Speicherkarten im Test

K-Tipp 12/2013 vom

von

Wer vor den Ferien noch eine Speicherkarte für seine Kompaktkamera kaufen muss, muss nicht mehr als 15 Franken ausgeben. Der K-Tipp-Test zeigt: Auch günstige Karten können schnell sein. Für den Normalgebrauch sind ultraschnelle Karten nicht nötig.

Speicherkarten passen in Fotoapparate, Videokameras, Tablets und Laptops. Die Karten sollten möglichst schnell Daten speichern und wiedergeben. Als Konsument hat man die Qual der Wahl: Allein Marktführer SanDisk bietet über 25 verschiedene Karten an. Der Preisbereich für Karten mit acht Gigabyte Speicherplatz bewegt sich zwischen 7 und 30 Franken.

Doch welche taugt für den Normalgebrauch, und welche ist die Schnellste? Der K-Tipp schickte 15 SDHC-Speicherkarten zur Geschwindigkeitsmessung ins Labor. Auf jeder Karte speicherten die Experten 131 verschiedene Foto- und Video-Dateien mit einer Gesamtgrösse von 1,41 Gigabyte. Dabei wurde gemessen, wie schnell die Karten die Daten verarbeiten, beispielsweise bei Serienbildaufnahme in Fotokameras oder beim Übertragen von einem Kartenleser auf den Computer (siehe Kasten «So wurde getestet»). Zudem wurde überprüft, ob die Karten so schnell sind wie auf der Verpackung versprochen. Die Einstufung reicht von Speed-Klasse 2 bis 10, wobei der K-Tipp nur Karten der Klassen 4 bis 10 testen liess. Karten der Klasse 4 müssen Daten mit mindestens 4 Megabyte pro Sekunde abspeichern können. 

Die wichtigsten Testresultate: Bis auf eine Karte erreichten alle Produkte die angegebene Mindestgeschwindigkeit. Einige sind sogar deutlich schneller. Das bedeutet: Auch vergleichsweise günstige Karten der Klasse 4 können für durchschnittliche Ansprüche ausreichend sein. Vier der getesteten Speicherkarten erreichten das Gesamtergebnis «sehr gut», sieben schnitten gut ab und vier erhielten das Gesamturteil «genügend». Unter den sehr guten Karten sind ausschliesslich Produkte der Speed- Klasse 10 zu finden. Unter den guten findet sich aber auch eine Karte der Klasse 6 und zwei der Klasse 4. 

Testsieger ist die Ultimate X von Kingston. Die SanDisk Extreme Pro ist mit fast 30 Franken beinahe doppelt so teuer wie die Kingston. Sie verpasst den Spitzenplatz nur, weil das Labor beim Schreiben von Daten mit USB 3.0 Standard starke Geschwindigkeitschwankungen feststellte. Betrachtet man nur die erreichten Geschwindigkeiten der Datenübertragung, wäre die SanDisk Extreme die schnellste Karte im Feld.

In der Rangliste folgen die Karten Platinum Ultra High Performance und SanDisk Ultra. Die Karte von Platinum ist mit einem Preis von nur Fr. 8.29 eine der günstigsten im Test, während die SanDisk Ultra rund 30 Franken kostet.

Gut mit Gesamtnoten von 5,4 bis 4,8 waren auch noch die Karten Lexar Premium UHS I, Intenso, Patriot LX, PNY Professional, Verbatim, Samsung und die SanDisk SDHC. Die Karte von Verbatim fiel positiv auf, da sie als Klasse 6-Karte deklariert ist, im Datenverkehr aber Geschwindigkeiten wie eine Karte der Kategorie Klasse 10  erreicht. Die günstigste Karte im Test – Samsung Essential für nur 7.95 Franken – überzeugte ebenfalls und erhielt ebenfalls noch die Auszeichnung «gut». Die Karte von Sony wurde um eine Note abgewertet, weil die Karte im Betrieb immer deutlich langsamer war als die deklarierte Mindestgeschwindigkeit der Klasse 6. Das Labor überprüfte die Werte zusätzlich mit kleineren Datenpaketen. Doch auch so war die Sony-Karte nicht schneller. Sony sagt, diese Karte sei bereits durch ein neueres schnelleres Nachfolgemodell abgelöst worden.

Die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den schnellsten und den langsamsten Karten sind gross: Mit den besten vier Karten verschiebt man über den Kartenleser zwischen 40 und 90 Megabyte Daten pro Sekunde auf den Laptop. Die langsamsten Karten schaffen nur 10 bis 20 Megabyte pro Sekunde. Doch auch dies reicht für die meisten Anforderungen und Geräte aus. (siehe Kasten: Die passende Speicherkarte finden).

