Solide Bodenwischer schon für knapp 10 Franken

saldo 18/2012 vom

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Bodenwischsysteme sind praktischer und gründlicher als Schrubber und Scheuertuch – das beweist der saldo-Test. Je nach Art des Schmutzes und des Fussbodens zeigen sie aber unterschiedliche Stärken und Schwächen.

Zu einem Wischsystem für Fussböden gehört der Tuchhalter, ein darauf aufgespannter Wischbezug sowie ein angeschraubter Besenstiel. Dank eines beweglichen Gelenks gleiten die Wischer auch in Ecken und unter Schränke. Zum Säubern wird der Bezug einfach abgenommen und ausgewaschen.

saldo wollte wissen, wie gut diese Systeme reinigen und wie praktisch sie sind (siehe Kasten «Testkriterien» auf Seite 22). Dazu wurden zehn Wischsysteme zwischen Fr. 9.90 und 147 Franken ins Labor geschickt. Zum Vergleich testete das Labor ein Set aus Schrubber und Scheuertuch mit.


Ha-Ra-System: Sehr gute Noten, aber extrem teuer

Ergebnis: Alle unter­suchten Wischsysteme wa­ren eindeutig besser als der klassische Schrubber. Und man muss nicht viel ausgeben, um ein funktions­tüchtiges Boden­wisch­system zu er­hal­ten. Mit der zweitbesten Note schnitt das Landi-Set der Marke Pabella ab. Es kostet unter 10 Franken – inklusive Feucht- und Staubwischbezug sowie Teleskopstiel.

Der Pabella-Wischer reinigte lockeren Schmutz auf PVC-Böden tadellos. Aber auch Badschmutz auf Plättli und Fettschmutz auf Parkett konnte der Wischer ganz ordentlich entfernen. Einziger Makel: Nach dem Waschtest zeigten sich beim Bezug starke Verfilzungen und Fusseln. Dadurch verschlechterte sich das Reinigungsergebnis deutlich. Bei einem Preis von Fr. 1.90 pro Wischbezug ist dieses Manko aber zu verschmerzen. Am besten kauft man mit dem System gleich einige Ersatzbezüge.

Das nur leicht bessere Ha-Ra-System kostet mit 147 Franken rund 15 Mal mehr. Dafür bietet es in sämtlichen Punkten gute oder sehr gute Noten. Das vom Hersteller empfohlene und mitgetestete Pflegemittel ist zwar teuer (17 Franken für 500 ml), aber auch sehr ergiebig. Der mit dem Spezialmittel gereinigte Boden trocknete streifenfrei und schnell ab. Wer sich die 57 Franken für den Ha-Ra-Wischbezug sparen will, hat Alternativen: Die Tücher von Coop Super Clean, Leifheit und Miobrill (alle rund 18 Franken) passen ebenfalls auf den Ha-Ra-Wischfuss.

Auch der Leifheit-Wischer erzielte in allen Kriterien gute Noten und landete gemeinsam mit dem dreimal teureren Ha-Ra-Modell auf Platz eins. Interessant: Obwohl der Wischer nach dem Wasch­test verfilzt und verfusselt war, litt die Reinigungsleistung nur unwesentlich. Das Aussehen ist also nicht unbedingt ein Hinweis auf die Leistungsfähigkeit.

Dies kann man von den Bodenwischern von Pabella, Farilia und Peggy Perfect nicht behaupten. Schrumpfungen, Verfilzungen und Fusseln der gewaschenen Mikrofasertücher führten zu deutlich sichtbaren Streifen und Rückständen. Dazu Matthias Fieles von der Firma Leo Meier, Hersteller von Peggy Perfect, dem Schlusslicht im Test: «Es muss in diesem Preissegment hingenommen werden, dass ein Wischbezug nach 50 Maschinenwäschen Qualitätseinbussen hat.»

Ebenfalls «ungenügend» zeigte sich Peggy Perfect bei der Trocknungszeit und den Rückständen. Auf der verspiegelten Testfläche kam es zu starker Streifenbildung und Schmierstellen. Dieselben Probleme hatten die Wischer der Marken Unger und Miobrill (Migros).

Bei dem Wischsystem von Miobrill traten ebenfalls Streifen und Schmierstellen auf. Dazu Urs Peter Naef von der Migros: «Microfaser-Wischer werden vielfach ohne zusätzliche Reiniger angewendet.» Im Test zeigten aber etliche andere Produkte, dass sie auch in Kombination mit einem Allesreiniger streifenfrei reinigen. Herausragend hier die Leistung des Super-Clean-Mikrofaser-Bezugs von Qualité & Prix, der sich durch eine besonders schnelle und streifenfreie Reinigung auszeichnete.

Erfreulicherweise liessen sich fast alle Wischsysteme gut handhaben. Einzige Ausnahme: Beim Unger musste der Wischer von Hand am Halter befestigt und per Druckknopf verschlossen werden. Insbesondere das Entfernen des Tuchs empfanden die Tester als mühsam, da sich der Druckknopf nur schwer öffnen liess.     


Testkriterien

Das Ipi-Institut in Stuttgart hat zehn Bodenwischsysteme (Stiel, Halter, Wischbezug) auf folgende Kriterien getestet:


Reinigungsleistung:

Gemäss Herstellerangaben wurden mit einem Allzweckreiniger (Meister Proper) verschiedene Schmutzarten und Oberflächen gereinigt: Lockerer, feinkörniger Schmutz (Kaffeepulver, Zucker, Mehl) auf PVC, angetrockneter Badschmutz (Flusen, Haare, Seife, Kalk und Zahnpasta) auf Plättli und Fettschmutz auf Parkett. Anschliessend überprüften die Experten die jeweilige Reinigungsleistung. In einem separaten Test wurden auf einer Spiegelfläche Abtrocknungsdauer und Trockenrückstände bewertet.


Handhabung:

Die Tester überprüften die Vorbereitung (Zeitbedarf, Arbeitsschritte), den Gebrauch (Gewicht, Beweglichkeit, Ecken und Kanten, Anfeuchten, Auswringen, Wechsel des Wischbezugs) sowie die Reinigung des Systems.


Waschbeständigkeit:

Die Wischbezüge wurden 50 Mal bei 60 Grad gewaschen. Anschliessend überprüften die Tester die Bezüge auf Einlaufen, Ausfransen und Entfärben. Ausserdem wurde getestet, ob die gewaschenen Bezüge noch genauso gründlich wischen wie im Neuzustand.

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