Nach positiver Asbest-Analyse droht Vermieter mit der Polizei!

31. Januar 2018

von

Hallo zusammen. Vorweg: Ich schreibe für einen Freund!^^ Folgender Sachverhalt: In der Wohnung muss der Boden in einem Zimmer saniert werden. In einem ähnlichen Fall in der Nachbarswohnung war es so, dass es dort Asbest-Rückstände gab und die Sanierung bei solchen Rückständen gemäss dem Testlabor immer von einer Spezialfirma für Asbestsanierungen erfolgen muss. Das wurde dann beim Nachbarn auch gemacht, allerdings nach einem langen hin und her, ähnlich wie im vorliegenden Fall. Auf diesen Sachverhalt (des Nachbarn) angesprochen, meinte die Verwaltung und der Architekt, dass es im JETZIGEN Fall alles harmlos wäre und ein geöffnetes Fenster ausreichen würde (!), es gäbe keinerlei gesundheitliche Bedenken. Um sicher zu gehen, hat der Freund nicht nur einen Asbest-Test vom Vermieter verlangt, sondern hat auch -- heimlich! -- selber einen veranlassen lassen (es wurde nichts kaputt gemacht, da ein 30x40cm grosses Loch bereits von der normalen Sanierungsfirma gemacht wurde). Dann platzte die Bombe: Normale Sanierungsfirma kommt wenige Tage später um zu arbeiten und behauptet, ihr Labortest hätte ergeben, dass es keinen Asbest gäbe. Freund verlangt schriftliches Testresultat, was ihm gezeigt wird. Dumm nur, dass beim Test, den der Freund heimlich veranlasst hatte, ein gegenteiliges Resultat rauskam (SUVA-Factsheets 33077 resp. 84063). Die Sanierungsfirma beharrte weiterhin darauf, mit den Arbeiten zu beginnen. Der Freund blieb aber hartnäckig und liess dies nicht zu. Danach wurde die Liegenschaftsverwaltung und der Architekt eingeschaltet. Dieser drohte mit dem Herbeiholen der Polizei, der Mieter dürfe ohne die Erlaubnis des Vermieters keinen Test machen lassen, etc. Das gröbere Problem mit den unterschiedlichen Testresultaten schien ihm gänzlich egal. Wie sollte der Freund nun vorgehen? Ich habe ihm geraten, die SUVA einzuschalten. PS: Bei weniger hartnäckigen Mietern wurden die gleichen Sanierungsarbeiten ohne Spezialfirma für Asbestsanierungen gemacht, weil die Troika aus Verwaltung, Architekt und normale Sanierungsfirma stets behaupteten, es gäbe kein Asbest. PPS: Liegenschaft ist ein Altbau aus den 60ern. Beste Grüsse Robert Fischer

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Kommentare

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von Rechtsberatung K-Tipp+saldo am
04.02.2018, 14:16

Mietrecht

Eines vorweg: Die Drohung des Architekten mit der Polizei kann Ihr Freund gelassen nehmen. Es war jedenfalls nicht widerrechtlich, auf eigene Kosten eine Asbestanalyse in Auftrag zu geben. Da der Vermieter dem Testresultat offenbar keine Bedeutung zumisst und nicht bereit ist, eine Spezialfirma zu beauftragen, könnte Ihr Freund sich nun erstmal an die für Asbest-Fragen zuständige kantonale Anlaufstelle wenden (s. hier: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/themen/mensch-gesundheit/chemikalien/chemikalien-a-z/asbest.html). Kommt er auch mit deren Hilfe nicht weiter, stehen ihm zumindest die Mängelrechte des Mietrechts offen (vgl. Art. 259a ff. OR, s. hier: https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19110009/index.html). Liegt am Mietobjekt ein nicht vom Mieter selber verschuldeter Mangel vor, hat dieser gewisse Rechte. Einerseits ist der Vermieter verpflichtet, den Mangel so schnell wie möglich zu beseitigen - und zwar richtig und nicht nur pro forma (vgl. Art. 259a Abs. 1 lit. a OR). Andererseits kann der Mieter für die Zeit ab Kenntnisnahme des Vermieters vom Mangel bis zu dessen Behebung eine angemessene Mietzinsreduktion verlangen (vgl. Art. 259d OR). Ein mögliches Druckmittel ist im Übrigen die Hinterlegung des Mietzinses (vgl. Art. 259g - 259i OR). Und denkbar wäre allenfalls sogar eine fristlose Kündigung (vgl. Art. 259b lit. a OR). Diesbezüglich sollte Ihr Freund sich aber direkt von der zuständigen Schlichtungsbehörde für Mietsachen beraten lassen (s. hier: http://www.mietrecht.ch/index.php?id=71).

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