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Artikel | K-Tipp 3/2007

Gepäck muss draussen bleiben

Kombis verfügen häufig über einen geräumigen Kofferraum. Doch wer ihn füllt, riskiert eine Busse und bringt sich in Gefahr.

Kinder auf den Rücksitz, Ski und Helme in die Dachbox, Schlitten auf die Lastenträger, Schneeketten, Skischuhe, Kleider, Proviant, Bettwäsche und Spielsachen in den Kofferraum - so fahren viele Leute in die Skiferien. Das Problem? Manche Autos sind nicht dafür gebaut.

Beispiel: der Chrysler mit der eindrücklichen Modellbezeichnung 300C Touring 3,0 CRD V6 DPF, mit der ebenso eindrücklichen Länge von 5,02 Metern und 630 Liter Kofferraumvolumen. Das Auto wiegt leer bereits gut zwei Tonnen. Die Zuladung ist auf nur 279 kg beschränkt.

Konkret heisst das: Wenn neben dem Fahrer (wird mit 75 kg zum Leergewicht gezählt) eine Beifahrerin à 75 kg und drei Kinder à 60, 50 und 40 kg im Auto sitzen, bleiben ganze 54 kg fürs Gepäck: Da muss mindestens eine Skiausrüstung zuhause bleiben. Und der ganze Rest sowieso.

Dennoch ?ndet Chrysler-Sprecher Dominic Rossier, dass «der Chrysler 300C ausreichend Zuladungskapazität bietet, damit man mit einer Familie in die Ferien fahren kann».


«In Kurven bricht das Auto schneller aus»

Der Fall des Chrysler 300C Touring ist zwar besonders krass, aber er ist kein Einzelfall. Auch verbreitetere Modelle verfügen zum Teil nur über eine geringe Zuladung. So sind bei gewissen VW Golf weniger als 400 Kilo erlaubt.

Die Autohersteller bagatellisieren die Probleme bei überladenen Fahrzeugen. Doch sie sind real. Es drohen Bussen ab 100 Franken. Und solche Fahrzeuge sind ein Sicherheitsrisiko.

«In Kurven kann es schneller passieren, dass das Auto ausbricht», sagt Anton Brunner von der Unfallforschung der Winterthur-Versicherungen. Ein überladenes Fahrzeug, so Brunner weiter, sei «keine Bagatellangelegenheit». Damit herumzufahren, könne schwere Folgen haben.


Fahrzeugausweis: Oft ungenaue Angaben

Brunner warnt speziell davor, schwere Sachen in der Dachbox zu verstauen und das Auto bis unters Dach zu füllen. «Mit einem hohen Schwerpunkt», sagt er, «neigt das Fahrzeug eher zum Kippen, und es kommt - etwa bei einem Seitenaufprall - eher zu einem Überschlag.»

Die Kantonspolizei Bern warnt zudem vor schlechter Gewichtsverteilung. Viel Gewicht auf den Hinterrädern könne Reifenschäden verursachen, wenig Gewicht auf den Vorderrädern mache ein Auto schlecht lenkbar.

Doch woher soll ein Autofahrer wissen, wie viel er laden darf? Eine heikle Frage. Die Gewichtsangaben in Prospekten, Betriebsanleitungen und Fahrzeugausweisen differieren oft. Und häu?g stimmen alle drei nicht.

Im Gesetz ist das Leergewicht als Fahrzeuggewicht inklusive Kühl- und Schmiermittel, Treibstoff, Zubehör und Fahrzeuglenker à 75 Kilo de?niert. So wird das Leergewicht bei der Typenprü- fung ermittelt und später in den Fahrzeugausweis eingetragen. Die Rechnung «Gesamtgewicht minus Leergewicht» ergibt die erlaubte Zuladung.

Zumindest theoretisch. «Häu?g sind die ausgelieferten Fahrzeuge schwerer als im Fahrzeugausweis angegeben», sagt Toni Keller, Leiter Technik und Wirtschaft beim TCS. Denn beim Leergewicht laut Fahrzeugausweis fehlen häu?g Sonderausstattungen wie Sitzheizung, Lederpolster, Zusatzsitze, Klimaanlage und CD-Player - selbst wenn alles schon im Werk eingebaut wurde.

Das heisst: Die Zuladung ist niedriger, als es aufgrund des Fahrzeugausweises den Anschein macht.

Wer wissen möchte, ob er sein Auto nicht überlädt, fährt damit am besten mal auf eine Waage. Das Gewicht darf das Gesamtgewicht gemäss Fahrzeugausweis nicht überschreiten.

Wichtig zudem: Auto möglichst nicht bis unters Dach füllen! Keine schweren Gegenstände aufs Dach. Und Reifen auf maximalen Fülldruck pumpen.



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14. Februar 2007 | Marco Diener


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