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Artikel | saldo 18/2002

Anlage mit Lotterie-Anteil

Bei Lebensversicherungen ist Vorsicht geboten: Je nach Laufzeit und Versicherung resultiert für die Kunden ein Nullsummenspiel.

Die Zeichen an der Börse stehen seit Monaten auf Sturm - für Aktionäre ist guter Rat teuer. Sind da Lebensversicherungen eine Alternative für Anleger? saldo hat gemeinsam mit dem Magazin «Banco» Offerten für gemischte Lebensversicherungen eingeholt. Diese kombinieren eine Todesfallversicherung mit einem Sparteil. Im Erlebensfall erhalten die Versicherten am Ende der Laufzeit ein bestimmtes garantiertes Kapital. Zudem locken die Policenverkäufer mit weiteren - freiwilligen - Gewinnanteilen.

Die Unterschiede zwischen den garantierten Summen sind enorm, die Renditen bescheiden: Das beste Angebot unterbreitete die Banque Cantonale Vaudoise (BCV) mit über 123 000 Franken garantierter Auszahlung für die Einmaleinlage von 100 000 Franken mit zehn Jahren Laufzeit. Zum Vergleich: Pax (Pax-Invest) und Winterthur Leben (GE) liegen über 17 000 Franken tiefer.


Garantierte Rendite gering - Lotterie mit Überschüssen

Noch mässiger ist die Rendite für einen Versicherungssparer, der zehn Jahre lang je 5000 Franken Prämie pro Jahr einzahlt. Er erhält am Ende nur bei Axa (Mixinvest) und Providentia (Privit) garantiert mehr als die einbezahlten 50 000 Franken - die Zürich (G3) bietet nur für knapp 47 000 Franken Gewähr. Bei der Groupe Mutuel Vie (M) schauen selbst nach 20 Jahren Versicherungsdauer mit Sicherheit nur gut 200 Franken mehr raus, als der Sparer einbezahlt hat.

Die von den Versicherern zusätzlich in Aussicht gestellten Überschussbeteiligungen sind sehr unterschiedlich: Bei Einmaleinlagen mit 10 Jahren Laufzeit sind es zwischen 0 und 23 070 Franken - bei 20 Jahren zwischen 39 462 und 150 721 Franken. Bei periodischer Prämienzahlung über 20 Jahre hinweg gehen die Erwartungen der Versicherer auch noch mehrere zentausend Franken auseinander.

Die fondsgebundenen Lebensversicherungen bieten auf dem Sparteil übrigens noch weniger Sicherheiten als gewöhnliche gemischte. Einzig die Groupe Mutuel Vie (FP und FPU) sowie Generali (Investment Plan Plus) kennen eine garantierte Auszahlung im Erlebensfall. Bei allen anderen Produkten hängt es allein von der Laune der Börse und dem Geschick der Verwalter ab, wie viel der Versicherte dereinst erhält.


Todesfall mit einer Fondsversicherung besser abgedeckt

Stirbt der fondsgebundene Versicherte während der Laufzeit, können die Begünstigten bei einer Einmaleinlage von 100 000 Franken und 20 Jahren Laufzeit mit durchschnittlich gegen 230 000 Franken Todesfallkapital rechnen; bei den gewöhnlichen gemischten Versicherungen sind es bloss 150 000.

Das Risiko Tod ist also mit einer Einmaleinlage in eine langfristig angelegte Fondsversicherung besser abgedeckt. Nur: Wer das Risiko Tod günstig versichern will, macht dies mit einer reinen Todesfallrisikoversicherung - nicht mit einer gemischten.

Die vollständigen Daten des Vergleichs finden Sie in «Banco Special» Nr. 4, erhältlich am Kiosk oder zu bestellen unter www.banco.ch.

06. November 2002


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