Nicht jeder Spaten ist praxistauglich

Haus & Garten 01/2014 vom | aktualisiert am

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Haus & Garten liess zwölf Spaten in Garten und Labor testen. Das Fazit: Wer ein Billigmodell kauft, muss mit Mängeln rechnen. Einige Spaten waren unpraktisch und zu wenig robust.

Wer im Garten ein frisches Beet anlegen oder den Boden auf­lockern will, braucht einen Spaten. Ein gutes Modell muss ­etwas aushalten können: Bei festem oder nassem Boden wirken starke Kräfte auf Schaufel und Stiel. Das gilt auch für das Ausgraben von stark verwurzelten Pflanzen.

Haus & Garten wollte wissen, wie es um die Qualität der in Baumärkten erhältlichen Spaten bestellt ist. Zwölf Modelle wurden dazu ins spezialisierte deutsche Prüfinstitut PZT in Wilhelmshaven (D) geschickt. Bei verschiedenen Tests in Garten und Labor wurden die Spaten auf ihre Funktionaliät und Strapazierbarkeit geprüft. Preislich kosteten die getesteten Spaten knapp 9 bis 53 Franken. 

Billigmodelle haben­ ­unpraktische Griffe

Das Testergebnis: Billigspaten eignen sich bestenfalls für kurze, einfache Arbeiten. Die drei günstigsten Produkte im Test – «Best Price» von Jumbo, «Hobby Line» von Migros Do it und der «Okay Stechspaten» aus der Landi – zeigten allesamt denselben Mangel: Ihr Griff ist unpraktisch. Folge: Die Arbeit erfordert viel Kraftaufwand, weil zügiges Ausheben des Erdbodens fast unmöglich ist. Zudem fällt es schwer, mit solchen Schaufeln Erdballen und Pflanzen auf dem Schaufelblatt zu balancieren. 

Und: Der Trittschutz ist bei diesen drei billigen Modellen zu kantig und mit spitzen Ecken versehen. Das kann bei Schuhwerk mit flexiblen Sohlen unangenehm sein.

Ein weiterer Punkt, den die Experten bemängelten: Blatt und Stiel der Spaten waren bei drei Billigprodukten nicht ge­nügend fest miteinander verbunden. So kann es bei grossem Kraftaufwand vorkommen, dass die Stielverbindung aus Metall verbogen wird. Auf dem Prüfstand verbogen sich ausserdem die Stiele beim Belastungstest stark. Das beeinträchtigt die erwünschte Hebelwirkung und kostet wertvolle Kraft. Zum Vergleich: Der auf dem ersten Rang platzierte Spaten der Marke Fiskars verbog sich bei gleicher Belastung kaum. Aufgrund des schlechten Handlings im Praxistest und der geringen ­Belastbarkeit auf dem Prüfstand schnitten die drei Billigspaten insgesamt mit «ungenügend» ab.

Drei Spaten erreichten ein gutes Testresultat

Das Gesamturteil «gut» erreichten folgende Spaten: «Fiskars Gärtnerspaten Economic», «Swiss Profi Line», «Aurora Pro» und «Lux Aluspaten». Diese vier Modelle kosten alle zwischen 44 und 53 Franken. Fünf weitere Spaten mit Preisen zwischen Fr. 21.90 und 32.90 schneiden immerhin noch mit «genügend» ab. 

Beim Praxistest kam es zu deutlichen Unterschieden: So zeichnet sich der Testsieger von Fiskars und der Aluspaten von Lux durch ihre S-förmigen Stiele aus. Dies bringt ergonomische Vorteile beim Ausheben von Erde und beim Ausgraben von Pflanzen. Beim Umstechen ist hingegen die klassische gerade Stielform von Vorteil: Man kann mehr Druck auf das Blatt ausüben. Hingegen ist das Ausheben mühsamer, da dabei die Haltung gebückter ist als bei Spaten mit S-Form. 

Die Migros schreibt in ihrer Stellungnahme, sie wolle die Resultate des Haus & Garten-Tests in die Überarbeitung ihres Spaten-Sortiments einfliessen lassen. Die neuen Modelle sollen 2015 in den Handel kommen. 

Hornbach und Jumbo sind der Ansicht, dass Gartenspaten primär fürs Umstechen kon­struiert seien. Für das Ausheben und Ausgraben seien Schaufeln besser geeignet. Zum kantigen Trittschutz des Best-Price-Spatens empfiehlt Jumbo «gutes Schuhwerk mit steifer Sohle». Die Stiel- und Griffformen ­hingegen seien «Geschmacks­sache».

Ein gepflegter Spaten hält länger

Feuchtigkeit, Steine im Erdreich und der Krafteinsatz beim Ausheben der Erde setzen vor allem dem Spatenblatt zu. Rost und eine stumpfe Schneide erhöhen den Kraftaufwand bei der Arbeit im Garten. Tipp: Rost entfernt man einfach mit Stahlwolle. Danach mit einem Stoff­lappen oder Küchenpapier ­etwas Universalöl auftragen: Das verhindert Korrosion. Eine stumpfe Blattschneide kann man mit einer feinen Metallfeile von Hand nachschärfen. Wichtig für den optimalen und möglichst schmerzfreien Einsatz: Den Spatenstiel im Laden in der Länge so wählen, dass man möglichst alle Bewegungen mit geradem Rücken ausführen kann.

So wurde getestet

Im Auftrag von Haus & Garten hat das technische Prüfinstitut PZT aus Wilhelmshaven (D) zwölf Gartenspaten in der Praxis und im Labor getestet.

  • Praxistest: Eine Expertin und ein Experte führten verschiedene Arbeiten aus und bewerteten die Eigenschaften und die Handhabung der Spaten. Es wurde mit jedem Produkt jeweils eine Fläche umgegraben, Erde in eine Karre geschaufelt, Pflanzen mit Wurzeln ausgegraben, Graskanten abgestochen und Pfahllöcher ausgehoben. Die zwei Experten bewerteten dabei auch die Gewichtsverteilung der Spaten, die Griffergonomie und den Trittschutz.
  • Labortest: Im Rahmen von zwei Belastungstests wollte Haus & Garten wissen, wie stark sich die Spaten unter Last verbiegen und wann die Stiele brechen. Zu diesem Zweck spannte man die Spaten im Labor am Blattstielansatz ein und übte stufenweise Kraft bis zu einer maximalen Belastung aus. Die Experten massen während des Tests die Verformung des Stiels und die bleibende Verformung nach Entlastung.

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