LED-Spot an – und bis zu 90 Prozent Strom sparen

K-Tipp 07/2012 vom 4. April 2012

von Armin Braunwalder

Gute LED-Spots brauchen den Vergleich mit Halogen-Spots nicht zu scheuen. Das zeigt ein aktueller Test. Bei der Deklaration hapert es noch.

Licht emittierende Dio­den (LED) sind angeblich das Leuchtmittel der Zukunft: Hoch effizient, brillante Lichtqualität, noch längere Lebensdauer als Sparlampen – mit solchen Eigenschaften wird eine mittlerweile unüberschaubare Zahl von LED-Lampen beworben.

Doch halten die Produkte, was sie versprechen? Lichtexperte Stefan Gasser von der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz hat in Zusammen­arbeit mit dem Bundesamt für Metrologie für den ­K-Tipp zehn LED-Spots getestet. Die verschiedenen Tests sollten zeigen, ob die Produkte tatsächlich als Ersatz für Halogenspots taugen (Details siehe «So wurde getestet»). Geprüft wurden deshalb auch vergleichbare Halogenspots mit Leistungen von 35 bzw. 50 Watt. Sie stammen aus dem untersten Preissegment.


Nur ein LED-Spot schnitt sehr gut ab

Die Testresultate: Sehr gut schneidet einzig der 4-Watt-LED-Spot Delta-Lux 400 D von Onlux für Fr. 40.– ab (siehe Tabelle). Er gibt gleich viel Licht (Lumen) ab wie der gemessene 35-Watt-Halogenspot, eignet sich also bestens als Ersatz. Zudem ist die Energieeffizienz des LED-Spots mit einer Lichtausbeute von 55 Lumen pro Watt sehr viel ­höher. Das ergibt eine Stromeinsparung von 90 Prozent. Auch die Lichtfarbe ist sehr angenehm. Sie entspricht der glüh­lampenähnlichen Farbtemperatur Warmweiss.

Ebenfalls gut ist der LED-Spot Bijou-Lux. Er hat mit 53 Lumen pro Watt eine hohe Lichtausbeute, gibt warmweisses Licht ab und erzielt eine gute Farbwiedergabe. Florett bringt es ebenfalls auf die Gesamtnote «gut». Bei der Farbwiedergabe liegt er allerdings knapp unter dem geforderten Mindestwert – und erhielt in diesem Kriterium nur ein ­«genügend».

Eine gute Gesamtnote gabs zudem für den Master 5.5W von Philips. Im ­Vergleich zum 35-Watt-Halogenspot liegt der Stromverbrauch 80 Prozent tiefer. 

Bei den leistungsstärkeren LED-Spots erzeugt der PAR16 von Megaman mit 8 Watt mehr Licht als der vergleichbare Halogenspot mit 50 Watt. Mit 53 Lumen pro Watt ist die Energieeffizienz des Megaman-Spots mehr als siebenmal höher. Gut ist auch die Farbtemperatur. Sie liegt im Bereich, der als warmweiss gilt. Nur genügend war die Farbwiedergabe.


Hohe Farbtemperatur gibt bläuliches Licht

Gute Resultate brachten auch die Messungen beim Master LED Spot 7W von Philips. ­Neben einer hohen Energieeffizienz und guter Farbwiedergabe waren bei der Farbtemperatur gewisse Abstriche zu machen. Sie ist mit 3108 Kelvin etwas zu hoch.

Je höher die Farbtemperatur, desto bläulicher oder kälter erscheint das Licht. «Im Wohnbereich sind 2700 bis 2800 Kelvin ­gefragt, wie bei Glüh- oder Halogenlampen», sagt Lichtexperte Stefan Gasser.

Bei keinem Testprodukt waren auf der Verpackung alle für den Test verlangten Angaben deklariert. Zudem zeigten die Messungen zum Teil erheb­liche Abweichungen von den deklarierten Werten.


Lichtstärke oft nicht korrekt deklariert

Die grössten Differenzen gab es bei der Lichtstärke. So gibt etwa Megaman für den 7-Watt-Spot auf der Verpackung eine Lichtstärke von 600 Candela an – gemessen wurden 427, also knapp 30 Prozent weniger. Beim Spot von GE (General Electric) wird die Leistung mit 7 Watt deklariert. Gemessen wurden 5,9 Watt – 15 Prozent weniger. Es gibt aber auch das Umgekehrte: Laut Verpackungsdeklaration beträgt die vom Onlux-Spot Delta-Lux abgegebene Licht­men­ge 185 Lumen. Die Messung ergab jedoch 209 Lumen. Auch die Energieeffizienz ist mit 55 Lumen pro Watt klar höher als ange­geben (46 Lumen/Watt).


