Makellose Luxuskarossen für die Kleinen

K-Tipp 17/2008 vom | aktualisiert am

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Kombi-Kinderwagen lassen sich von der Liege- bis zur Sitzposition verstellen – eignen sich also für Babys und Kleinkinder. Diese Modelle sind meist teuer, aber auch luxuriös. Ein Wagen von der Migros ist günstig und gut.


Einen Kinderwagen für nur 6 Monate, bis das Baby sitzen kann: Das war früher notwendig. Seit die «mitwachsenden» Kombi-Kinderwagen erhältlich sind, hat sich das Problem verlagert, aber nicht unbedingt gelöst: Die Hersteller haben zwar aus zwei Fahrzeugen ein einziges gemacht. Die Kleinkinder sitzen im gleichen, umgebauten Wagen, in dem sie als Baby lagen. Doch ein Kombiwagen kostet häufig fast so viel wie früher beide Kinderwagen zusammen. Immerhin ist er clever gebaut und bietet zum Teil Luxus wie Scheibenbremsen und Federungen in alle Richtungen.

Ob die Luxuskarossen die hohen Erwartungen erfüllen, wollten K-Tipp und Kassensturz herausfinden: Sie haben zehn Kombiwagen gekauft und getestet. Acht davon kosten zwischen 999 und 1599 Franken. Dazu kommen zwei deutlich günstigere Modelle: eines von Toys’R’Us für rund 650, das andere von der Migros für 390 Franken. Untersucht wurden die Kinderwagen im deutschen Prüflabor Ipi – Institut für Produktforschung und Information.

Wer glaubt, die beiden letzten Modelle könnten nicht mithalten, irrt. ABC Design von Toys’R’Us ist gleich gut wie Stokke Xplory, das teuerste Gefährt im Test (Fr. 1599.–). Der Migros-Kinderwagen Hoco erreichte sogar den vierten Platz. Einzige Kritikpunkte: Er dürfte für grosse Kinder – wegen der kleinen Sitzfläche – nicht geeignet sein. Und grossgewachsene Eltern stossen sich beim Schieben die Füsse am Wagen.


Sehr gute Wagen: Da stimmen auch Details

Vor Hoco platzieren sich drei Modelle, die je über 1000 Franken kosten. Die drei «sehr guten» Wagen – Teutonia Mistral S07, Hartan Skater und One Tree Hill Urban Jungle – erhielten in keinem einzigen Prüfpunkt eine Note unter 5.

Alle anderen Modelle sind «gut». Das ist für Swen Richert vom Testlabor Ipi fast selbstverständlich: «Es wäre eine Frechheit bei den hohen Preisen, wenn die Wagen nicht aus hochwertigen Materialien gebaut und sauber verarbeitet wären.» Dennoch: Die Erfahrung aus unzähligen Tests lehrt, dass auch teure Produkte versagen können.

Trotz der durchwegs guten Gesamturteile vergaben die Versuchspersonen im Praxistest in einigen Punkten «ungenügende» Noten:

  • Der letztplatzierte Chicco Trio S3 sei mühsam zu transportieren. Ihn zusammenzuklappen, geht nur, indem man ihn z. B. gegen eine Wand drückt.
  • Das Gepäckfach des ABC Design 3-Tec befanden die Testerinnen – alles Mütter mit Kindern, die zwischen 4 und 12 Kilo wiegen – klar als zu klein.
  • Auch beim teuren Stokke gebe es zu wenig Stauraum. Zudem sei der Wagen zusammengeklappt «immer noch sehr gross».

Beim Babyjogger war es schwierig, beim Zusammenklappen das Vorderrad zu entfernen.

Der TFK-Geschäftsführer Stefan Erber schreibt zu den Testresultaten, der geprüfte Joggster Twist sei bereits ein Jahr alt. «Deshalb sind gewisse Details, die laufend verbessert werden, noch nicht enthalten.» Und: Dieses Modell werde «üblicherweise für 819 Franken angeboten».


So wurde getestet

Das Ipi – Institut für Produktforschung und Information – hat zehn Kinderwagen im Labor und in der Praxis untersucht. Die Testkriterien waren:

  • Standfestigkeit: Der beladene Wagen wurde zur Prüfung von Stabilität und Kippsicherheit auf einer schrägen Fläche positioniert.
  • Feststellbremse: Schnappt sie gut ein?
  • Verletzungsgefahr: Kann man sich irgendwo stechen oder – beim Zusammenklappen – quetschen?
  • Steuern: Wie gut lässt sich der Kinderwagen um Hindernisse manövrieren?
  • Trottoirkante: Wie viel Kraft ist zum Anheben des Wagens nötig?
  • Zusammen- und Auseinanderklappen: Wie lassen sich die Verriegelungsmechanismen betätigen? Wie viel Kraft brauchts beim Zusammen- und Auseinanderklappen? Wie stehts mit der Transportsicherung?
  • Transport: Wie lässt sich der Wagen zusammengeklappt tragen (unbeabsichtigtes Aufklappen, Gewicht) und ins Auto laden?
  • Stauraum: Wie gross und praktisch ist das Staufach?
  • Komfort: Sind Liegefläche und Sitztiefe ausreichend, Gurten gepolstert?
  • Verstellen von Rückenlehne/Schieber: Lassen sie sich gut verstellen, auch in der Höhe? Ist alles praktisch angeordnet (Zugänglichkeit, Position)?



Kinderwagen-Kauf: Darauf sollten Sie achten

Ein Kinderwagen sollte qualitativ gut sein, aber auch Ihre persönlichen Bedürfnisse erfüllen. Diese Tipps erleichtern Ihnen den Kaufentscheid:

  • Ist der Wagen einfach zu manövrieren und wendig? Das ist bei engen Platzverhältnissen wichtig.
  • Lässt er sich Treppen hochziehen? 
  • Mit grösseren Vorderrädern bleibt man weniger schnell stecken. Je grösser die Räder, desto unproblematischer ein unebener Untergrund.
  • Reifen zum Aufpumpen sind elastischer und angenehmer. Hohlkammerreifen sind robuster und können keinen «Platten» einfangen.
  • Grösse: Passt der Wagen in Bus und Zug, zusammengelegt auch ins Auto? Wer oft öffentliche Verkehrsmittel benutzt, sollte keinen allzu breiten Wagen kaufen. Probieren Sie das Zusammen- und Aufklappen im Laden selber aus.
  • Ist die Lenkstange auf einer praktischen Höhe? Die meisten Lenker sind verstellbar. Gepolsterte Griffe sind angenehm, die Polster können aber auch kaputtgehen.
  • Viele Wagen haben keine Laufbremse. Vor allem beim Abwärtsgehen ist sie aber ein angenehmes Extra.
  • Wie weit lässt sich die Liegelehne hinunterklappen?
  • Alle Stoffteile müssen abnehmbar und waschbar sein.
  • Stecken Sie im Laden Jacke und Tasche ins Gepäckfach, um das Volumen zu prüfen.
  • Klären Sie ab, ob es Ersatzteile gibt und wie lange sie verfügbar sind. Verlangen Sie eine schriftliche Garantie.
  • Ein guter Regenschutz (oft im Preis inbegriffen) lässt sich vorne mit Reissverschluss öffnen. So kann man das Kind aus dem Wagenheben, ohne mit dem nassen Überzug hantieren zu müssen.
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