Mamis Urteil: No Buggy's perfect

K-Tipp 7/2004 vom

von

Zu wenig robust, auf der Treppe eine Zumutung, schwer manövrierbar: Alle acht leichten Kinderwagen im Test hatten ihre Schwächen.

Kind rein, Kind raus, Einkaufstasche in den Korb, Rattern übers Kopfsteinpflaster, aufs Trottoir und wieder runter auf die Strasse. Kinderwagen müssen viel aushalten, entsprechend robust sollten sie auch konstruiert sein. Besonders dann, wenn der kleine Passagier schwerer ist als 15 Kilo - dieses Gewicht muss ein Wagen nach europäischer Norm aushalten - oder eine Tasche mit Einkäufen am Buggy befestigt ist. Grosse Luxuswagen, zum Beispiel die 3-rädrigen «Jogger», sollten solche Belastungen einfach wegstecken können. Buggys hingegen bekommen bei derlei Belastungen bald einmal Mühe.

Denn diese Kindertransporter sollen ohne Aufwand und möglichst platzsparend zusammengeklappt werden können. Sie müssen leicht sein - den Kleinen trotzdem einen bequemen Sitz bieten und hin und wieder fürs Mittagsschläfchen das Bett ersetzen.
Der K-Tipp hat acht Buggys im deutschen Ipi-Institut für Produktforschung und -information untersuchen lassen. Zuerst führten die Laborexperten umfangreiche Sicherheitsprüfungen durch. Im zweiten Teil durchliefen fünf Mütter mit ihren Kindern einen Parcours, um die Wagen auf ihre Praxistauglichkeit zu prüfen (siehe «So testeten ...»).
Obwohl der Test bei allen Wagen Schwächen in einzelnen Prüfkriterien zu Tage förderte, ergaben sich im Gesamturteil deutliche Unterschiede.


Bei Treppen haben zwei «Gute» Mühe

Testsieger mit dem Gesamturteil «gut» wurde ein Wagen der mittleren Preisklasse: Top Mark Stroller für rund 130 Franken, eingekauft bei Toys'R'us.

Beim wichtigsten Prüfpunkt, bei der Beschaffenheit der Stangen und Rohre, aber auch bei den Bremsen, war dieses Modell makellos. Mässig hingegen schnitt es bei den Kriterien Quetschgefahr beim Zusammenlegen und Kippgefahr ab.
Die einzige ungenügende Note holte sich der Wagen bei der Treppentauglichkeit: Zieht man ihn rückwärts die Treppe hoch, stösst er an der Bremse an, statt auf den Rädern zu rollen. So ist man gezwungen, den Wagen zu tragen, auch wenn der Rücken schmerzt. Als «mangelhaft» stuft Swen Richert, der Prüfverantwortliche beim Ipi, die bauliche Ausführung der Bremse beim Stroller und drei weiteren Wagen ein: «Vier Modelle beweisen, dass es deutlich bessere Lösungen gibt.»

Die Schwächen des zweitplatzierten Go Baby Zenith liegen bei den lotterigen Bremsen und beim Transport in zusammengeklapptem Zustand. Der drittplatzierte Trolly von Abc Design war wie der Testsieger auf der Treppe schlecht.

Ein Wort zum Hauck Sprint 5: Nach Punkten wäre dieser Buggy Testsieger. Doch weil er gleich bei zwei Kriterien «ungenügende» Noten bekam, wurde er um eine Stufe abgewertet. Die Gurten lassen sich schlecht verstellen - vor allem aber ist er schwer zu steuern.
Auch der Maxi Taxi wurde abgewertet: «ungenügend» beim Zusammenfalten/Aufklappen, beim Transport sowie der Treppentauglichkeit. Maxi Taxi fällt etwas aus dem Rahmen, weil die Babyschale «Maxi Cosy» aufsetzbar ist. Man kann den Buggy auch nicht zu einer Säule zusammenlegen wie die anderen Modelle, sondern nur falten. Mit fast acht Kilo ist er zwar am schwersten, dafür am solidesten gebaut.

Ebenfalls um eine Stufe abgewertet wurde Mirage von Graco, der schwächste der getesteten Wagen. Bei der Sicherheits- und Stabilitätsprüfung verbogen sich die Stangen. Der Buggy geht bei häufigem Anheben oder auch bei leichten Stössen gegen den Bordstein leicht kaputt. Unverständlich ist für Prüfleiter Richert die Wahl der Rohre: «Mit leicht stärkeren Rohren wäre das Modell deutlich robuster.» Stärkere Rohre würden kaum Nachteile mit sich bringen, so Richert, der Wagen wäre nur unwesentlich schwerer.

Auch der zweite Buggy aus der Migros, Milette Delta, liess sich verbiegen, erreichte aber gerade noch eine genügende Note.


Normen erfüllt - und doch nicht gut

Graco weist in seiner Stellungnahme darauf hin, dass der Wagen alle Normen erfülle. Stimmt, nur: «Diese sind hier nicht streng genug», sagt Prüfleiter Richert. «Im Alltag sind die Anforderungen an Robustheit und Tragfähigkeit höher.»

Die Buggys sind meist für Kinder von 6 Monaten bis 3 Jahre, einige für Kinder bis zu 5 Jahren konstruiert. «Gleichzeitig sind die Buggys aber für ein Maximalgewicht von 15 bis 18 Kilo gebaut», bemängelt auch Hans-Rudolf Wehrli, Inhaber des Bébéhauses Wehrli in Zürich und Winterthur.
In diesem Alter können Kinder ohne weiteres schwerer und grösser sein. «Kommen Einkaufstaschen hinzu, ist der Wagen der Belastung nicht mehr gewachsen.»



Sind die Buggys sicher - und wie bewähren sie sich im Alltag?

Unterwegs mit dem Auto, im Flugzeug, per Bahn - oder auch nur für den Weg in die Krippe: Je einfacher sich ein Kinderwagen unterwegs zusammenlegen lässt, desto besser. Dieses und andere Kriterien hat das Institut Ipi bewertet. Acht Buggys wurden untersucht:
- Ist der Buggy robust, lassen sich die Stangen auch bei stärkerer Belastung nicht verbiegen?
- Rollt er bei eingerasteter Bremse unter keinen Umständen weg? Kann sich die Bremse lösen?
- Kann man sich beim Zusammenlegen die Finger einklemmen?
- Kippt der Buggy, wenn Taschen an der Stange hängen und das Kind aussteigt?
Fünf Mütter absolvierten mit jedem der acht Kinderwagen einen Parcours mit alltäglichen Situationen:
- Kann man den Buggy einfach zusammenfalten und wieder aufklappen?
- Ist das Transportieren des Gefährts zusammengeklappt unproblematisch? Kann es nicht von allein aufklappen?
- Lässt sich der Gurt problemlos öffnen? Ist die Gurtschnalle so konstruiert, dass sie Kleinkinder nicht, Erwachsene aber ohne Mühe öffnen können?
- Wie lässt sich der Buggy steuern?
- Kann man ihn rückwärts die Treppe hochziehen? Kommen die Bremsen in die Quere?

(rom)



Archiv im Netz

Unter www.ktipp.ch finden Sie sämtliche Tests aus dem K-Tipp seit Januar 2000. Der Bezug eines Tests im PDF-Format (inkl. Tabellen) kostet 3 Franken.
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Kommentare

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von Bambini am
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