Virtuelle Marktplätze der Kunst

K-Geld 05/2008 vom 21. Oktober 2008

von Katrin Bachofen

Kunst wird immer beliebter im Internet. Doch die Fülle von virtuellen Galerien, Kunstversandhäusern und Online-Auktionen ist verwirrend. K-Geld präsentiert eine Orientierungshilfe.

Wer im Netz auf die Suche nach einem Kunstwerk geht, stellt schnell fest, dass viele Angebote nur Flohmarktniveau haben. Nicht wenige Händler versuchen, hier das schnelle Geld zu machen. Viel Zeit und Erfahrung sind nötig, um die Spreu vom Weizen zu trennen.

Internet-Plattformen für den Kunstkauf und -verkauf richten sich in erster Linie an jene, die sich vom Schreibtisch aus einen Marktüberblick verschaffen möchten. Hier kann man blitzschnell Informationen einholen, austauschen und auch Kontakte knüpfen.
Als direkter Verkaufskanal ist das Internet für gewisse Kunstwerke jedoch nur bedingt geeignet: Keine noch so gute Abbildung, keine noch so detaillierte Beschreibung kann den persönlichen Augenschein ersetzen. Recht gut für die Vermittlung übers Internet eignen sich hingegen Fotografien, Druckgrafiken, antiquarische Bücher und Kunsthandwerk im günstigen bis mittleren Preissegment, also im drei- bis vierstelligen Frankenbereich.


Virtuelle Galerien und Versandhäuser

www.kunstmarkt.com
Eine Suchmaschine für Kunstkauf und -verkauf, die mit jungen und renommierten Galerien, Kunsthändlern und Auktionshäusern zusammenarbeitet, ist Kunstmarkt.com.
Unter «Kunst kaufen» wird hier eine erfreulich hochwertige Auswahl von nahezu 30 000 Kunstwerken gezeigt. Die Suche erfolgt wahlweise nach Sparten, Stilrichtungen, Künstlernamen oder Preis (z. B. «unter 2000 Euro»). Ist man fündig geworden, wird man an die jeweilige Galerie oder den Händler verwiesen und schliesst dort den Handel zu den jeweiligen Kaufbedingungen ab.


www.kunstiminternet.ch
Für Einsteiger lohnt sich ein Besuch von Kunstiminternet.ch. Dahinter steht der Solothurner Verlag Rothus AG Grafik + Verlag, Veranstalter des «Schweizer Kunstsupermarkts». Der Name ist allerdings etwasirreführend, denn hier lässt sich durchaus gute Qualität finden.

Die Werke der rund 70 Künstlerinnen  und Künstler unterschiedlichster Sparten, die zurzeit im Internet zum Verkauf stehen, reichen preislich von den Kategorien «ab 99 Fr.» bis zu «ab 600 Fr.». Zum Verkaufspreis kommen die Mehrwertsteuer sowie eine Versandpauschale von 25 Franken. Die Bezahlung des Kunstwerks erfolgt gegen Vorauskasse per Rechnung.


www.artax.de
Eine Adresse für ein etwas teureres Programm ist der Düsseldorfer Kunsthandelsbetrieb Artax. Auch hier gilt: Vorauskasse per Rechnung. Versandkosten werden nach Gewicht verrechnet.


Online-Handelsplattformen für Kunst

Reine Handelsplattformen für Auktionen treten als Vermittler von Sammler zu Sammler respektive von Verkäufer zu Käufer auf und sehen sich in der Regel nicht als Vertragspartei. Für die Richtigkeit der jeweiligen Angaben steht nur das Wort des Anbieters. Der Grossteil des Angebots ist im drei- und vierstelligen Preissegment. Vorteil: deutlich tiefere Transaktionskosten als bei klassischen Auktionen.
 
www.eArt.de
Ein Beispiel ist eArt,  ein Forum für den Online-Handel mit Kunst des 20./21. Jahrhunderts. Hier ist die Nutzung für Käufer gebührenfrei.  Die Firma ist Vermittlerin, nicht Vertragspartei. Deshalb hängen  die Zahlungsbedingungen vom  Verkäufer ab.

www.artnet.com
Bei Artnet, ebenfalls eine Plattform für den Handel zwischen Verkäufer und Käufer, beträgt die Käuferprovision 10 Prozent. Sie ist damit aber noch immer
einiges günstiger als bei den klassischen Auktionshäusern, wo sie 20 bis 25 Prozent betragen kann. Strenge Zulassungskriterien wie ein 14-tägiges Rückgaberecht sollen dem Sammler eine gewisse Sicherheit bieten.

Wie bei allen Auktionsplattformen gelten die Zahlungs- und Vertragsbedingungen der beteiligten Galerien und Auktionshäuser und müssen vom Kunden dort erfragt werden.


Kunstauktionshäuser im Netz

www.fine-art-auctions.de
Mit der Münchner Fine Art Auctions ist seit diesem Jahr ein neuer Veranstalter von Online-Auktionen präsent. Solche Auktionen finden nur im Internet statt.
Ein Pluspunkt: Der Käufer zahlt beim Zuschlag kein Aufgeld und hat ein einmonatiges Rücktrittsrecht. Der jeweilige Verkäufer (und Partner) von Fine Art Auctions gewährt eine fünfjährige Echtheitsgarantie auf jedem Werk. Zahlen muss man im Voraus.


www.lauritz.com
Hauptsächlich Schmuck, Sammlerstücke und Design bietet Lauritz an. Hier kann jedermann Kunst anbieten. Käufer zahlen 20 Prozent Kommission. Die Bezahlung erfolgt online, ausgeliefert wird nach Zahlungseingang.

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Kommentare

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von safrangelb am
13.08.2013, 19:07

Viel hat sich getan seit 2008

Sara Z hat in Ihrem Kommentar zu Recht darauf hingewiesen, dass es viele Schweizer Anbieter im Internet Kunsthandel gibt. Vielleicht hat Sie aber zu wenig beachtet, dass der Artikel von 2008 stammt. Unterdessen sind einige in der Schweiz aufgewacht und übelassen das Feld nicht nur der fast übermächtigen sehr aktiven ausländischen Konkurrenz. Seit ein paar Tagen ist nun auch noch Amazon im grossen Stil eingestiegen, von Christie‘s weiss man dass sie im Moment Millionen in einen neuen Auftritt im Internet investieren. Auktionata hat vor ein paar Monaten 20 Millionen frisches russisches Venture-Kapital bekommen etc.. Es bewegt sich einiges im Kunst- und Antiquitätenmarkt doch die Schweiz Wirtschaft schläft mal wieder und hofft das sich nichts verändert. Doch es gibt Firmen in der Schweiz wie artoogle (Plattform für contemporary Art) oder samovar.ch (Anitkbilderhandel), die versuchen gegen die sich abzeichnenden ausländischen faktischen Monopole anzutreten. Im Artikel wird erwähnt, dass es immer noch notwendig ist ein Bild in Realität zu sehen bevor man es kauft. In Amerika werden zurzeit Gemälde im Wert von über einer Million im Internet nur auf Basis eines einzigen Fotos verkauft.

von Sara_Z am
30.04.2013, 09:25

Keine Schweizer Firmen?

Mich interessiert das Thema Kunstverkauf schon seit längerem... Schade, sind hier fast nur ausländische Firmen aufgeführt. Eine einfache Suche bei Google ergibt einiges an Schweizer Firmen, bspw: - www.ask-for-art.ch - www.art-online.ch - www.artoogle.ch Wäre super, wenn Sie mal den Artikel ergänzen könnten! Viele Grüsse Sara Zimmermann

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