Wenig Schutz vor hohen Kosten

Gesundheitstipp 01/2012 vom

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Ein Vergleich zeigt: Die Zusatzversicherungen für Zahnkorrekturen beim Kind bieten nicht immer Schutz vor hohen Kosten.

Wenn Kinder eine Spange brauchen, kann das die Eltern rasch Tausende von Franken kosten. Krankenkassen bieten deshalb Zusatzversicherungen zur Krankenpflege an, die auch Zahnkorrekturen übernehmen. Doch nicht alle bieten einen guten Schutz vor den teuren Behandlungskosten, wie jetzt ein Vergleich des VZ Vermögenszentrums Zürich zeigt. Es hat die Leistungen der verschiedenen Versicherungen verglichen. Die Höhe der Prämie berücksichtigt der Vergleich nicht.


CSS und Swica zahlen nur die Hälfte

Fazit: Atupri, Helsana und Sanitas schützen Eltern gut. Bei der EGK, Sympany oder der Swica tragen Eltern hingegen das Risiko, auf einem grossen Teil der Kosten sitzen zu bleiben (s. Tabelle). So übernehmen CSS und Swica gerade mal 50 Prozent der Behandlungskosten, die EGK 60 Prozent. Für das VZ sollten es mindestens 75 Prozent der Kosten sein. Die meisten Kassen setzen zudem eine Grenze, wie viel sie maximal pro Jahr bezahlen. Dieser Maximalbetrag sollte mindestens 5000 Franken betragen.

Zahnärzte rechnen die Behandlung über Taxpunkte ab. Je höher der Taxpunkt, desto mehr kostet die Behandlung. Sechs Krankenkassen bezahlen für einen Taxpunkt nicht mehr als Fr. 3.10, so wie ihn die Sozialversicherungen für gerechtfertigt halten. Das sind: Concordia, ÖKK, Swica, Visana, Vivao Sympany und Wincare. Doch Kieferorthopäden sind nicht an den Taxpunkt gebunden, sondern können nach dem Privattarif verrechnen. Der Taxpunktwert kann dann Fr. 5.80 oder mehr betragen. Die Differenz trägt der Kunde.

Swica schreibt dem Gesundheitstipp, der Vergleich würde den günstigen Preis ihrer Zusatzversicherung nicht berücksichtigen. Um Korrekturen von Zahnfehlstellungen besser abzusichern, biete die Swica die Zusatzversicherung Denta an. ­Diese würde keine Grenze des Taxpunktwertes festlegen und auch den Schutz «markant» erhöhen. Auch die CSS weist darauf hin, dass die «meisten» ihrer Kunden eine Kombination mit der Zahnpflegeversicherung Myflex hätten. Doch für VZ-Expertin Tatjana Merz-Kursawe steht fest: «Wer bereits gut über einen Krankenpflegezusatz versichert ist, braucht nicht noch eine spezielle Zahnversicherung.»

Sympany schreibt, eine Begrenzung der Leistung sei «üblich». Eine moderne Zahnkorrektur sei auch in komplexen Fällen günstiger als 15 000 Franken. EGK wollte sich zum Vergleich nicht äussern. Wincare und Concordia raten ihren Kunden, sich einen Kieferorthopäden auszusuchen, der sich an den Taxpunkt zum sozialen Tarif hält.

Tatjana Merz-Kursawe vom VZ rät allen Eltern: «Schliessen Sie möglichst vor dem vierten Geburtstag einen Krankenpflegezusatz oder eine Zahnversicherung für Ihr Kind ab.» Danach würden nämlich die meisten Kassen vorgängig einen Untersuch beim Zahnarzt ver­langen.  

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