Heisse Bewährungsprobe

K-Tipp 18/2001 vom

15 Toaster und Sandwich-Toaster im K-Tipp-Test

Eine Seite schwarz, die andere weiss: Das ist nicht die Wunschvorstellung des Toast-Liebhabers. Doch einige Toaster liefern genau solche Scheiben. Immerhin: Keiner versagte auf der ganzen Linie.

Thomas Vogel tvogel@ktipp.ch

Früher war es einfach: Ein Toaster hatte zwei Schlitze für die Toastscheiben, einen Drehknopf für die Zeit-Einstellung und einen Hebel, um das Brot zu versenken.

Heute sind selbst Toaster ausgefeilte High-Tech-Geräte mit Zusatzfunktionen, die meist über winzige Schalter und Knöpfe steuerbar sind. Ob sie allerdings auch bessere Toasts machen - das ist eine andere Frage.

Die Anforderungen an den idealen Toaster sind klar:

- Er arbeitet schnell und stromsparend.

- Er bräunt frische wie tiefgefrorene Brotscheiben gleichmässig auf beiden Seiten.

- Er ist sicher im Gebrauch und vorzugsweise mit dem so genannten Kühlwand-Design ausgestattet. Dadurch bleibt die Aussenwand beim Toasten kühl, so dass man sich nicht die Finger verbrennt.

- Die Auffangwanne für Krümel ist leicht zu entleeren und zu reinigen.

- Die Knöpfe sind einfach zu verstehen und zu bedienen.

- Die speziellen Sandwich-Toaster machen zusätzlich tadellose Schinken-Käse-Toasts.


Einzeln oder im Sandwich: Nicht jeder Toast kommt gut heraus

So viel zur Theorie. Leider können in der Praxis nicht alle Produkte mit diesen Wunschvorgaben mithalten. Das zeigte ein K-Tipp-Test von 15 Toastern. Im Auftrag des K-Tipp untersuchte das deutsche Ipi-Institut für Produktforschung und Information die Geräte.

Im Labor waren zehn Standardprodukte, vier Sandwich-Toaster und ein «Zwitter» - der Philips Essence: Er ist dank speziellen Brotzangen sowohl ein Standard- als auch ein Sandwich-Toaster.

Sandwich-Toaster unterscheiden sich in der Art, wie das Brot eingelegt wird, von herkömmlichen Toastern. Während man beim normalen Toaster die Brotscheiben in den Toastschlitz steckt und danach mit dem Starthebel versenkt, muss man beim Sandwich-Toaster die Scheiben in spezielle Sandwich-Zangen legen und diese dann im Toaster versenken.

Das wichtigste Prüfkriterium beim Standard-Toaster war das Resultat mit frischen Toastscheiben; es zählt deshalb auch 25 Prozent für das Gesamturteil. Bei den Sandwich-Toastern steht das einfache Toasten von einzelnen Scheiben nicht im Vordergrund, denn dies ist bei solchen Toastern eigentlich nur eine Zusatzfunktion. Der Test mit normalem Toastbrot zählt hier deshalb nur 10 Prozent.

So wurde die Qualität der Toastscheiben geprüft:

- Ist der Toast von oben bis unten gleichmässig gebräunt?

- Sind Vorder- und Rückseite des Toasts gleich stark gebräunt?

- Ist der Toast knusprig?

- Bilden sich Streifen auf den Toasts?

- Sind acht Toasts, getoastet mit derselben Einstellung, wirklich gleich braun?

Um alle Geräte unter denselben Voraussetzungen zu prüfen, ermittelte das Ipi-Institut zuerst bei jedem Gerät die ideale Einstellung, um eine mittlere Bräunung zu erhalten.

Beim Satrap Perfect Line ist der Name Programm. Er toastet die frischen Weissbrotscheiben fast perfekt. Nur noch der Philips Cucina vermag da mitzuhalten. Beide verpassten mit 88 respektive 87 Punkten das Teilurteil «sehr gut» nur ganz knapp.

Nicht zu überzeugen vermochten hier der Solis Comfort (teuerstes Produkt im Test) und der Novamatic Toaster - das günstigste der getesteten Geräte.

