparlampen mit Deklaration der Ein-/Ausschaltungen gibts auf www.topten.ch.
26. Oktober 2009 | Armin Braunwalder
