Skype überzeugt, Google nicht

K-Tipp 10/2012 vom 16. Mai 2012

von Christian Birmele, Redaktion K-Tipp

Gratis weltweit telefonieren: Spezielle Programme wie Skype und Microsofts Messenger machen es ­möglich. Der K-Tipp hat die vier beliebtesten Programme unter die Lupe genommen. Fazit: guter Ton, teils schlechte Videoqualität.

Egal, ob auf ­Geschäftsreise, in den Ferien oder mit Freunden im Ausland: Dank spezieller Programme kann man übers Internet gratis telefonieren. Auch Videotele­fonie mit zwei oder mehr Teil­nehmern ist möglich. Dafür braucht man nur Internetanschluss, Notebook oder Smart­phone  sowie das entsprechende Programm (siehe Kasten).

Am weitesten verbreitet sind die Programme Skype und  Messenger (Microsoft). Aber auch über die Websites von ­Facebook und Google+ kann man telefonieren. Alle diese Angebote sind gratis. Auch die Anrufe selbst kosten nichts.

Um herauszufinden, wie zuverlässig die Dienste funktionieren, hat der K-Tipp die Bild- und Tonqualität sowie die Bedienbarkeit in einem ­Praxistest über alle Kontinente hinweg geprüft. Die Testpersonen simulierten über ein Spezialprogramm mit jedem Dienst mindestens ­einen Video-Anruf von Brisbane (Australien), Noida (Indien), Kairo (Ägypten), João Pessoa (Brasilien) und Los Angeles (USA) in die Schweiz – nach Glarus. Als Referenz wurde zudem je ein Anruf i­nnerhalb der Schweiz getätigt. Wichtig dabei: Wie verhalten sich die Programme bei einer langsamen Internetverbindung?

Ergebnis: Der Ton war bei ­allen vier Diensten einwandfrei, selbst bei Anrufen über eine sehr lang­same Internetleitung von Brisbane aus. Störgeräusche, Stottern oder Rauschen gabs nur sehr selten. Anders sieht es hingegen bei der Videoqualität und bei der Bedienbarkeit aus. Die Details sehen Sie in den Be­urteilungen rechts.


Skype


Hat am besten abgeschnitten. Skype bietet auch bei schlechter Internetleitung eine gute Video- und Tonqualität. Schlimmstenfalls wird das Bild leicht unscharf, ruckelt aber kaum.

Skype überzeugte auch punkto Handhabung und Installation. So ähnelt die Bedienung stark einem normalen Telefon und ist damit leicht verständlich.

Praktisch: Skype ist mit mehreren hundert Millionen Benutzern sehr weit verbreitet. Und dank der Anzeige «Gesprächsstatus» im Programmfenster erkennt man die Verbindungsqualität.

Skype gibt es für Win­dows, Mac, Linux, iPad, iPhone, Android-Handys, Sym­bian-Handys (Nokia), Windows Phone und einige TV-Geräte. Zu beziehen unter www.skype.ch.


Messenger


Die Videoqualität ist nur mittelmässig. Die Bilder sind zum Teil verpixelt – nicht nur bei langsamer Internetverbindung, sondern auch bei Anrufen innerhalb der Schweiz. Weitere Probleme sind starkes Rauschen und Ruckeln.

Positiv ist die einfache Installation. Die Bedienung ist etwas komplizierter als bei Skype. Grund: Der Messenger bietet neben dem Telefonieren eine Unmenge weiterer Funktionen. So kann man z. B. Videonachrichten versenden, wenn jemand nicht erreichbar ist. Aber auch Mails abrufen oder spielen. Störend: Im Programmfenster wird ständig Werbung eingeblendet.
 
Den Messenger gibt es für Windows und Mac.

Zu beziehen unter www.messenger.live.de.


Facebook


Hier telefoniert man über die Website. So funktionierts: Bei Facebook einloggen. Auf der rechten Seite sieht man jene Freunde, die online sind. Auf ­einen Freund klicken, dann auf das Kamera-Symbol. Anschliessend muss einmalig ein kleines Zusatzprogramm installiert werden – und fertig.

Die Qualität ist nicht so gut wie bei Skype, aber besser als beim Messenger. So ist zum Beispiel bei sehr schlechter Verbindung der Ton nicht mit dem Bild synchron, oder es kann nicht gleichzeitig gesprochen werden. Zur Bedienung: Auch wer Facebook noch nicht kennt, dürfte sich schnell zurechtfinden.

Telefonieren kann man mit Win­dows, Mac und Linux. Zu beziehen unter www.facebook.com.


Google+


Für die Videotelefonie muss man ein Konto auf der Website von Google+ haben und ein Hilfsprogramm installieren. Dann ruft man über die Funktion «Hangout» seine Freunde an. Die Bedienung ist ziemlich kompliziert. Wer sich mit Google+ nicht auskennt, benötigt viel Zeit, um sich durch die Menüpunkte zu klicken. Google liefert eine relativ gute Tonqualität. Die Bilder sind leicht unscharf. Negativ: Will man sich per Videokonferenz unterhalten, wird die Qualität massiv schlech­ter. Gut sind die Zusatzfunktionen – z. B. kann man gemeinsam Fotos anschauen.

Telefonieren kann man mit Windows, Mac, Linux, iPad, iPhone und Android-Handys. Zu beziehen unter www.google.ch.

 

Das benötigen Sie fürs Gratis-Telefonieren

Um weltweit zu telefonieren, genügt eine Internet-Verbindung. Am besten benützt man dafür einen draht­losen WLAN-Zugang zu Hause, in Hotels oder Restaurants. Eine gute Alternative sind Internetcafés. Wichtig: Schalten Sie das Daten-Roaming auf all Ihren ­Geräten, wie Handy und Tabletcomputer, unbedingt aus – sonst wirds teuer.

Zusätzlich braucht man ­einen Computer mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher oder Kopfhörer. Bei modernen Laptops ist das alles meist schon fix eingebaut. Auch ­viele moderne Handys bringen alle nötigen Voraussetzungen mit.

Damit man den gewünschten Dienst benutzen kann, muss zuerst das entsprechende Programm installiert werden. Für einen Anruf müssen sich alle Teilnehmer vorgängig registrieren, die Kontonamen austauschen und gleichzeitig im Internet sein.

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