Vor allem punkto gleichmässige Bräunung fielen beide durch. War der Toast auf der einen Seite knusprig braun, sah die Rückseite entweder noch immer aus wie ein Milchgesicht oder sie war bereits schwarz.

Dasselbe Bild zeigte sich, wenn viermal zwei Scheiben in Serie getoastet wurden: Die erste Serie war noch tadellos, die letzte verbrannt.

Weder Solis noch Fust haben dazu Stellung genommen.

Keine Glanzleistungen boten in diesem Prüfpunkt die reinen Sandwich-Toaster. Sie bräunen die Toasts sehr ungleichmässig.

Dazu Migros-Pressesprecher Thomas Jeiziner: «Sandwich-Toaster eignen sich nur zum Toasten von Sandwiches. Die Sandwich-Zangen sind zu breit für normale Brote. Deshalb kippen die Brotscheiben ab und werden ungleichmässig erhitzt.»


Einige Toaster sind Spezialisten für Brot aus dem Tiefkühler

Nicht immer ist frisches Toastbrot im Hause. Zum Glück haben moderne Toaster auch mit Scheiben aus dem Tiefkühler keine Mühe. Folgende Produkte haben einen Extra-Schalter für gefrorenes Brot:

- Mio Star 2-Scheiben-Toaster

- Satrap Perfect Line

- Solis Comfort Typ 804

- Novamatic Toaster T 203

Daneben gibt es auch die Geräte, die für Tiefgefrorenes eine spezielle Markierung auf der Röstskala haben:

- Moulinex Sensoexpress

- Philips Essente

- Philips Cucina

- Tefal Aliseo Hi-Speed

- Tefal Compact

Auch diese Aufgabe stellte die Toaster nicht vor unüberwindbare Schwierigkeiten. Selbst der Satrap Brunch Line, der keine spezielle Einstellung kennt, toastete die gefrorenen Scheiben gut.

Erneut vermochten das Solis- und das Novamatic-Produkt nicht voll zu überzeugen: Teilurteil «genügend». Daneben bestätigte sich auch bei den Sandwich-Toastern, dass sie nicht fürs normale Toasten gebaut wurden. Sie hinken erneut hinter den gewöhnlichen Toastern her.

Vor allem Sandwich-Toaster fielen beim Prüfkriterium Effizienz durch. So dauert es mit dem Satrap Sandwich Line geschlagene fünfeinhalb Minuten, bis der Toast akzeptabel gebräunt ist. In dieser Zeit schluckt er rund 46 Wattstunden Strom (was bei 40 Rappen/kWh Stromkosten von rund 2 Rappen ausmacht).

Im Vergleich dazu spuckt der Tefal Aliseo die zwei Toastscheiben bereits nach weniger als eineinhalb Minuten aus. Er ist der Schnellste im Testfeld, nicht aber der Sparsamste. Diesen Titel beansprucht mit 20 Wattstunden der Rotel Tostamat.

Konkret: In derselben Zeit und mit gleich viel Energie, wie der Satrap Sandwich Line für zwei Scheiben benötigt, bräunt der Rotel vier Toasts.

Als schnell, aber stromfressend erweist sich der Philips Essence. Er toastet das Brot in etwas mehr als zwei Minuten, benötigt aber ebenfalls 47 Wattstunden dazu.

Bei diesem Gerät macht sich der Vorheizeffekt besonders bemerkbar. Das bedeutet: Je mehr Toastscheiben das Gerät in Serie produziert, desto schneller spuckt es die Toasts aus. Grund: Während des Toastvorgangs verpufft Energie im Gerät. Sie wird dazu gebraucht, um die Bauteile des Toasters wie den Brosamenbehälter oder die Innenwände aufzuwärmen. Je stärker nun der Toaster aufgeheizt ist, desto weniger Energie fliesst noch in diese Bauteile und desto effizienter kann er den Toast bräunen. Im Extremfall - wie beim Philips Essence - kann diese Zeitersparnis bei der vierten Ladung beinahe eine Minute ausmachen.

Die Migros verteidigt ihren Sandwich-Toaster und weist auf den speziellen Verwendungszweck hin: «Die Heizleistung ist so dimensioniert, dass der Käse schmilzt, ohne das Brot zu verbrennen.»

