Das günstigste Gerät auf dem zweiten Platz

K-Tipp 06/2013 vom

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Bei den Vakuumiergeräten gibt es grosse Preis- und Leistungs-Unterschiede. Ein günstiges Handgerät kann mit der Konkurrenz mithalten.

Fleisch, Früchte, Käse, Brot und Fisch bleiben deutlich länger haltbar, wenn sie vakuumiert sind. Im Vakuumbeutel bleibt der Sauerstoff draussen und kann die Nahrungsmittel nicht angreifen. Die Geräte für den Heim­gebrauch funktionieren alle nach dem gleichen Prinzip: Man gibt zum Beispiel ein Stück Fleisch in den Kunststoffbeutel, streicht diesen glatt und legt das offene Ende in die ­Abdichtleiste des Geräts. Dann schliesst man den Deckel und startet den ­Vakuumiervorgang. Nach wenigen Sekunden ist alle Luft abgesogen, und der Beutel wird automatisch verschweisst.

Die Lebensmittel lassen sich anschliessend im Kühlschrank oder im Gefrierfach lagern. Praktisch ist das Vakuumieren auch zum Marinieren von Fleisch, Fisch oder Tofu. Das geht im Vakuum­beutel schneller und besser als in einem Behälter. Wer will, kann den Fisch oder das Fleisch anschliessend gleich im Beutel bei niedriger Temperatur im Wasser garen. Vorteil: Dank Vakuum gehen beim Gargut weder Geschmacksstoffe noch Flüssigkeit verloren.

Der K-Tipp hat die zehn meistverkauften Produkte mit Preisen von 59 bis 249 Franken im Labor testen lassen. Zum Vergleich wurden auch zwei einfache Handgeräte mitgeprüft (siehe Seite 14: «So wurde getestet»).

Ergebnis des Tests: Vier der zehn Geräte erreichen ein sehr gutes Gesamt­urteil. Testsieger ist der Solis-Vakuumierer Easy Vac Pro für 149 Franken. Viel günstiger und praktisch gleich gut ist das Landi-Vakuumiergerät für 59 Franken. Ebenfalls «sehr gut» waren Food Saver V2040 und Caso VC 100.

Überraschend gut hat das Handvakuumiergerät Tangan von Migros abgeschnitten: Note 5,2. Es kostet nur Fr. 14.80. Die Vakuumierleistung des handlichen, batteriebetriebenen Geräts ist so gut, dass es im Praxistest durchaus mit der grossen Konkurrenz mithalten konnte.

Das zweite Handgerät stammt von Toppits und wird mit Muskelkraft betrieben. Diese Pumpe konnte im Test nicht überzeugen: Zwar kann man zunächst alle Luft über ein Ventil aus dem Beutel her­aussaugen und erreicht ein gutes Ergebnis. Aber nach 24 Stunden ist wieder Luft im Beutel, das Vakuum nicht mehr vorhanden. Toppits-Pumpe und -Beutel bieten sich an, wenn man Lebensmittel sofort einfrieren will, nicht aber zum Aufbewahren im Kühlschrank. Der Hersteller sagt, das Produkt komme bei den Kunden sehr gut an.


Einige Geräte machen aus Himbeeren Mus

Nicht alle Geräte kommen mit weichen, empfindlichen Lebensmitteln wie Himbeeren, Toastbrot und Trauben klar. Wenn man den Vakuumiervorgang nicht vorzeitig manuell abbrechen kann, können die Lebensmittel zerdrückt werden. So geschehen bei den Geräten von Novis, Magic Vac und Effenne – sie erhielten bei diesem Prüfpunkt ein «ungenügend». Magic Vac und Effenne empfehlen, Toastbrot vorzufrieren und für Früchte und Gemüse Behälter zu verwenden. Die vier bestplatzierten Geräte eignen sich hingegen sehr gut für heikle Lebensmittel.

Rindfleisch sowie Kaffeebohnen lassen sich mit fast allen Geräten problemlos vakuumieren. Einzig das Krups-Gerät hatte Mühe, bei diesen Lebensmitteln alle Luft aus dem Beutel zu saugen. In der technischen Prüfung zeigte sich dann, dass die Vakuumleistung des Vacupack Plus unbefriedigend ist. Grund: Als einziger Vakuumierer hat das Gerät keine Pumpe, die die Luft absaugt, sondern einen – sehr lauten – Ventilator. Der ist aber nicht in der Lage, ein ­Vakuum zu erzeugen.

Im Test wurden alle Geräte mit dem Originalzubehör geprüft. Es zeigte sich, dass alle Beutel der klassischen Vakuumiergeräte von guter Qualität sind: Sie blieben dicht, selbst unter Belastung. Sehr unterschiedlich ist jedoch der Preis: Während Landi das Stück zu 20 Rappen verkauft, zahlt man bei vielen Marken 60 Rappen. Gut zu wissen: Man erzielt mit Beuteln anderer Marken die gleichen Ergebnisse.

Für die Handgeräte braucht es Beutel mit Druckverschluss und Absaugventil. Diese lassen sich zwar mehrfach verwenden, eignen sich aber nicht zum Vakuumgaren.


So wurde getestet

Das Labor PZT in Wilhelmshaven (D) hat die Vakuumiergeräte getestet:
Praxistest

  • Lassen sich druckempfindliche Lebensmittel wie Himbeeren, Toastbrot oder rohes Gemüse vakuumieren, ohne dass sie zerdrückt werden?
  • Gelingt das Vakuumieren von gemahlenem Kaffee und von Kaffeebohnen?
  • Lässt sich Entrecôte so vakuumieren, dass es die Scheibenform beibehält?
  • Kann man Ratatouille so vakuumieren, dass nicht allzu viel Sauce herausgesaugt wird?
  • Klappt das Vakuumieren mit Folien problemlos?



Handhabung

  • Ist die Gebrauchsanleitung gut?
  • Lässt sich der Beutel gut platzieren, der Deckel gut verschliessen, und gestaltet sich das Vakuumieren problemlos? Lässt sich das Ent­lüftungsventil einfach lösen?
  • Kann man das Vakuumieren bei ­empfindlichen Lebensmitteln vorzeitig stoppen?
  • Wie gut lässt sich das Gerät reinigen?  Wie viel Platz braucht es beim Auf­bewahren?



Technische Prüfungen

  • Wie stark ist die Vakuumierleistung?
  • Wie laut ist der Vakuumierer?
  • Steht das Gerät rutschsicher? Kann man sich am Heizdraht die Finger verbrennen?
  • Sind die Beutel dicht, und platzen sie auch unter Belastung nicht?
  • Wie hoch ist der Stromverbrauch im Standby-Betrieb?
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