Regen bringt dem Garten Segen

Haus & Garten 2/2007 vom 9. Mai 2007

von STEFAN CHRISTEN

Ein Regenwasservorrat ist im Sommer nützlich. Auch Bewässerungssysteme sind praktisch: So überstehen Pflanzen die Sommerhitze ohne grossen Aufwand.

Regenfass
Eine Tonne ist die einfachste, kostengünstigste und umweltfreundlichste Methode, Regenwasser zu sammeln und zur Bewässerung des Gartens zu nutzen. Mittels eines Fallrohres mit eingebautem Filter (zum Beispiel mit der Möglichkeit, Metallabschwemmungen zurückzuhalten) gelangt das Wasser ins Regenfass. Ein Füllautomat oder -mechanismus sorgt dafür, dass die volle Tonne nicht überläuft. Als Material bietet sich Holz oder Kunststoff an.

Wer ein Regenfass im Garten stehen hat, sollte folgende Tipps beachten:
- Tonne im Sommer verschliessen oder abdecken - aus Sicherheitsgründen, damit das Wasser nicht veralgt und zum Schutz vor Insekten.
- Wer das Wasser nicht Giesskanne für Giesskanne in den Garten ausbringen will, kann sich mit einer Tauchpumpe behelfen, die das Wasser in den Gartenschlauch leitet.
- Regentonnen sollten vor dem Winter entleert werden, damit allfälliges Restwasser nicht vereist. Sinnvoll ist ein Auslaufschlauch im Bodenbereich, damit alles Wasser abfliessen kann.

Zur Regentonne gibt es (teurere) Alternativen:

Dachtank
Ein Hochbehälter zum Beispiel für Flachdächer von Garagen. Der Tank wird auf das Garagendach gelegt und ist von unten unsichtbar. Das Gewicht des Tanks ist auf Fertiggaragen abgestimmt, das Fassungsvermögen beträgt rund 700 Liter.
Aktuelle Modelle etwa der spezialisierten deutschen Firma Speidel lassen sich ohne Pumpe direkt mit der Giesskanne oder mit dem Schlauch anzapfen. Kosten: ca. 800 Franken.

Erdtank
Kompakter Mini-Erdspeicher zur unterirdischen Lagerung von Regenwasser. Der Kunststoffbehälter muss nur leicht eingegraben werden und fasst je nach Grösse 500 oder 1000 Liter Wasser. Preis: zwischen 500 und 700 Franken.


AutomatischeBewässerung

Nicht jeder Hobby-Gärtner hat Zeit, im Sommer Abend für Abend mit der Giesskanne seine Runden zu drehen. Auch einfache Bewässerungssysteme erleichtern die Arbeit. Und für eine längere Abwesenheit in den Ferien bieten sich automatische Bewässerungsanlagen an.

Pet-Flaschen
Leere Pet-Flaschen mit Wasser füllen und umgedreht in die Blumenerde stecken. Den Ausfluss mit einem Tonkegel verschliessen, so leert sich die Flasche langsam. Damit Wasser aus der Flasche tröpfeln kann, muss Luft in die Flasche gelangen. Dies kann nur passieren, solange das Substrat nicht so nass ist, dass die Luftzufuhr unterbunden ist. Dieses System ist vor allem für Töpfe und Balkonkistli geeignet.

Undichter Schlauch
Der Tropfschlauch lässt sich einfach auf dem Beet oder im Boden verlegen und gibt durch regelmässig verteilte Tropflöcher Wasser ab. Die Bewässerung findet direkt an der Wurzel statt.

Über diesen Vorteil verfügt auch der Schwitzschlauch. Hier wird die Feuchtigkeit über die gesamte Oberfläche abgegeben. Das System lässt sich mit Überwachungskomponenten koppeln. Nachteil: Die Schläuche können die Gartenarbeit behindern.

Tropfer
Sie geben das Wasser in kleinen Mengen im Wurzelraum der Pflanzen ab. Bewährt hat sich «Tropf Blumat»: Ein Tonkegel dient dabei als Sensor und Tropfer in einem. Das System kann einfach an einem Wasserhahn oder an einem Hochtank angeschlossen werden. Die Tonkegel lassen sich mit einem Zufuhrschlauch verbinden.

Sprenger
Versenkbare Kreisregner sind vor allem für Rasenflächen geeignet, die regelmässig bewässert werden müssen. Viereckregner eignen sich für grosse, rechteckige Flächen mit niedriger oder lückenhafter Bepflanzung wie Gemüsegärten. Sprenger sollten nur frühmorgens oder nachmittags eingesetzt werden, denn in der Mittagshitze können Tropfen das Laub wie ein Brennglas versengen. Nachteil: Blüten leiden unter der Nässe und faulen dadurch schneller.

