Kühle Rechner zahlen mehr

K-Tipp 1/2005 vom

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Gefrierschrank oder Gefriertruhe? Der Stromverbrauch spricht für die Truhe, der Platzbedarf für den Schrank. Worauf es sonst noch ankommt, zeigt der K-Tipp.

Rund zwei Millionen Gefriergeräte stehen in den Schweizer Haushalten - mehrheitlich Gefrierschränke. Tiefkühltruhen sind zwar sparsamer im Energieverbrauch, weil durch die oben liegende Öffnung nur wenig Kälte entweicht. Zudem schliesst der Deckel mit seinem Eigengewicht dicht - selbst dann, wenn die Dichtungen spröde werden.

Hingegen ist es einfacher, in einem Gefrierschrank Ordnung zu halten. Und besonders wichtig: Gefrierschränke benötigen wesentlich weniger Bodenfläche.

Wichtig beim Kauf eines Gefriergeräts ist die richtige Grösse. Zu gross darf es nicht sein. Denn sparsam lässt es sich nur betreiben, wenn es voll ist.
Einen raschen Überblick über die Verbrauchswerte gibt bei Kühlgeräten die Energieetikette (siehe Kasten). Detaillierter gibt die so genannte Warendeklaration auf den hintersten Seiten des Kataloges Auskunft. Dort steht etwa auch, wie hoch der Stromverbrauch pro 100 Liter Inhalt ist, wie viel Lebensmittel das Gerät in 24 Stunden einfrieren kann und wie lange die Ware bei einer Störung gefroren bleibt.


Stromfresser: Nur beim Kauf günstiger

In der Warendeklaration ist auch aufgeführt, welcher Klimaklasse die Geräte angehören. Die Codes SN, N, ST und T stehen für die jeweilige Umgebungstemperatur, für die das Gerät geeignet ist. Ist zum Beispiel der Keller zu kalt, arbeitet der Thermostat nicht richtig. Oder wird es im Estrich zu heiss, kühlt das Gerät nicht genügend.

Sparsame Geräte sind tendenziell etwas teurer als Stromfresser. Allerdings kann sich der Mehrpreis für ein sparsames durchaus lohnen. So hat der Internet-Suchdienst www.topten.ch errechnet, dass ein Stromfresser in 15 Jahren ohne weiteres 800 Franken mehr kosten kann als ein sparsames Gerät.


Richtige Benutzung hilft Strom sparen

Zu einem niedrigen Energieverbrauch kann allerdings auch der Benutzer beitragen. Daher folgende Tipps:
- Stellen Sie das Gerät nicht an die Sonne und auch nicht neben eine Heizung oder neben den Backofen.
- Minus 18 Grad reichen. Stellen Sie das Gerät nicht kälter ein.
- Lassen Sie warme Lebensmittel erst abkühlen, ehe Sie sie ins Gefriergerät stellen.
- Packen Sie das Gefriergut in kleine, möglichst flache Beutel oder Plastikbehälter. So friert es rasch durch.
- Lassen Sie zwischen den einzelnen Beuteln ein bisschen Platz: So frieren die Waren schneller ein.
- Schliessen Sie die Tür möglichst rasch. Das ist einfacher, wenn Sie Ordnung halten.
- Tauen Sie das Gerät ab, sobald sich eine dicke Eisschicht gebildet hat.
- Prüfen Sie die Türdichtung, falls sich rasch wieder Eis bildet.
- Lassen Sie Tiefgefrorenes im Kühlschrank auftauen. Die frei werdende Kälte hilft Strom sparen.



Neu auch A+ und A++

Immer mehr Kühlgeräte erfüllen mittlerweile die Voraussetzungen für die Energieeffizienz-Klasse A. Der Buchstabe A auf der Energieetikette stand bisher für höchste Effizienz. Nun hat die EU zusätzlich die Kategorien A+ und A++ geschaffen. Die Schweiz zieht dieses Jahr nach.
Geräte innerhalb der gleichen Energieeffizienz-Klasse lassen sich anhand der Angabe über den Energieverbrauch pro Jahr (in Kilowattstunden) vergleichen. Ebenfalls aufgeführt ist der Inhalt des Geräts. Freiwillig ist hingegen die Angabe der Geräuschentwicklung in Dezibel.



Schnellgefrierschalter
- Wenn Sie grosse Mengen aufs Mal einfrieren wollen, kann das lange dauern. Zudem besteht die Gefahr, dass bereits gefrorene Lebensmittel auftauen. Viele Geräte sind daher mit einem Schnellgefrier-Schalter ausgestattet. Damit arbeitet das Gerät eine Zeit lang mit voller Kraft.
- Wichtig: Die Schnellgefrier-Funktion sollte von alleine ausschalten, wenn sie nicht mehr benötigt wird.


Temperaturanzeige
- Die meisten Geräte sind mit einer Temperaturanzeige versehen.
- Wenig sinnvoll sind Anzeigen im Geräteinnern. Denn bei solchen Geräten müssen Sie immer die Tür öffnen, um die Temperatur zu kontrollieren.
- Praktisch sind Temperaturanzeigen an der Tür oder oberhalb der Tür.


Alarm
- Wenn die Tür irrtümlich eine Zeit lang offen bleibt, wenn der Strom ausfällt oder wenn das Gerät nicht richtig funktioniert, kann es im Innern so warm werden, dass das Kühlgut auftaut. Manche Geräte sind deshalb mit einem optischen oder akustischen Alarm ausgerüstet.
- Wichtig: Ein Alarm, der bei einem Stromausfall nicht funktioniert, ist unnütz.
- Einige Geräte speichern nach einem Störfall die höchste gemessene Temperatur. So können Sie auch nachträglich noch feststellen, ob das Kühlgut aufgetaut war.


Gefriertablett
- Beeren und Kräuter frieren einzeln schöner ein als in einem Beutel. Auf dem Gefriertablett lassen sie sich gut verteilen. Sobald sie eingefroren sind, können sie dann in einen Beutel umgefüllt werden.


Tür
- Im Geräteinnern kann sich wegen der tiefen Temperaturen ein Unterdruck bilden. Die Folge: Die Tür lässt sich nur mit Mühe öffnen. Etliche Hersteller haben deshalb in den Türgriff eine Mechanik eingebaut, welche zuerst das Vakuum auflöst, sodass sich die Tür leicht öffnen lässt.
- Achten Sie ferner darauf, dass sich die Tür links und rechts anschlagen lässt. So sind Sie beim Möblieren flexibler.


Schubladen
- Schubladen mit transparenter Front gewähren den Blick auf den Inhalt. Allerdings nur, solange sie nicht anlaufen.
- Achten Sie darauf, dass die Schubladen unterschiedlich gross sind. So können Sie sperrige Lebensmittel, aber auch Kleinigkeiten besser verstauen.
- Beachten Sie zudem, dass die unterste Schublade weniger tief ist. Denn dahinter befindet sich der Kompressor.
- Wenn die Lücke zwischen den einzelnen Schubladen klein ist, geht beim Öffnen der Tür weniger Kälte verloren.


Abtau-Automatik
- Hochwertige Geräte sind mit einer Abtau-Automatik versehen. Dabei sorgt ein Ventilator im Geräteinnern für einen Luftstrom. Vorteile: Die Kälte wird gleichmässig verteilt und die Feuchtigkeit wird nach aussen abgeleitet. Nachteile: Der Ventilator verbraucht zusätzlich Strom. Und die Geräte sind teurer.
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