Inkassoweiterleitung trotz fehler des Gläubiger

7. November 2018

von

Guten Tag, Eine bekannte wurde durch einen Fitnessstudio zur Inkassobetreibung weitergeleitet mit 150.- Verzugsschaden + 5% Verzugszins. Die Begründung dafür ist, dass die Rechnung nicht fristgemäss bezahlt wurde. Jedoch hat die Firma, die Rechnungen und die Mahnungen an die falsche Mail Adresse zugesendet, die niemals in irgendeiner Form bei dem Fitnessbetreiber angegeben wurde. Nun verlangt die Inkassofirma trotzdem die Zahlung der oben genannten Beträge. In den AGB's steht, dass die Firma nicht dazu verpflichtet ist eine Rechnung zuzusenden. Meines Wissens nach MUSS trotzdem eine erste Mahnung verschickt werden und zwar an die beim Vertrag angegebene, richtige Mail Adresse. Darf die Inkasso Firma nun diese Zahlung trotzdem verlangen, oder kann man hier rechtlich vorgehen?

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Kommentare

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von Sirio am
07.11.2018, 11:53

Betreibung

Es gibt, vom Versicherungsrecht und allenfalls weiteren speziellen Gebieten einmal abgesehen, keine gesetzliche Bestimmung, wonach ein Gläubiger verpflichten wäre, den Schuldner vor der Einleitung einer Betreibung zu mahnen. Wenn ausserdem vertraglich vereinbart ist, dass das Fitnessstudio nicht zwingend eine Rechnung ausstellen muss, so ist an der Einleitung der Betreibung grundsätzlich nichts auszusetzen. Etwas anderes sind aber die Nebenkosten. Was den Verzugsschaden anbelangt, lesen Sie diesen Artikel: https://www.konsumentenschutz.ch/themen/zahlungsverkehr/verzugsschaden-ist-nicht-erlaubt-musterbrief/ . Ein Verzugszins ist erst ab Inverzugsetzung geschuldet, d.h. ab einer vom Gläubiger gesetzten Nachfrist zur Zahlung der Schuld (hier gibt es also tatsächlich eine Pflicht zur Mahnung). Wenn das Fitnessstudio nicht nachweisen kann, dass es die Kundin korrekt in Verzug gesetzt hat, kann es keinen Verzugszins fordern. Ihre Bekannte sollte somit unbedingt Rechtsvorschlag erheben, sei dies mit oder auch ohne Begründung. Falls sie das Abonnement unterdessen bezahlt hat, könnte sie einen Teilrechtsvorschlag erheben mit dem Vermerk „Ich erhebe Rechtsvorschlag gegen Verzugsschaden und Verzugszins. Die Hauptschuld ist inzwischen beglichen.“

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