Schweiz in Zahlen: Kein Sommer ohne Roaming-Ärger

saldo 10/2016 vom

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Konsumenten aus der Schweiz informieren sich, wie sie die überrissenen Roamingpreise fürs ­Telefonieren im Ausland umgehen können. Vor den Sommerferien ist der Informationsbedarf jeweils besonders gross. Das zeigt die Suchstatistik von Google. 

Schweizer Roamingtarife für ­ausgehende Anrufe sind laut ­Bundesamt für Kommunikation im mehrjährigen Durchschnitt 70 Prozent höher als in der EU. SMS sind 180 Prozent teurer und das Datenroaming kostet 50 Prozent mehr. 

In der EU dürfen Telekomfirmen ihren Kunden seit Anfang Mai bei Reisen innerhalb der EU zusätzlich zum nationalen Tarif nur noch einen Aufschlag von wenigen Cents berechnen: Für ausgehende Anrufe sind höchstens 6 Cents extra pro Minute erlaubt, pro SMS maximal 2 Cents und beim Datendownload maximal 6 Cents pro Megabyte (zuzüglich Mehrwertsteuer). Am 15. Juni 2017 schafft die EU die Roaminggebühren innerhalb der Mitgliedsländer ganz ab. Deutsche Kunden von Vodafone bezahlen bereits jetzt keinen Zuschlag mehr fürs Roaming.

Auch Schweizer Telekomfirmen senkten die Roamingpreise. Doch von neueren Preissenkungen ­profitierten vor allem Vielnutzer und Personen mit relativ hoch­preisigen Abos. Das schreibt das Bundesamt für Kommunikation. Der Bundesrat will deshalb das Fernmeldegesetz ändern und Roaming-Preisobergrenzen ein­führen. Die grossen Parteien CVP, FDP, SP und SVP wollen davon aber nichts wissen («K-Tipp» 8/2016).

Tipps für Auslandreisen: 

  • Prüfen Sie, ob das Datenroaming auf dem Handy ausgeschaltet ist.
  • Möglichst nur über einen ­kostenlosen, drahtlosen Internetzugang (WLAN) surfen.
  • Mailbox ausschalten. 
  • Bei der eigenen Telekomfirma allenfalls befristete Roaming-Zusatzoptionen für das Reiseland kaufen.
  • SIM-Karte einer lokalen Telekom­firma benutzen («K-Tipp» 5/2015).
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