Swisscom mit Abstand am teuersten

K-Tipp 06/2012 vom 20. März 2012 | aktualisiert am 28. März 2012

von Christian Birmele, Redaktor K-Tipp

Das Surfen mit dem Prepaid-Handy von Valora kostet nur ein Drittel so viel wie bei Swisscom. Und: Tagespauschalen sind meist überteuert – zudem bieten sie zu wenig Geschwindigkeit.

Unterwegs eine Zugsverbindung heraussuchen, seine E-Mails lesen oder schnell die aktuelle Wettervorhersage abrufen – der Internetzugang über moderne Handys machts möglich. Doch diese Zugänge sind bei Handys mit vorausbezahltem Guthaben (Prepaid) nach wie vor vergleichsweise teuer. Ein Beispiel: Wer einmal pro Tag die «Blick»-Website liest, zahlt dafür im Monat mindestens 30 Franken.

Darum: Wer regelmässig mit seinem Prepaid-Handy ins Internet geht, sollte eine sogenannte Datenoption kaufen. Damit wird das Surfen deutlich günstiger.

Das Prinzip: Man zahlt im Voraus für eine bestimmte Datenmenge. Für die meisten Nutzer reichen dabei 300 Megabyte (MB) aus. Nur wer übers Internet viel Radio hört oder ­fernsieht, der braucht 1000 Me­ga­byte oder mehr (siehe ­Kasten ­unten).

Der K-Tipp hat die Datenoptionen der wichtigsten Prepaid-Anbieter verglichen (siehe Tabelle). Die Prepaid-Angebote von M-Budget und Yallo bieten keine Datenoptionen an und kommen deshalb in der Tabelle nicht vor.

Resultat: Ok.-Mobile von Valora ist sowohl für normale Surfer (300 MB für Fr. 7.–) als auch für Vielsurfer (1000 MB für Fr. 15.–) mit Abstand am günstigsten. Mit Abstand am teuersten ist die Swisscom: Sie verlangt für 300 MB Fr. 19.–. Das ist fast dreimal so viel wie beim günstigsten Anbieter. Swisscom begründet die hohen Preise unter anderem mit der sehr guten Handynetz-Ab­deckung.


Ärgerliche automatische Verlängerung

Stossend: Bei allen Telecom­unternehmen verfällt das Restguthaben innerhalb von 30 Tagen. Noch kundenfeindlicher ist die Geschäftspraxis von Sunrise und Orange: Dort wird die Datenoption automatisch verlängert. Das ist bei ­einem Prepaid-Handy problematisch. Denn so muss man ständig dafür besorgt sein, dass genug Geld geladen ist. Sonst riskiert man, nicht mehr telefonieren zu können. Sunrise meint dazu, man könne die Datenoption jederzeit kün­digen. Es bestehe keine ­Mindestlaufzeit.

Eine weitere Möglichkeit zum Surfen im Internet via Prepaid-Handy sind Tagespauschalen. Das Prinzip: Man zahlt nicht für eine bestimmte Datenmenge, sondern pro Nutzungstag. Was die Provider aber verschweigen: Bei den meisten Angeboten surft man nur mit gedrosselter Geschwindigkeit.

Bei Sunrise Go dayflat kostet Surfen Fr. 1.– pro Tag. Die Geschwindigkeit ist auf magere 256 Kilobit pro Sekunde begrenzt. ­Videos lassen sich so nur mit viel Ruckeln abspielen. Normal sind mehrere Tausend Kilobit.

Coop und Orange verlangen beide Fr. 2.– pro Tag und drosseln die Geschwindigkeit sobald man mehr als 500 Megabyte verbraucht hat.

Etwas bessere Leistungen bietet Swisscom bei Easy befree. Eine Drosselung gibts erst bei 2 Gigabyte pro Monat. Das Angebot ist jedoch mit Fr. 4.– pro Tag mit Abstand das teuerste.


Datenverbrauch


So viel Datenguthaben verbraucht man:

  • Ein E-Mail ohne Anhang abrufen: rund 10 Kilobyte
  • Eine Zugsverbindung nachschauen: rund 60 Kilobyte
  • Die «Blick»-Website anschauen: rund 2 Megabyte
  • Nachrichten auf Facebook lesen: rund 4 Megabyte
  • Zehn Minuten Internet-Radio hören: rund 7 Megabyte
  • Fünf Minuten Video schauen: rund 50 Megabyte
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Kommentare

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von bezaugg am
21.03.2012, 09:51

abdeckung (empfang)

wie sieht die abdeckung von valora im vergleich zu swisscom aus?

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