Nur die Hälfte isoliert sehr gut

saldo 11/2012 vom

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Kühlboxen sollen Getränke und Lebensmittel lange frisch halten. Das schaffen nicht alle. Und manche Modelle sind zu wenig robust. Das ergab der saldo-Test.

Wenn die Temperaturen in die Höhe klettern, leistet eine Kühlbox gute Dienste. Im Idealfall bleiben Getränke über mehrere Stunden kühl. Und Lebensmittel verderben weniger schnell.

saldo wollte wissen, wie es um die Qualität der Kühlboxen bestellt ist, und schickte je fünf Modelle mit und ohne Strombetrieb ins Labor. Dort prüften die Experten die technischen Eigenschaften sowie die Handhabung (siehe Kasten «So wurde getestet»).


Strombetriebene Boxen: Entladeschutz fehlt bei allen

Resultat: Keines der getesteten Produkte erreichte eine Spitzennote. Bei den Modellen ohne elektrische Kühlung erhielten immerhin drei Boxen die Note «gut»: Campingaz Icetime, Giostyle Fantasy und Ezetil SF 25. Alle anderen Produkte waren nur genügend. Bei Boxen mit elektrischer Kühlung liegt dies vor allem daran, dass keines der Modelle über einen Entladeschutz verfügt. Das bedeutet: Bleibt die Kühlbox zu lange an eine Autobatterie angeschlossen, kann sich die Batterie entleeren – und der Fahrzeugmotor springt nicht mehr an. Keine der getesteten Boxen verfügt über einen Batteriewächter, der vor einer Entladung schützt. Deshalb wurden bei allen Geräten 0,4 Punkte abgezogen.

Bei den Modellen ohne elektrische Kühlung schnitt die Box von Campingaz am besten ab. Sie glänzt als einzige in dieser Kategorie mit einer sehr guten Note bei der Isolationsfähigkeit: Speisen und Getränke bleiben länger kühl als in den anderen Boxen. Im Test hatte sich das Kühlgut in vier Stunden um nur 3 Grad erwärmt – bei einer Aussentemperatur von 35 Grad Celsius. Die Kühlboxen Iceberg von Migros und diejenige von Landi erreichten bei der Isolationsfähigkeit nur genügende Noten. Hier erwärmte sich das Kühlgut in der gleichen Zeit um mehr als 5 Grad.


Robustheit: Kunststoff und Griffe sind nicht sehr stabil

Rein optisch machen alle Kühlboxen einen robusten Eindruck. Doch der Schein trügt: Lässt man eine zu zwei Dritteln gefüllte Box aus 50 Zentimetern Höhe fallen, bleibt kaum ein Modell ohne Schaden. Fast überall war danach der Kunststoff verformt oder gebrochen. Auch die Stabilität der Griffe lässt zu wünschen übrig. Iceberg erreichte als einziges Modell beim Kriterium Robustheit ein «sehr gut». Auch der Box Giostyle konnte der Falltest nichts anhaben. Allerdings sind die Griffe nicht sehr stabil. Das ergibt die Note «gut».

Bei der Handhabung ist die Testbilanz ebenfalls durchmischt. Einzig Campingaz Icetime erreicht knapp eine gute Note. Ihr Vorteil gegenüber den anderen Boxen: Sie lässt sich sehr gut reinigen.

Schwachpunkt bei den meisten Boxen sind die Griffe: Sie liegen schlecht in der Hand. Das ist mühsam, wenn eine voll beladene Box getragen werden muss.

Thermoelektrische Kühlboxen lassen sich auch verwenden, ohne dass sie am Strom angeschlossen sind. In drei Fällen ist ihre Isolationsfähigkeit sogar besser als bei den stromlosen Boxen: Ezetil E 26 Eco Cool Energy, Intertronic Cool Box 24 L und Mobicool U 26 halten den Inhalt am längsten kühl. Verglichen mit den andern Boxen haben Geräte mit Stromanschluss aber den Nachteil, dass sie voluminöser und schwerer sind. Der im Deckel untergebrachte Kühlmechanismus braucht viel Platz und ragt zum Teil in die Box hinein.


