Glänzendes Ergebnis für die günstigsten Mittel

K-Tipp 02/2012 vom | aktualisiert am

von

Beim Entkalkungstest glänzten nur zwei ­Bad­reiniger mit Topnoten. Überraschend: Öko-Produkte besetzten mit teils guten Noten das Mittelfeld. Ein «gut» gabs auch für die zwei günstigsten Mittel.

Seifenreste im Lavabo, Kalkflecken an Wasserhahn und Duschwänden, Spritzer, Staub und Schlieren am Spiegel: Wer sein Badezimmer frisch und sauber möchte, muss regelmässig putzen. Der K-Tipp hat zwölf Badreiniger auf ihre Reinigungs­leistung überprüft. Ge­testet wurde, wie gut sie Schmutz entfernen, Oberflächen entkalken und ob sie Putzspuren hinter­lassen (siehe Seite 16: «So wurde getestet»).

Neben bekannten Marken sowie Eigenmarken der grossen Detailhändler wurden auch ökologische Reiniger geprüft. Die Resultate: Mit der Gesamtnote «sehr gut» setzte sich der Power Cleaner von Cillit Bang an die Spitze. Dies nicht nur wegen der sehr guten Ergebnisse beim Entfernen von Schmutz, sondern auch im Kriterium Kalkentfernung. Einzig die Putz­spuren, die das Produkt hinterlässt, missfielen den Fachleuten.

Auch das zweitplatzierte Sipuro beseitigte den Schmutz «sehr gut» und überstand den Entkalkungstest mit einem «gut». Die restlichen zehn Produkte entkalken deutlich schlechter. Dies, obwohl viele Badreiniger auf der Verpackung vollmundig damit werben, dass das Produkt prima mit Kalk fertig werde. 


Cif-Produkt wieder «ungenügend»

Auch in Sachen Schmutzentfernung deckt sich die Realität bei einigen Reinigern nicht mit den Werbesprüchen auf der Verpackung. So soll der Migros-Reiniger M-Classic «mühelos Verschmutzungen auf Armaturen, Fliesen, Kacheln etc.» entfernen.

Im Test erreichte das Produkt bei der Reinigung der Wände allerdings nur ungenügende Noten. Dies kann laut Testlabor daran liegen, dass das Mittel an einer Wand nicht besonders gut haften bleibt, deshalb schlechter einwirken und daher den Schmutz nicht genügend lösen kann.

Monika Weibel von der Migros zeigte sich über die Unterschiede zwischen der vertikalen und der ­horizontalen Reinigungswirkung überrascht.

Zum Cif-Produkt Bad & Dusche behauptet der Hersteller, «hartnäckiger Kalk und Seifenränder» könnten «mühelos» entfernt werden. Zudem bringe Cif einen «strahlenden Glanz auf sämtliche Oberflächen». Nur: Der aktuelle Test – wie auch bereits der letzte Badreiniger-Test des K-Tipp im Jahr 2008 – kann keines dieser Versprechen bestätigen. Schmutz- und Kalkentfernung sowie  das Glanzergebnis waren «ungenügend». Markus Abt vom Hersteller Uni­lever erklärt denn auch, das Produkt sei in den letzten Jahren nicht verändert worden. Und weiter: «Als Allround-Reiniger für die tägliche Anwendung bietet Cif Bad & Dusche eine Kombination aus guter Reinigung und Kalkent­fernung bei höchstmöglichem Oberflächenschutz.» Dies sei durch interne Studien gestützt.

Zusätzlich verweist Abt auf die Etikette, wonach besonders hartnäckige Kalkablagerungen mehrmals behandelt werden müssten. Leistungsstärkere Alternative wäre ansonsten das «Pre­mium-Produkt» Cif Power Cream.

Wer übrigens Wert darauf legt, dass das Bad nicht nur sauber ist, sondern auch so aussieht, ist mit Cif wie  auch mit Sipuro und Tin nicht gut beraten. Diese drei Produkte hinterlassen nach dem Putzen deutliche Spuren.


Öko-Reiniger mit guten Leistungen

Interessanterweise besetzen die ökologischen Badreiniger geschlossen das Mittelfeld. Dass auch biologisch abbaubare Mittel durchaus solide Leistungen erzielen können, beweisen die Produkte Migros Plus Oeco- Power, SuperClean von Coop, Held Eco, Oecoplan und Terra. Zwar ist die Entkalkungsleistung der Öko-Reiniger nicht überragend. Dafür reicht die vergleichsweise milde Milch- bzw. Zitronensäure, auf deren Basis sie funktionieren, offenbar nicht aus. Mit dem Schmutz werden die Öko-Reiniger aber gut fertig. Migros Plus, Held Eco und Oecoplan erreichen in diesem Teilkrite­rium die Note «sehr gut».

SuperClean – laut Hersteller der günstigste der biologisch abbaubaren Reiniger – schafft es darüber hinaus, den Schmutz nicht nur gut, sondern auch streifenfrei zu entfernen.

Gut zu wissen auch: Die zwei günstigsten Badreiniger im Test – von Lidl und Aldi – ­erreichten eine gute Gesamtnote. Im letzten Badreiniger-Test des K-Tipp  war das günstigste Produkt mit guter Note noch mehr als dreimal so teuer wie im ­aktuellen Test.


So wurde getestet

Das Labor Eurofins in Hamburg (D) hat im Auftrag des K-Tipp zwölf Badreiniger auf Folgendes getestet:

  • Wie gut entfernt das Mittel typischen Badezimmerschmutz? Dazu wurde eine Schmutzmischung auf eine horizontale und eine vertikale Fläche aufgetragen. Dann liess man den Reiniger drei Minuten einwirken. Der Vorgang wurde jeweils dreimal wiederholt. Anschliessend beurteilten die Fachleute die durchschnittliche Reinigungsleistung.
  • Wie gut entfernt der Badreiniger Kalk? Dazu wurden Marmorplättchen für eine Minute in den Reiniger getaucht. Danach wurde der Gewichtsverlust gemessen. Je höher dieser ausfiel, desto besser die Entkalkungsleistung.
  • Lässt sich Schmutz auf einem Spiegel vollends ent­fernen? Oder hinterlässt der Reiniger Putzstreifen?

Weitere Infos

0

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Test verwalten

Dieser Artikel ist folgenden Themen zugeordnet

Weitere Artikel zum Thema

Test: Grosse Unterschiede bei Roboter-Staubsaugern

Fensterputzroboter: Die Ecken bleiben schmutzig

Einziger Unterschied – der Preis