Sparsam und komfortabel kühlen

Haus & Garten 02/2013 vom

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Kühlschränke laufen jahrein, jahraus Tag und Nacht. Deshalb lohnt es sich, beim Kauf auf den Stromverbrauch zu achten. Viele Hersteller haben ihre Geräte auch sonst den neusten Bedürfnissen angepasst: verschiedene Kälte­zonen, differenzierte Temperatureinstellung und LED-Beleuchtung.

Die Energieetikette bei Kühlschränken ist verwirrend: Die Skala reicht von D bis A+++. Aber Geräte der Effizienzklassen D bis A+ dürfen gar nicht mehr importiert werden. Erhältlich sind nur noch Geräte der Klassen A++ und A+++ sowie Ladenhüter A+. Doch auch die Klassifizierung gibt nur an, wie viel Strom ein Kühlschrank – gemessen an seiner Grösse – verbraucht (siehe auch K-Tipp 4/2012).

Deshalb achten Käufer am besten auf den Verbrauch in Kilowattstunden pro Jahr. Er ist auf der Energieetikette ebenfalls aufgedruckt. Genauso wie das Volumen des Kühlteils, des Gefrierfachs und die Geräuschentwicklung.

Doch wie gross muss ein Kühlschrank sein? Die Faust­regel lautet: für eine Person reichen rund 100 Liter. Für jede weitere Person brauchts zusätzliche 40 Liter. Für eine vierköpfige Familie sollten es also rund 220 Liter sein.

Wer nicht nur den Kühlschrank ersetzt, sondern die ­Küche renoviert oder sogar neu baut, hat die Wahl zwischen Geräten nach Euro- (60 cm breit) und nach Schweizer Norm (55 cm). Langsam scheint sich auch in der Schweiz die Euro-Norm durchzusetzen. Jedenfalls ist die Auswahl bei den meisten Herstellern grösser.

Welche Marke der Kunde wählt, ist weniger wichtig. Denn oft stammen Kühlschränke verschiedener Marken ohnehin aus der gleichen Fabrik. Häufig sind sie – abgesehen vom Design – sogar baugleich.


Interessanter als der Markenname sind daher die Neuerungen der letzten Jahre:


Flaschenfächer: Neuerdings sind sie bei den meisten Geräten so dimensioniert, dass auch 2-Liter-Flaschen Platz finden. Achtung: Fächer in der Tür nicht zu stark belasten, sonst leiden die Scharniere. Volle Flaschen deshalb möglichst nahe an den Scharnieren platzieren.


Beleuchtung: Viele Kühlschränke sind inzwischen von LED-Lampen beleuchtet. Vorteil: Die Lebensdauer der LEDs übersteigt in der Regel diejenige des Kühlschranks. Deshalb ­müssen meist keine Birnen mehr gewechselt werden.


Mehrzonengeräte: Moderne Kühlschränke bestehen nicht mehr bloss aus einem Kühlteil und einem Gefrierfach, sondern aus bis zu vier Zonen, teils mit Fächern oder Schub­laden: Zuunterst das «Kellerfach» mit 8 bis 12 Grad für Getränke und kälteempfindliche Lebensmittel wie Kartoffeln, Tomaten und Orangen. Darüber ein Kaltlagerfach mit 0 bis 3 Grad. Unterteilt in eine feuchte Zone für Salate und Kräuter sowie eine trockene für Fleisch und Fisch. Dann die klassische Kühlzone mit 4 bis 8 Grad. Und zuoberst das Gefrierfach. Die klassische Kühlzone ist bei gewissen Geräten mit einer Umluftkühlung versehen. Sie sorgt dafür, dass in der ganzen Zone die gleiche Temperatur herrscht.


No-Frost-System
: Damit wird Abtauen überflüssig, denn es sollte sich im Gefrierteil kein Eis mehr bilden. Das Umluft­system leitet die Feuchtigkeit an den Verdampfer, wo sie kondensiert und gefriert. Dann wird sie abgetaut und gelangt in die Auffangschale, wo die Kompressor­wärme das Wasser zum Verdunsten bringt.


Kohlefilter
: Sie neutralisieren penetrante Gerüche.


Einstellungen
: Bei teureren Modellen lassen sich die Temperaturen für Kühlteil und Gefrierfach aufs Grad genau einstellen (Digitalanzeige). Der Kühlteil kann häufig ganz ausgeschaltet werden. Das ist praktisch, wenn während der Ferien der Kühlschrank leer ist, nicht aber das Gefrierfach.


Tablare
: Wenn die Tablare nicht auf Schienen ruhen, sondern mit Stiften in die Seitenwände geklickt werden, lassen sich die Kühlschrank-Innen­wände leichter reinigen.


Türe
: Wie die Türen der Küchenmöbel sind nun auch viele Kühlschranktüren mit Bremsen ausgerüstet, damit sie sanft schliessen.


Alarm: Ist die Türe nicht ganz geschlossen, ertönt bei teureren Geräten ein Warnsignal.


Gefrierfach: Auf die Türen ist jeweils eine gewisse Anzahl Sterne aufgedruckt. Deren Bedeutung:

  • Im Gefrierfach ist es mindestens –6 Grad kalt. Gefrorene Ware kann ein paar Tage ge­lagert werden.
  • Mindestens –12 Grad. Lagern von Gefrorenem während zwei bis drei Wochen, Glace während ein paar Stunden.
  • Mindestens –18 Grad. Ware lässt sich mehrere Monate lagern.
  • Mindestens –18 Grad. Aber hier kann Ware eingefroren werden. Wie viel innert 24 Stunden – darüber geben die Geräte-Unterlagen Auskunft.



Preise
:  Meist gibts 30 bis 40 Prozent Rabatt auf die Katalogpreise. Feilschen lohnt sich. Miele gibt in den Katalogen zwar neuerdings «Nettopreise» an. Aber 5 bis 10 Prozent Rabatt liegen noch drin.


Weitere Infos

  • www.topten.ch. Die Stromspar-Plattform listet die A+++-Geräte auf.



Spartipps nach dem Kühlschrank-Kauf

Wer Strom sparen will, sollte nicht nur beim Kauf eines Kühlschranks überlegt vorgehen, sondern auch beim Gebrauch. Hier die wichtigsten Tipps:

  • Temperatur: Stellen Sie die Temperatur im Kühlschrank nicht zu niedrig. 5 bis 7 Grad reichen.
  • Standort: Ein freistehendes Gerät sollte nicht in die Nähe einer Wärmequelle – wie Herd, Backofen und Radiator – stehen. Aber auch nicht an einem Ort, wo die Sonne hinscheint.
  • Esswaren: Reste, die warm sind, gehören nicht in den Kühlschrank. Lassen Sie sie zuerst auskühlen. Im Winter am besten vor dem Fenster.
  • Kälteverlust: Kühlschranktür nur kurz öffnen, sonst entweicht viel Kälte. Deshalb: Kühlschrank zweckmässig füllen – häufig Gebrauchtes soll vorne liegen.
  • Gefrorenes: Dieses rechtzeitig vom Gefrierfach in den Kühlschrank legen. Der Kühlschrank nimmt die Kälte auf und braucht weniger Energie. Keinesfalls Gefrorenes im Backofen oder in der Mikrowelle auftauen.
  • Portionieren: Gefriergut in flachen Portionen einpacken. So friert es schneller ein.
  • Abtauen: Sobald die Reifschicht dicker als 3 bis 4 mm ist: abtauen. Vor allem an den Türdichtungen darf sich kein Eis befinden.
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