Vorkühlen zu Hause nur mit Stecker fürs normale Stromnetz möglich

Die Modelle mit elektrischer Kühlung lassen sich alle via den Zigarettenanzünder des Autos (12 V) betreiben. Ezetil, Intertronic und Mobilcool kann man zudem zu Hause an der Steckdose anschliessen. Das hat den Vorteil, dass die Box am Stromnetz vorgekühlt werden kann und so die Autobatterie weniger belastet. Am besten funktioniert die elektrische Kühlung bei Ezetil und Mobicool: Sie erreichten sehr gute Noten. Die Boxen von Intertronic und Tristar waren hier nur genügend.

Wer eine elektrische Kühlbox kauft, muss wissen, dass Kühlelement und Ventilator Geräusche erzeugen. Am leisesten arbeitet Intertronic. Vergleichsweise laut sind Ezetil und Mobicool.


So wurde getestet



Technische Prüfung

  • Isolationsfähigkeit: Die Box wurde zur Hälfte mit 5 Grad kaltem Wasser gefüllt und in einen Klimaschrank (35 Grad) gestellt. Nach vier Stunden massen die Experten die Wassertemperatur.
  • Robustheit: Verformt sich der Griff, wenn die Box zu zwei Dritteln mit Sand gefüllt und längere Zeit angehoben wird? Übersteht der Boden Stürze schadlos?
  • Nutzvolumen/Leergewicht: Die Tester ermittelten das Verhältnis zwischen Fassungsvermögen und Gewicht der Boxen.
  • Elektrische Kühlung: Gemessen wurde die Temperatur bei Strombetrieb nach einer und nach vier Stunden im Innern der Box. Zudem ermittelten die Tester den Stromverbrauch sowie das Geräusch.



Handhabung

  • Box, Griff, Deckel: Lässt sich der Deckel ohne Mühe öffnen, kann er zum Befüllen genügend aufgeklappt oder abgenommen werden? Lässt sich die Box gut tragen, wenn sie mit sechs Flaschen gefüllt ist?
  • Verarbeitung/Anleitung: Wie ist die Box gefertigt? Genügen die Gebrauchsinformationen?
  • Reinigung: Lassen sich Box, Deckel und Griffe problemlos reinigen?Kippstabilität: Wie schnell kippt die gefüllte Box um, wenn sie uneben steht?



Tipps: Kühltasche als Alternative


Kühlboxen sind gross und brauchen viel Platz. Platzsparend sind faltbare Kühltaschen. saldo hat deshalb zum Vergleich mit den Kühlboxen eine Kühltasche mitgeprüft: Migros Giardino, 25 Liter, für Fr. 29.90. Resultat: Bei der Isolationsfähigkeit kann die Kühltasche zwar nicht mit den Boxen mithalten, aber sie erreicht immerhin noch eine genügende Note. In Sachen Robustheit und Handhabung ist sie den Boxen überlegen. Den Falltest überstand die Tasche schadlos. Ein grosser Vorteil der Kühltasche ist das Gewicht: Sie wiegt nur gut 800 Gramm. Eine stromlose Kühlbox bringt rund 2 Kilogramm auf die Waage, eine strombetriebene gar 4 Kilogramm. Die Tipps dazu:

  • Ob Tasche oder Box, Lebensmittel oder Getränke vorkühlen und tiefgekühlte Kühlelemente verwenden. So bleiben die Sachen länger kühl.
  • Kühlgut möglichst mit Kühlelementen bedecken. Sind die Elemente auf dem Boden der Box, ist die Kühlwirkung geringer.
  • Behälter möglichst an den Schatten stellen.
  • Deckel nur kurze Zeit öffnen. Gelangt warme Luft in die Box, bildet sich Kondenswasser.
  • Elektrische Kühlboxen nicht zu voll packen. Die Luft sollte zur Kühlung zirkulieren. Lüftungsgitter nicht abdecken.
  • Nach Gebrauch die Kühlbox gründlich reinigen und offen trocknen lassen. Ansonsten droht Schimmelgefahr.
  • Elektrische Kühlbox: Beim Kauf darauf achten, dass das Kabel lang genug ist, damit sich die Box bei Bedarf auch im Kofferraum betreiben lässt.
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