Wie gewonnen, so zerronnen

K-Tipp 06/2009 vom 23. März 2009 | aktualisiert am 24. März 2009

von Daniel Jaggi, Redaktor K-Tipp

Die K-Tipp-Leser zeichnen die Migros mit dem Prix K-Tipp aus. Grund: Anders als bei der Konkurrenz stehen die Preise auf den Artikeln. Nur: Die Migros will genau das abschaffen.

Migros-Chef Herbert Bolliger konnte am 18. März aus den Händen von Redaktionsleiter Ernst Meierhofer den Prix K-Tipp entgegennehmen – einen vom Thuner Künstler Reto Steiner gegossenen Kristall. Die Wahl zum «kundenfreundlichsten Unternehmen» hatten zuvor die K-Tipp-Leser in einer Abstimmung getroffen. Das Ergebnis: Von den knapp 4900 eingegangenen Stimmen sprachen sich weit mehr als die Hälfte für die Migros aus. Ausgezeichnet wurde die Migros, weil sie bisher als einziger Grossverteiler an der Preisetikette auf allen Artikeln festgehalten hat. So weiss der Kunde immer, wie viel das Produkt kostet und ob an der Kasse richtig abgerechnet wurde.


Brisanter Antrag der Migros-Verwaltung

Migros-Chef Herbert Bolliger meinte an der Preisübergabe: «Es freut uns, diesen Preis zu erhalten. Wir sind stolz, dass die Kunden unsere Anstrengungen schätzen.» Trotzdem ist man bei der Migros entschlossen, die Preise bald nur noch am Regal anzuschreiben: An der Delegiertenversammlung des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB) vom 28. März wird über einen brisanten Antrag der MGB-Verwaltung abgestimmt. Demnach soll «auf die Preisauszeichnung auf den Produkten verzichtet und der Preis am Regal angeschriebenen werden».

Eine repräsentative Umfrage des K-Tipp zeigt aber: Die Preisanschrift am Produkt findet in der Bevölkerung breiteste Unterstützung. 70 Prozent der befragten Schweizer sind für eine Preisanschrift auf dem Produkt. Lediglich 17 Prozent finden, es genüge, sie am Regal anzuschreiben (siehe Artikel «Die Preise gehören aufs Produkt»).


Migros vor Fielmann

Für den Prix K-Tipp standen 6 Firmen und Institutionen zur Wahl. Eingegangen sind 4889 Stimmen. Mit 2901 Stimmen ist die Migros Siegerin. Es folgen:

  • Fielmann: 1040 Stimmen; nominiert aufgrund seiner Garantie- und Serviceleistungen.
  • Kanton Zug: 516 Stimmen. Grüselwirte sollen beim Namen genannt werden.
  • Snowboardhändler Shaka: 162 Stimmen. Unterbietet Listenpreise.
  • Fust: 154 Stimmen. 30 Tage gültige Geld-zurück-Garantie.
  • Bundesamt für Wirtschaft (Seco): 116 Stimmen. Vereinfachungen für Arbeitnehmer und -geber.



Die Sieger im Wettbewerb Prix K-Tipp

Alle Prix-K-Tipp-Einsender nahmen an einem Wettbewerb teil. Die Sieger:

  • 1. Preis: Walo von Burg, Bettlach, gewinnt 1 Wochenende für 2 Personen in einem Schweizer Romantik-Hotel im Wert von 1500 Franken.
  • 2. Preis: Anna Morinaga, Zürich, 2 Retourtickets 1. Klasse mit dem TGV-Lyria nach Paris im Wert von 900 Franken.
  • 3. Preis: Geneviève Krähenbühl, Zug, 2 Retourtickets 2. Klasse mit dem TGV-Lyria nach Paris im Wert von 600 Franken.
  • 4.–10. Preis: 2 Tageskarten für die Rigi im Wert von 124 Franken: Hansjörg Jäggi (Zürich), Katharina Tissot (Ettingen), Verena Isch (Maisprach), Jacky Besse (Biel), Ursula Schallenberger (Zollikofen), Madeleine Distel (Stettlen), Thu Pham (Zürich).
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