Wohin mit dem Motorrad?

K-Tipp 6/2006 vom

Die Freude über den Beginn der Töffsaison wird einigen Fahrern bald vergehen: Legale Parkplätze sind rar geworden - es drohen Bussen.

Der Boom von Rollern und Motorrädern in der Schweiz hat auch Schattenseiten: Die Nachfrage nach Töff-Parkplätzen übersteigt das Angebot bei weitem. Passanten ärgern sich zunehmend über Räder, die den Weg versperren.

Tatsächlich ist es in der Stadt oft schwierig, ein Motorrad legal zu parkieren. Speziell markierte Töff-Parkplätze gibt es nach Angaben der IG Motorrad zu wenig, motorisierte Zweiräder dürfen weder auf Velo- noch auf Autoparkplätzen abgestellt werden. Auch in der blauen Zone haben sie nichts zu suchen. Und was viele nicht wissen: Töffs auf Trottoirs parkieren ist ebenfalls verboten - selbst wenn für Passanten noch 1,50 m freier Raum bleibt.

Vielerorts toleriert die Polizei zwar auf Trottoirs parkierte Töffs und Roller - so etwa in Zürich. «Die Fahrer erhalten jedoch eine Busse, wenn das Fahrzeug stört, die Verkehrssicherheit beeinträchtigt oder auf Anzeige aus der Bevölkerung», so Erich Maag von der Stadtpolizei Zürich.

Ein strengeres Regime herrscht dagegen in Bern: Motorräder dürfen nur in entsprechend markierten Parkfeldern abgestellt werden. «Wer sich nicht an die Vorschriften hält», so Peter Hirter von der Stadtpolizei Bern, «hat mit einer Ordnungsbusse zu rechnen.»

Das heisst: Wer auf dem Trottoir parkiert, aber 1,50 m Raum frei lässt, zahlt 40 Franken; ab zwei Stunden 120 Franken. Bleibt neben dem Töff weniger Platz als 1,50 m, wird mit 120 Franken gebüsst - und nach einer Stunde gibts eine Verzeigung.

«Wird das Fahrzeug über eine längere Dauer widerrechtlich abgestellt oder stellt es für die übrigen Verkehrsteilnehmer eine Behinderung oder gar eine Gefährdung dar», so Hirter, «wird es abgeschleppt.» Das kostet in Bern über 200 Franken.

(ko)
1

Kommentare

Kommentar hinzufügen

von frantsch am
22.09.2011, 15:14

Ja aber wohin denn nun wirklich?

Sehr geehrte Damen und Herren Ihr Beitrag gibt zwar gute und korrekte Hinweise, aber die Titelfrage bleibt unbeantwortet: Wohin nun wirklich mit dem Motorrad, wenn man auf öffentlichem Grund parkieren muss? Seit über einem Jahr habe ich mein Motorrad in meiner Quartierstrasse abgestellt, und zwar anschliessend an die blaue Zone, so genügend Platz bleibt und es den Verkehr nicht stört. Nun habe ich einen Anruf vom Quartierpolizisten erhalten, das Motorrad müsse sofort entfernt werden, es sei widerrechtlich abgestellt. Auf meine Frage hin, wo im Quartier ich das Motorrad korrekt parkieren könne, kam die Antwort: Überhaupt nicht! Zweiradparkplätze gebe es im Quartier keine. In der blauen Zone sei es nur mit Parkscheibe für 90 Minuten erlaubt, eine Monats-/Jahresbewilligung gebe es nicht für einspurige Fahrzeuge. Und ausserhalb der blauen Zone dürfe ich es auf öffentlichem Grund nicht parkieren. Dies widerspricht völlig meinem Rechtsempfinden, wonach Verkehrsteilnehmer doch vor dem Gesetz möglichst gleichgestellt sein sollten. Wie kann es sein, dass dem ruhenden Auto zahlreiche Möglichkeiten eingeräumt werde, dem Motorrad keine einzige. Es kann doch nicht sein, dass man in einem ganzen Stadtquartier - ja in der gesamten Stadt - sein Motorrad nirgendwo legal auf öffentlichem Grund parkieren darf. Gibt es denn gar keinen rechtlich korrekten Weg?

Artikel verwalten

Dieser Artikel ist folgenden Themen zugeordnet

Weitere Artikel zum Thema

Käufer bezahlt nicht trotz Kaufvertrag

Rücktritt Kaufvertrag Motorrad

Kein Schlupfloch mehr nach Ausweisentzug