Auf lange Sicht günstiger als Halogen

Schaut man auf die Preise, wird klar: LED-Spots sind sehr viel teurer als Halogenspots. Zum Vergleich: im Schnitt zahlt man für LED-Spots mit 8 Watt zehnmal mehr. Berücksichtigt man jedoch die lange Lebensdauer – bei 750 Stunden Einsatzzeit pro Jahr sollen sie 26 Jahre halten – und den geringen Stromverbrauch, kommen sie dennoch günstiger zu stehen.

Tipp: Weitere effiziente LED-Spots und -Leuchten finden Sie im Internet unter www.topten.ch.

«Saldo» testet in der Aus­gabe vom 9. Mai ebenfalls LED-Lampen. Allerdings werden noch weitere Kriterien beurteilt, zum Beispiel  Lebensdauer,  Elektrosmog und Schaltfestigkeit.


So wurde getestet

Lichtexperte Stefan Gasser von der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz prüfte bei zehn ­häufig verkauften LED-Lampen den Informationsgehalt der Deklaration. Zudem wurden mit einem sogenannten Goniophotometer – einem speziellen Messgerät des Bundesamts für ­Metrologie – nach den international gültigen Normen jeweils parallel vier Typen desselben Fabrikats ausgemessen.

Die Messergebnisse hat der Fachmann mit den folgenden Testkriterien verglichen:

  • Lichtstrom (Lumen):  mindestens 200 Lumen. Der Lichtstrom ist die gesamte Lichtmenge, die eine ­Lampe abgibt.
  • Lichtausbeute, Lumen pro Watt (lm/W): mindestens 40 lm/W. Das ist das Mass für die Energieeffizienz. Damit wird die erzeugte Lichtmenge pro verbrauchtem Watt berechnet.
  • Lichtstärke (Candela): mindestens 500 Candela. Damit geben die Hersteller die Lichtintensität am hellsten Punkt an. Sie ist abhängig davon, wie breit das Licht abgestrahlt wird. Je breiter der Winkel, ­desto geringer die Lichtstärke.
  • Farbtemperatur (Kelvin): maximal 3200 Kelvin. 2700 bis 2800 Kelvin entsprechen warmweissem Licht, wie man es von Glühlampen gewohnt ist. Je höher die Farbtemperatur, desto höher die Effizienz. Mit zunehmender Farbtemperatur wird das Licht jedoch immer bläulicher und in der Wahrnehmung kälter.
  • Farbwiedergabeindex (Ra): mindestens 80 Ra. Je höher dieser Index, desto natürlicher erscheinen die Farben. Zum Vergleich: Halogen­lampen haben einen Index von ­gegen 100 Ra.


Bewertet wurden die Resultate für die Lichtausbeute (Energieeffizienz) mit 50 %, diejenigen für Farbtemperatur und -wiedergabe mit je 25 %.

Nicht benotet wurde die Licht­stärke. Die Abstrahlwinkel der verschiedenen Produkte waren zu unterschiedlich und damit nicht direkt vergleichbar.

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Kommentare

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von superheld am
11.04.2012, 15:12

Kritik

Die Abstrahlwinkel waren zu unterschiedlich, ist doch aber ein wichtiges Kriterium, leider fehlt diese Angabe in der Tabelle. Ob die Ausleuchtung gleichmässig oder mit Flecken ist hätte man auch noch testen können. Die Abweichungen der Werte sind auch nicht in der Tabelle, mühsam muss man alles aus dem Text herauspicken. Die Auswahl ist auch dürftig, vermutlich gibt es mittlerweile auch gute Modelle von anderen Herstellern.

von yzorgone am
05.04.2012, 12:55

LED mit angenehmer Farbe

Sehr interessanter Artikel.. habe jedoch etwas anzufügen. Ich habe selbst einige Zeit LEDs getestet. Bin dabei zum schluss bei der 7Watt 2700K 36D 12VAC Dimmable von Philipps gelandet. (7GM6DAAAAAA) Sie würde sicher im vorderen Feld ihres Tests mitspielen wenn nicht siegen. Nur die Preise die sie im Heft angeben kann ich nicht ganz verstehen. Klar kostet die besagte Birne hier im Laden um die 40.- Franken... Aber für was gibt es internet, wenn nicht zum Preise vergleichen! Ich konnte ihren Testsieger für 50Watt Halogen-Ersatzbirnen zum Bruchteil des besagten Preises erstehen. http://www.alibaba.com/product-gs/496616275/Philips_LED_7W.html http://www.alibaba.com/product-gs/496623889/PHILIPS_MASTER_LED_7W_GU10.html mit freundlichen Grüssen Yvo W.

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