Deutlich wird der Unterschied auch bei der Anzahl in einer Fotokamera gespeicherten Serienbilder: Die schnellste Karte speicherte im Serienbildmodus innerhalb von 30 Sekunden mehr als 60 der aufgenommenen Fotos. Die langsamsten Karten schafften noch 30 Fotos.

Übrigens: Keine der Karten im Test zeigte Schwächen bei hochauflösenden Filmaufnahmen – zumindest bei kurzen Videoclips. Alle sind schnell genug, um Full-HD-Videos von 30 Sekunden Dauer ohne Fehler und Ruckeln aufzuzeichnen. Für kurze hochauflösende Aufnahmen reichen also auch Speicherkarten der Speed-Klasse 4 aus. 


So wurde getestet

Die Experten des Labors Müller BBM in München haben die Datentransfer-Geschwindigkeiten von SDHC-Karten beim Auslesen und Schreiben von Daten gemessen. Bei den Tests eingesetzt wurden eine gängige Kompaktkamera Panasonic DMC-SZ5, eine hochwertige Systemkamera Sony NEX-6, ein Kartenlesegerät von Hama mit USB 3.0 Schnittstelle sowie ein PC mit Windows 7 in der 64 Bit Version und USB 3.0 Schnittstellen.

  • Daten von der Karte lesen: Wie schnell kann man über ein Kartenlesegerät einen 1,41 Gigabyte grossen Datensatz aus 131 Foto- und Video-Dateien von den Karten auf den PC übertragen? Wie schnell können die Daten von den Karten in den Digitalkameras per USB auf den Computer übertragen werden?
  • Daten auf Karte speichern: Wie schnell kann man den Datensatz vom PC über das Kartenlesegerät auf die Karten speichern? Wieviele Fotos lassen sich innerhalb von 30 Sekunden im Serienbildmodus von den Digitalkameras auf die Karten speichern?



Die passende Speicherkarte finden
 

Welche Speicherkarte man kaufen soll, hängt vom Einsatzzweck und den Geräten ab, in denen man die Karte verwenden möchte. Das Hauptproblem liegt oft nicht bei der Karte, sondern beim Gerät. SDHC-Karten passen in die meisten Geräte, die nicht älter als fünf Jahre sind. Nicht alle älteren Fotokameras kommen aber mit Karten zurecht, die eine Kapazität von mehr als 8 Gigabyte haben.

Deshalb vor dem Kauf einer Karte in der Bedienungsanleitung der Kamera unbedingt nachlesen, welches die maximale Kapazität der Kamera ist. In gängigen Kompaktkameras machen grössere Karten in der Regel keinen Sinn. Durchschnittlich ist ein Foto im JPEG-Format nicht grösser als 4,6 Megabyte. Das bedeutet: Bereits auf einer 8 Gigabyte Speicherkarte haben über 1700 Fotos Platz. Das dürfte für die meisten Bedürfnisse ausreichen. Für anspruchsvollere Fotografen mit teuren System- oder Spiegelreflexkameras aber sollte man grössere Karten in Betracht ziehen, vor allem dann, wenn die Bilder im datenintensiven RAW-Format abgespeichert werden.


Folgende Kombinationen sind sinnvoll:


Normalnutzer:

  • Kompaktkameras/Bilder im JPEG-Format: SDHC Karten der Klasse 4 und 6 sowie günstige Klasse 10 Karten unter 15 Franken bis 8 Gigabyte Speicherplatz.
  • Systemkameras/Bilder im JPEG-Format: SDHC Karten der Klassen 6 und 10 unter 20 Franken bis 32 Gigabyte Speicherplatz.


Ambitionierter Amateur und Profis:
 

  • System- und Spiegelreflexkameras/Bilder im RAW-Format: Die leistungsstärksten SDHC Klasse 10 Karten bis 32 Gigabyte. Oder bei den neusten Kameras die neuen SDXC-Karten der Klasse 10 ab 64 Gigabyte Speicherplatz.
0

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Test verwalten

Dieser Artikel ist folgenden Themen zugeordnet

Weitere Artikel zum Thema

Speicherkarten: Mehr Platz für Ferienfotos

Umstrittene Video-Aufzeichnungen

Multimedia: Leser fragen, Saldo antwortet

Buchtipp zum Thema

Musik und Fotos auf dem Computer