­Fast alle halten die Füsse warm

K-Tipp 19/2012 vom | aktualisiert am

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Der K-Tipp hat Skischuhe aus dem aktuellen Sortiment auf der Piste und im Labor getestet. Resultat: Die Wärmeisolierung ist tadellos. Aber nicht alle gewährleisten genügend Halt.

Die Skischuhe sind das wichtigste Bindeglied zwischen Skifahrer und Ski. Nur wenn der Schuh perfekt passt und optimalen Halt bietet, hat man die Ski richtig im Griff. Die Skischuhe sollen Kraft und Bewegung möglichst direkt auf den Ski übertragen und zudem komfor­tabel sein.

Der K-Tipp hat zusammen mit dem Verein für Konsumenteninformation (vki) in Wien je neun Skischuhe für Damen und Herren getestet. Für den Test ausgewählt wurden Modelle mit Preisen zwischen 400 und 479 Franken, die für gute Freizeitskifahrerinnen und -fahrer geeignet sind. Die Schuhe mussten sich in einem Praxis- und einem Labortest bewähren (siehe «So wurde getestet» auf Seite 20).   

Bei den Preisen handelt es sich um Angaben der Hersteller (Listen- oder Richtpreise). Verkauft werden die getesteten Skischuhe vor allem in Sportgeschäften, die sich mehrheitlich an die «empfohlenen Verkaufspreise» der Produzenten halten. Vereinzelt sind die Modelle aber auch bei den Grossverteilern zu tieferen Preisen erhältlich.


Spitzennoten für die Hälfte aller Modelle

Der Test zeigt, dass Skischuhe heute kaum mehr zu verbessern sind: Die Hälfte aller Modelle erreichte das Gesamturteil «sehr gut»: Sie erzielten ­sowohl auf der Piste wie auch bei der technischen Prüfung im Labor Spit-zen­noten. Acht Schuhe schnit­ten im Test «gut» ab. Etwas abgefallen – mit der Note «genügend» – ist ­einzig der Herren-Skischuh Phoenix 100 Air von Tecnica. Grund: Das Testteam war einhellig der Meinung, dass dieses Modell zu wenig Halt biete, weshalb die Kraftüber­tragung auf den Ski unzureichend ist.

Alle Modelle im Test verfügen über thermoverformbare Innenschuhe, die sich an den Fuss anpassen lassen. Beim Kauf erwärmt der Fachhändler die Innenschuhe und schmiegt sie so der Fussform an. Bei Head und Atomic lassen sich ausserdem die Leistenbreiten verstellen. Tecnica verwendet das Air-System, bei dem man den Innenschuh im Fersenbereich aufpumpen kann. Im Praxistest konnte das Skiteam weder Vor- noch Nachteile dieses Systems gegenüber der Thermoverformung feststellen. Auch bei leichten X- oder O-Beinen kann man die Skischuhe so einstellen, dass man darin gerade steht.

Trotz dieser Anpas­sungsmöglichkeiten lohnt es sich, beim Kauf verschiedene Modelle anzuprobieren und dasjenige Modell zu wählen, das am besten an den Fuss passt. Auf keinen Fall sollte man der Bequemlichkeit halber die Schuhe eine Nummer zu gross kaufen. Wer im Schuh «schwimmt», hat seine Ski nicht im Griff.

Das wichtigste Testkriterium war der Prüfpunkt «Fahren»: Also, wie gut der Halt in den Schuhen ist und wie gut sich der Ski steuern lässt. Bestnoten gabe es hier für folgende Herrenmodelle: Nordica Sportmachine 100, Fischer Soma Progressor 10 und Lange RX 100. Bei den ­Damenschuhen waren bei diesem Kriterium sehr gut: Salomon RS 85 W, Lange Delight Pro 90, Fischer Soma Zephyr 9, Head Adapt Edge 100 MYA und Dalbello Mantis 8.

Die zwei Modelle von Atomic sind die einzigen im Test mit nur zwei Schnallen, alle andern haben vier Schnallen. Im Praxistest hat sich klar gezeigt, dass mehr Schnallen von Vorteil sind, weil sich der Schuh individueller einstellen lässt. Die Atomic-Schuhe erreichten beim Kriterium Halt lediglich genügende Noten.


Bequeme und gut ­isolierende Schuhe

Beim Prüfpunkt Komfort (Ein- und Aussteigen, Handhabung Schnallen, Einsetzen Innenschuh) gab es für folgende Modelle Bestnoten: Head Adapt Edge 100, Dalbello Viper 8, Atomic LF 90, Salomon RS 85 W, Lange Delight Pro 90, Fischer Soma Zephyr 9, Head Adapt Edge 100 MYA, Dalbello Mantis 8, Atomic LF 90 W und Tecnica Phoenix 100 W Air.

Wer häufig kalte Füsse hat, wählt mit Vorteil ein Modell mit sehr guter Isolierung. Folgende Damenschuhe erzielten die besten Werte: Lange Delight Pro 90, Head Adapt Edge 100, Rossignol Vita Sensor 8 und Nordica Sportma­chine 95. Bei den Herrenmodellen waren es Salomon RS 100, Fischer Soma Progressor 10, Dalbello Viper 8 und Nordica Sportmachine 100.  


So wurde getestet


Praxistest


Je fünf Frauen und Männer testeten die Skischuhe auf einer präparierten Piste und beurteilten sie nach folgenden Kriterien:

  • Wie gut ist die Bewegungsübertragung vom Skischuh auf den Ski? Lässt sich der Ski gut steuern?
  • Wie gut sitzt der Skischuh, besonders an der Ferse und am Schaft?
  • Kommt man sowohl bei tiefen Temperaturen (–5 °C) wie auch an der Wärme (20 °C) gut in den Skischuh?
  • Lassen sich die Schnal­len auch bei grosser Kälte (–5 °C) gut schliessen?
  • Kann man den Innenschuh einfach herausnehmen und anschliessend wieder einsetzen?



Technische Prüfung

  • Im Labor ermittelten die Experten, wie viel Kraft es braucht, um die Schnallen zu schliessen.
  • Die Ruschfestigkeit der Sohle ermittelten die Tester mit Hilfe einer Normprüfung.
  • Wie gut isolieren die Schuhe? Um dies festzustellen, wurden auf 36  °C vorgeheizte Stahlkugeln in den Skischuh gefüllt. ­Danach wurde der Schuh für fünf Minuten im Klimaschrank mit einer Tempe­ratur von –20  °C gelagert. Dann wurde gemessen, wie stark sich die Kugeln im Schuh abgekühlt haben.

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