In zwei Pfannen bleibt garantiert nichts kleben

K-Tipp 01/2012 vom | aktualisiert am

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Wieso fast 200 Franken für eine beschichtete Bratpfanne zahlen! Der neue K-Tipp-Test zeigt: Für 30 Franken gibts eine «gute», für rund 60 Franken sogar eine «sehr gute» Pfanne!

Eine antihaftbeschichtete Bratpfanne gibts in ­jedem Haushalt, meist sogar mehrere Modelle in verschiedenen Grössen. Der K-Tipp hat 14 häufig verkaufte Pfannen mit Preisen von 10 bis knapp 200 Franken getestet. Alle haben einen Durchmesser von 28 Zentimetern. Gefertigt sind die meisten Pfannen entweder aus Alu­mi­nium oder aus Edelstahl. Die Antihaftbeschichtung besteht oft aus Teflon oder Keramik. Alle Pfannen kann man auf Gas-, Elektro- und Glas­keramikherden einsetzen. Einige sind sogar induk­tionstauglich (siehe Vermerk in der Tabelle).

«Sehr gut» waren nur zwei Pfannen, beide sind keramikbeschichtet: WMF Ceradur Profi und Mepra Fantasia. Die WMF-Pfanne ist mit 198 Franken die teuerste im Test. Gleich gut, aber mit knapp 60 Franken viel günstiger ist die Mepra-Pfanne.


Günstigstes Produkt nur «genügend»

Sieben Testprodukte erreichten ein gutes Gesamturteil, darunter auch zwei Pfannen, die weniger als 30 Franken kosten: die Coop-Bratpfanne Induc­tion und die Ikea 365+. Fünf Pfannen erzielten bloss ein genügendes Gesamturteil – unter ihnen die günstigste Pfanne im Test: MBudget für knapp 10 Franken.

Die Testresultate im Detail: Sind die Bratpfannen neu, funktioniert die Antihaftbeschichtung bei allen Produkten tadellos. Das Bratgut gleitet, ohne zu kleben, mühelos aus der Pfanne. Nach dem Belastungstest (siehe Seite 14, «So wurde getestet») ist die Situation allerdings ­anders. Denn bei einigen Mo­dellen lässt die Qualität der Beschichtung zu wünschen übrig. Bei Bialietti Alluminia Fusion, Tefal Logics, der Coop-Bratpfanne Cucina und der MBudget-Pfanne blieb die Omelette teilweise kleben. Drei Pfannen haben den Belastungstest hingegen praktisch schadlos überstanden: Mepra Fantasia, WMF CeraDur und Demeyere Ecoglide.


Wärmeverteilung teils nicht optimal

Ein wesentliches Merkmal ­einer guten Bratpfanne ist die Wärmeverteilung. Nur wenn diese gleichmässig ist, gelingt das Braten optimal. «Sehr gut» schnitten in diesem Kriterium drei Produkte ab: WMF CeraDur, Mepra Fantasia und Kuhn Rikon Premium Induction. Bei zwei Pfannen ist die Wärmeverteilung ungleichmässig, weshalb sie nur genügende Werte erzielten: Demeyere Ecoglide und Tefal So Tasty.

Ebenfalls wichtig ist die Stabilität des Bodens. Er sollte möglichst eben bleiben, wenn er erhitzt wird. Nur so kann die Energie optimal genutzt werden. Auch wenn die heisse Pfanne mal mit kaltem Wasser abgeschreckt wird, sollte sich der Boden nicht durchbiegen. Ein «sehr gut»  schafften WMF CeraDur, Mepra Fantasia, Kuhn Rikon Premium ­Induction, Migros Titan, Kuhn Rikon Gusto Star, Coop Induc­tion, Demeyere Ecoglide und Bialetti Alluminia ­Fusion.

Bei zwei günstigen Pfannen Coop Cucina und ­Migros MBudget ist die Bodenqualität ungenügend: Bei beiden war der Boden nach dem Abschrecken nach aussen gebogen. Coop-Sprecher Urs Meier rechtfertigt das schlechte Abschneiden damit, dass es sich um die günstigste Pfanne mit dem dünnsten Boden handle. Migros-Sprecherin Martina Bosshard hält den Abschrecktest für extrem und betont, dass die M-Budget-Pfanne bei normalem Gebrauch eine Lebensdauer von rund zwei Jahren habe.

Wer auch mal grössere Mengen oder ein Gericht mit Sauce zubereitet, sollte eine Pfanne mit guter Wärmespeicherung wählen. Sehr gut sind bei ­diesem Prüfpunkt WMF CeraDur, Mepra Fantasia und Ikea 365+. Sie können viel Wärme speichern und ans Kochgut abgeben. In den Pfannen von Coop Cucina und Tefal So Tasty kühlen die Speisen jedoch vergleichsweise schnell ab.

Im Test nicht beurteilt wurde das Gewicht der Pfannen. Dennoch ist auch dieses ein Aspekt, den es beim Kauf zu berücksichtigen gilt. ­Einige Pfannen sind fast 1,5 Kilogramm schwer. Sind sie befüllt, braucht es ordentlich Kraft, um sie mit nur einer Hand anzu­heben. Wer nicht so kräftig ist, sollte eher eine Bratpfanne wählen, die im Leerzustand nicht wesentlich mehr als ein Kilogramm wiegt.


So wurde getestet

Das Ipi Institut in Stuttgart (D) hat im Auftrag des K-Tipp die Qualität der Bratpfannen untersucht. Hier die Testkriterien:

  • Qualität der Innenbeschichtung: Mit einem Gemisch aus Stahlkugeln, Scheuermilch, Wasser und feinem Sand wurde der Gebrauch simuliert. Danach beurteilten die Fachleute die Pfanne. ­Zudem überprüften sie die Antihaftwirkung nach diesem harten Belastungstest, indem sie eine Omelette zubereiteten und beurteilten, wie gut sie sich aus der Pfanne lösen lässt.
  • Gleichmässigkeit der Temperaturverteilung: Dazu diente der sogenannte Puderzuckertest. Dabei wird eine dünne Schicht Puderzucker in die Pfanne gegeben und erhitzt. Gemessen wird die Zeit, die vergeht, bis die ganze Zuckerschicht geschmolzen ist. Je geringer die Temperaturdifferenz zwischen heissestem und kältestem Punkt, desto ­besser ist die Wärmeverteilung in der ­Pfanne.  
  • Bodenstabilität: Bleibt der Boden eben, nachdem die heisse Pfanne mehrmals mit kaltem Wasser abgeschreckt wurde?
  • Wärmespeicherung: Wie viel Energie braucht das Aufheizen? Wie viel Wärme kann die Bratpfanne an das Kochgut abgeben? Wie schnell kühlen die Speisen in der Pfanne ab?
  • Praxistest: Wie gut gelingt das ­Zubereiten einer Omelette? Lässt sie sich gut wenden und ohne zu kleben aus der Pfanne nehmen? Sind die Omeletten gleichmässig gebräunt?
  • Griff: Hält er starken Belastungen stand? Wie liegt er in der Hand?
  • Reinigung: Gibt es Stellen, an denen sich der Schmutz nur schlecht entfernen lässt?
  • Verbrennungsgefahr: Kann man sich beim Kochen am Griff die Finger verbrennen?
  • Korrosionsfestigkeit: Sind die Pfannen korrosionsanfällig? Zeigen sich nach dem Kontakt mit Salz und Feuchtigkeit Rostflecken?
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