Nur die besten sind gut genug

K-Tipp 18/2007 vom

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Ein digitales Netzwerk übers Stromkabel ist praktisch. Spezielle Adapter machen es möglich. Allerdings: Mit Störfaktoren im Haus werden nur die besten Geräte fertig.

Musik, Internet und Video-Filme von einem Zimmer ins andere übertragen geht auch ohne speziell verlegte Kabel: Mit sogenannten Powerline-Adaptern lassen sich digitale Daten über die Stromleitung transportieren. Das Prinzip ist einfach: Der Computer oder der Internet-Router wird über den Adapter mit dem Stromnetz verbunden. Über das Elektrokabel gelangen die Daten ins andere Zimmer zum zweiten Adapter und von dort zu einem anderen Digital-Gerät (siehe auch diesen Artikel aus dem K-Tipp 5/07).

Eine patente Sache – wenn sie funktioniert. Kassensturz liess zehn Powerline-Adapter von der Rapperswiler Hochschule für Technik testen: Ist die Installation der Software einfach? Sind die Adapter mit den neusten Betriebssystemen kompatibel? Ist die Bedienung komfortabel? Und vor allem: Wie schnell ist die Datenübertragung?

Um möglichst realitätsnahe Ergebnisse zu erhalten, führten die Netzwerkspezialisten den Test unter zwei Bedingungen durch: über eine Elektroinstallation mit günstigen Voraussetzungen und eine andere mit Störfaktoren. Denn die Art der Stromverkabelung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Qualität des Datentransfers.

Beat Stettler von der Rapperswiler Hochschule für Technik: «Theoretisch sollten diese Geräte Daten über 200 bis 300 Meter Stromkabel übertragen können. Diese Reichweite verkleinert sich aber massiv, wenn der Weg über Stromzähler, Sicherungskästen oder Fehlstromschalter führt.» Die Folge: die Transfer-Geschwindigkeit sackt ab. Eine DVD ab Computer im Arbeitszimmer abzuspielen und im Wohnzimmer anzuschauen, ist unter solchen Bedingungen unmöglich: Das Bild ruckelt, ist verpixelt oder verschwommen.


Nur Zyxel und Level One sind «gut»


Eine erste Hürde nehmen alle Adapter im Test: Über ein Stromkabel ohne Störfaktoren klappt die Übertragung einer DVD bestens. Unter erschwerten Bedingungen aber trennt sich die Spreu vom Weizen: Nur die Produkte von Zyxel und Level One schneiden gut ab (Testresultate siehe unten).


Ideal: Vor dem Kauf ausprobieren


Panasonic schreibt zum mageren Resultat seines Produkts, ab November seien Nachfolgermodelle im Handel, die unter kritischen Bedingungen besser funktionierten. Und Allnet teilt mit, der Adapter sei inzwischen nicht mehr verfügbar und durch ein verbessertes Modell ersetzt worden.

Fazit: Bei Powerline-Adaptern gibt es grosse Qualitätsunterschiede. Und der Markt verändert sich schnell – nicht nur beim Angebot, auch bei den Preisen. Wie gut der Datentransfer übers Stromkabel funktioniert, hängt allerdings auch von der Hausinstallation ab. Stettler: «Jedes Haus hat andere Störungen, andere Verkabelungen. Im Idealfall probiert man einen Adapter zuerst aus, bevor man ihn kauft.»

Mehr Infos unter www.kassensturz.sf.tv


Zehn Adapter im Test

Die Note «gut» erhielten:

Die beiden Modelle überzeugten mit einer guten Datenübertragung – auch bei ungünstigen Voraussetzungen im Gebäude.


Die Note «genügend» erhielten:

Diese vier Modelle liessen sich einfach installieren und bedienen. Unter günstigen Bedingungen im Gebäude lieferten sie eine gute Datenübertragung. Unter erschwerten Bedingungen war der Datentransfer jedoch ungenügend.


Ebenfalls «genügend» waren:

Diese Modelle schnitten beim Datentransfer unter günstigen Voraussetzungen gut ab. Sie erhielten jedoch nur ein «genügend» für Installation und Bedienungsfreundlichkeit. Nur genügend bzw. gar schlecht war der Datentransfer unter erschwerten Bedingungen.


*Preiserhebung: Juli 2007

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