Doch mit dem Toasten alleine ist es nicht getan. Das Gerät soll auch einfach zu bedienen sein. Das Kriterium Handhabung bereitete den Produkten mehr Mühe als das Toasten. Ipi prüfte hier folgende Punkte:

- Sind die Brotscheiben einfach einzulegen?

- Wie gut lässt sich der Röstgrad einstellen?

- Ist der Toaster einfach zu starten?

- Kann man den Röstvorgang unterbrechen, um die Scheiben vorzeitig zu entnehmen?

- Verbrennt man sich die Finger, wenn man den fertigen Toast entnimmt?

- Ist das Gehäuse einfach zu reinigen?

- Sind Krümel leicht zu entfernen?

Deutlich zeigen sich hier die Probleme der Sandwich-Toaster. Nur das «Zwitter»-Modell Philips Essence erreichte eine gute Note im Kriterium Handhabung. Bei den reinen Sandwich-Toastern hingegen lässt sich das Brot nur umständlich einlegen und entnehmen.


Finger weg von diesel zwei «heissen» Modellen

Wo Hitze ist, da lauert auch Verbrennungsgefahr. Besonders schlecht ist hier der Tefal Compact: Trotz angeblich isolierter Aussenhülle erreicht das Gehäuse des Toasters über 110 Grad. Das ist zu heiss. Teilurteil «ungenügend». Nur der Novamatic erreicht ebenfalls Temperaturen (74 Grad), bei denen sich der Benutzer die Finger stark verbrennen kann.

Bei der zuständigen König Apparate AG heisst es, dieses Tefal-Modell werde durch ein Gerät mit Thermo-Isolierwänden ersetzt.

Einen zusätzlichen Test machte das Labor für die Sandwich-Toaster: Sie mussten sich beim Backen von Schinken-Käse-Toast bewähren. Auch hier zählte, ob die Bräune regelmässig ist, ob sich auf dem Toast Streifen abzeichnen, ob das Sandwich knusprig wird und ob der Käse schön gleichmässig geschmolzen ist.

Für eine Überraschung sorgte hier der Philips Essence. Obwohl eigentlich ein normaler Toaster mit zusätzlichen Sandwich-Zangen, erreichte er hier das beste Resultat.

Fazit: Wer ein Allroundtalent will, ist mit dem Philips Essence sehr gut beraten. Wer hingegen nur hin und wieder Weissbrotscheiben bräunt, der ist mit dem günstigen Rotel Tostamat sehr gut bedient.

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Wichtige Details

Toaster sind einfache Geräte. Gerade deshalb können Details eine wichtige Rolle spielen.

- Hat der Toaster einen einzigen langen Schlitz, können Sie eine grössere Brotscheibe oder auch zwei normale Toasts aufbacken. Im Test hat nur der Tefal Aliseo einen solchen Brotschlitz.

- Der Toasterlift sollte das Brot so weit wie möglich hochschieben. Sie verbrennen sich weniger die Finger.

- Einige Toaster haben einen Brötchenaufsatz. Darauf können Sie Toasts warmhalten oder Brötchen aufwärmen. Wärmen Sie darauf nie Dinge mit einem tropfenden Aufstrich oder schmelzbaren Inhalt. Es könnte etwas in das Gerät tropfen und brennen. Von den getesteten Geräten haben das Moulinex-Modell und der Tefal Compact einen solchen Aufsatz.

- Einen ausklappbaren Aufsatz haben Tefal Aliseo, Satrap Brunch Line, Satrap Perfect Line sowie Solis Comfort.

- Ein guter Toaster hat eine Krümelschublade. So ist er besser zu reinigen. Im Test hatten das alle ausser Mio Star M 135 und Tefal Compact.

- Ideal ist ein Toaster mit Selbstzentrierung. Er hält die Brote - egal wie dick - immer im gleichen Abstand zu den Heizdrähten. Diesen Mechanismus haben der Mio Star 2-Scheiben-Toaster, Moulinex Sensoexpress, Novamatic Toaster, Philips Essence und die beiden Tefal-Produkte.
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