Operation nützt wenig

Gesundheitstipp 02/2019 vom

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Reisst die Achillessehne, bringt eine Operation kaum Vorteile.

Das Risiko für einen Riss der Achillessehne ist vor allem bei Männern von 30 bis 50 Jahren gross – bei Sportarten wie Tennis, Volley- oder Basketball. Denn die Fuss­gelenke werden stark be­lastet. Viele Chirurgen raten Patienten, die Sehne nähen zu lassen. Doch nun zeigt eine Übersichtsstudie mit über 15000 Patienten im Fachblatt «British Medical Journal»: Die Operation hat erhebliche Risiken, bringt aber nur einen geringen Nutzen. 

Konkret: Bei Patienten ohne Operation kommt es nur in vier von hundert Fällen zu ­einem zweiten Sehnenriss – und bei hundert Operierten in zwei ­Fällen.

Deshalb rät der Berner ­Orthopäde Martin Weber betroffenen Patienten von einer Operation ab. Meistens genüge es, die Achillessehne mit einem Gips und speziellen Schuhen ruhigzustellen. Auch der Winterthurer Ortho­päde Luzi Dubs sagt: «Der Sehnenriss lässt sich mit guten Aussichten ohne Operation behandeln.» Das Risiko eines erneuten Risses sei zu klein, um die Ope­ration zu rechtfertigen. Zudem kommt es bei drei von hundert Operierten zu schweren Infek­tionen. Luzi Dubs sagt: «Solche Komplikationen sind schlimmer als ein zweiter Sehnenriss.» Um einen Riss der Achilles­sehne zu vermeiden, rät Dubs, die ­Wadenmuskeln vor dem Training mit Gymnastik aufzu­wärmen.

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