Test: Zwei Akku-Bohrer machten schlapp

Haus & Garten 04/2008 vom | aktualisiert am

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Geräte, die nach 12 Minuten den Geist aufgeben, ein Testsieger, der auch nach 30 Stunden Dauereinsatz fit ist: Bei Akku-Bohrschraubern gibt es enorme Unterschiede – auch beim Preis.

Die gute Nachricht zuerst: Jedes der getesteten Geräte schafft einfache Arbeiten – also ein paar Schrauben in Weichholz eindrehen. Dann scheidet sich aber die Spreu vom Weizen, und der hat seinen Preis: Das Modell von Metabo ist mit 279 Franken nicht nur das teuerste, sondern auch das beste im Test. «Hier stimmt alles: die nötige Leistung, gepaart mit einer sehr guten Akku-Technik», so das Testlabor LGA Qualitest GmbH in Nürnberg (D), das die zehn Geräte für Haus & Garten sowie für «Kassensturz» geprüft hat.

Die Unterschiede zeigten sich vorab bei den Testkriterien Dauereinsatz, Ladetechnik und Akku-Leistung (siehe Tabelle im pdf-Artikel).


Nickel-Cadmium-Akkus: Veraltete Technik

Die Schrauber mit Preisen unter 140 Franken sind alle mit Nickel-Cadmium-Akkus bestückt. Diese Technik ist laut Roland Koller von LGA Qualitest veraltet. Diese Akkus belasten die Umwelt, sind schwerer und entladen sich schneller als Lithium-Ionen-Akkus. Dies führte denn auch dazu, dass der drittplatzierte Bosch-Schrauber nur die Note «genügend» erhielt, ansonsten sei dies ein «hervorragendes Gerät», so Koller.

Auch bei der Ladetechnik zeichnete sich der Testsieger aus: Der Akku war in knapp einer Stunde voll, das Ladegerät sorgte automatisch dafür, dass die Ladung erhalten blieb. Bei den meisten anderen Geräten musste der volle Akku entfernt werden, um ein Überladen zu verhindern.

Bei den Modellen von Black & Decker und Worx vermissten die Tester ferner eine Ladezustandsanzeige – wann der Akku voll ist, liess sich nur erahnen. Beim Lithium-Ionen-Modell von Black & Decker fiel ferner negativ ins Gewicht, dass der Akku fest eingebaut ist. Geht diesem der Schnauf aus, muss die Arbeit ruhen: Der Einsatz eines Ersatz-Akkus ist nicht möglich.


Härtetest: Ein-Gang-Geräte fielen durch

Die grössten Unterschiede zeigten sich beim Dauereinsatz von Motor und Getriebe. Bei diesem Test simulierte das Labor das Eindrehen von 8 Zentimeter langen Schrauben in Weichholz und mass, wie lange das Gerät durchhielt. Dies überforderte vorab die Ein-Gang-Geräte von Worx, MacAllister, und den 69-fränkigen «Black & Decker»-Schrauber. Das Worx-Modell fiel nach 3 Stunden aus, die zwei anderen Modelle nach 12 Minuten (!): Sie waren überhitzt.

Black & Decker schreibt, das geprüfte Günstigprodukt sei für kleinere Schrauben konzipiert. Für Schrauben wie die getesteten gebe es Geräte mit höherer Leistung. Hornbach verteidigt die Produkte von MacAllister und Ergotool mit dem Hinweis, der deutsche TÜV habe beiden Geräten die Note «gut» erteilt.

Dass das Worx-Modell nach drei Stunden ausfiel, findet auch Jumbo «unüblich» und lässt die Maschine vom Hersteller erneut testen. Sollte sich dabei ein Qualitätsproblem zeigen, so Jumbo, «werden wir dieses Modell umgehend aus dem Verkauf ziehen».


Kauftipps: Akku-Bohrschrauber

Wer sich einen Akku-Bohrschrauber anschaffen will, sollte zuerst überlegen, wofür er das Gerät braucht. So erspart er sich Ärger und unnötige Ausgaben.

  • Bohren oder Schrauben: Für Bohrarbeiten in Beton und Mauerwerk sind Akku-Bohrschrauber zu schwach. Weiche Materialien wie Gips, Kunststoff und Weichholz schaffen sie jedoch. Achtung: Je grösser der Bohrer respektive die Schraube, die ohne Vorbohren eingedreht werden soll, desto mehr Leistung muss das Gerät haben.
  • Akku-Typ: Auf Nickel-Cadmium-Akkus sollten Sie verzichten – schon wegen der Umwelt. Besser, aber teurer, sind Lithium-Ionen-Akkus (siehe Haupttext).
  • Ladetechnik: Ein Ersatz-Akku, kurze Ladezeiten und ein Ladegerät mit Ladestandanzeige sorgen dafür, dass die Maschine mehrere Stunden einsatzbereit ist.

Fazit: Wer nur ab und zu ein neues Möbel zusammenschraubt, kommt auch mit einem einfachen Akku-Bohrschrauber aus. Stehen längere und anspruchsvollere Arbeiten an, braucht es hingegen ein qualitativ besseres Gerät.

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