Arbeitsvertrag: Kündigungsfrist während vertraglich modifzierter Probezeit

20. März 2019

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​Ich habe einen Arbeitsvertrag für 1. Oktober 2019 unterschrieben. Dieser gilt auf unbestimmte Zeit und sieht eine Probezeit von 3 Monaten vor. Es handelt sich folglich um eine vertragliche Modifikation der gesetzlich vorgesehenen Probezeit von einem Monat (Art. 335b Abs. 1 OR in fine). Der Arbeitsvertrag äussert sich jedoch nicht zur Kündigungsfrist während der Probezeit, sondern sieht lediglich im Schlussteil vor, dass eine Kündigungsfrist von 3 Monaten gilt. Gehe ich richtig in der Annahme, dass die Kündigungsfrist von 3 Monaten als eine vertragliche Modifikation der gesetzlichen Kündigungsfristen nach Ablauf der Probezeit zu qualifizieren ist (vgl. Art. 335c OR) und während der verlängerten Probezeit von 3 Monaten die gesetzliche Kündigungsfrist von 7 Tagen gemäss Art. 335b Abs. 1 erster Teilsatz OR gilt? Alles andere hätte meines Erachtens wenig Sinn, da eine Probezeit von 3 Monaten verbunden mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten faktisch zu einer Aufhebung der Probezeit führt (abgesehen von den Sperrfristen).

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Kommentare

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von Rechtsberatung K-Tipp+saldo am
20.03.2019, 17:22

Arbeitsrecht

Ihre Annahme ist sehr wahrscheinlich korrekt. Ist der Vertragswortlaut nicht ganz klar, sollten Sie sich von Ihrem künftigen Arbeitgeber aber sicherheitshalber noch schriftlich bestätigen lassen, dass die Kündigungsfrist während der Probezeit sieben Tage betragen wird. Denn aus rechtlicher Sicht spricht grundsätzlich nichts dagegen, auch für die Probezeit eine Kündigungsfrist von drei Monaten zu vereinbaren.

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