Unterirdische Wasserleitung
Sinnvoll in grösseren Hausgärten. Die Leitung lässt sich an ausgewählten Stellen über in den Boden eingelassene Wassersteckdosen anzapfen - mit dem Schlauch oder der Brause, aber auch mit anderen Bewässerungsgeräten.

Computergesteuerte Bewässerung
Dabei wird ein batteriebetriebener Bewässerungscomputer an den Wasserhahn geschraubt. So lassen sich die Wassermenge und Häufigkeit der Bewässerung in der Zeit der Abwesenheit individuell einstellen. Bewässerungscomputer für den Hausgebrauch sind in Garten-Centern ab rund 50 Franken zu haben, komplexere Modelle kosten bis zu 200 Franken.

System für Zimmer-UND Topfpflanzen
Bei diesem System von Gardena versorgt ein Transformator eine kleine Pumpe mit Strom. Diese befördert das Wasser aus einem Speicherbehälter zu einem Tropfverteiler, der es gleichmässig an mehrere Tropfschläuche verteilt. Die Enden werden mit kleinen Spiessen im Topf fixiert.

Für einzelne Topfpflanzen reicht auch ein sogenannter Pflanzenbewässerer. Ein Wasserbehälter aus Kunststoff wird an den Topf gehängt. Ein Docht zieht das Wasser kontinuierlich aus dem Behälter und gibt es an die Blumenerde ab.

Auch mit der «Micro-Drip»-Sprüh- und Tropfbewässerung von Gardena kann gezielt und fein dosiert bewässert werden. Um ein ganzes Bewässerungsnetz zu verlegen, wählt man zwischen verschiedenen Ausbringgeräten wie Reihentropfer, Regner und Sprühdüsen. Das «Micro-Drip»-System kann für Balkonkästen oder Beete eingesetzt und mit verschiedenen Überwachungskomponenten gekoppelt werden.



Regenwasser für Toilette und Waschmaschine

Regenwasser lässt sich als sogenanntes Brauchwasser auch für die Toilettenspülung und die Waschmaschine verwenden. Dafür gibt es heute Regenwasseranlagen: Vom Dach als Sammelfläche gelangt das Regenwasser über ein Fallrohr in einen (unterirdischen) Speicher, der als Vorratstank dient. Eine Pumpe bringt das Wasser zu den Verbrauchsanlagen - über ein Rohrsystem, das von der Trinkwasserleitung strikt getrennt sein muss.

In Trockenperioden brauchen auch Regenwassernutzer eine Zufuhr von Trinkwasser in das Brauchwassersystem. Damit es dabei nicht zu einer Vermischung kommt, verfügen moderne Regenwasseranlagen über eine Rückstromsicherung.

In einer Studie im Auftrag des Bundes kam die ETH Lausanne allerdings zum Schluss: Das Nutzen von Regenwasser in Einfamilienhäusern ist nur selten sinnvoll. «Die Regenwassernutzung erweist sich aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen als ungünstig.» So sei der alleinige Betrieb von Toiletten in Einfamilienhäusern unrentabel. Die Kombination Toiletten/Wäschewaschen mit Regenwasser kommt laut Studie aber in Orten mit hoher Wasserhärte in Frage. Der Grund: Mit weichem Regenwasser wird 20 Prozent weniger Waschpulver verbraucht als beim Waschen mit hartem Wasser.

- Weitere Infos in der Broschüre «Regenwasser richtig nutzen» des Bundesamts für Umwelt, zu bestellen unter Tel. 031 325 50 50 oder unter www.bundespublikationen.ch, Suchbegriff «Regenwasser».



Richtig giessen

- Für Gartenbeete ist der Abend die beste Zeit zum Giessen, weil das Wasser während der kühlen Nacht aufgenommen werden kann. Der Nachteil: Auch Schnecken mögen die Abendbewässerung (siehe Seite 72).

- Gartenpflanzen besser ein- bis zweimal pro Woche gründlich wässern (ca. 20 Liter pro Quadratmeter) als täglich und nur oberflächlich. Wichtig: Die ganze Erde muss nass werden.

- Wasser nicht von oben über Blüten und Blätter giessen, sondern den Wasserstrahl der Giesskanne direkt auf die Erde leiten.

- Balkon- und Topfpflanzen regelmässig, aber nicht übermässig giessen: im Durchschnitt einmal täglich. Die Erde sollte nie vollständig ausgetrocknet sein. Giesst man zu wenig, können die unteren Wurzeln absterben, oberflächennahe Wurzeln leiden unter Hitze und Trockenheit. Gibt man zu viel Wasser, kann dagegen das überschüssige Wasser nicht abfliessen. Die Staunässe lässt die Wurzeln faulen.

- Wenn die Pflanzenerde zu trocken ist: In die Schale unter dem Topf Wasser füllen und mehrmals am Tag giessen, bis die Erde wieder normal durchfeuchtet ist.
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