Krankenkassen: Bis zu 100 Franken für eine Mahnung

saldo 17/2011 vom

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Krankenkassen schröpfen verspätete Zahler mit zum Teil übertriebenen Mahngebühren bis zu 100 Franken. Die Praxis findet im Gesetz keine Stütze.

Viele Krankenkassen verlangen von den Kunden happige Mahngebühren. Dies zeigt eine Recherche von saldo bei grossen Kassen.

Für die erste Mahnung verlangen Assura und Groupe Mutuel 10 Franken, Concordia 20 Franken, Swica und Sanitas 30 Franken. Helsana will 40 Franken für erstmals unbezahlte Prämien.

Für die zweite Mahnung müssen verspätete Zahler bei Assura und Swica 30 Franken, bei der Visana 50 Franken, bei der Helsana 60 Franken und bei der Concordia sage und schreibe 100 Franken zahlen.

Weniger verlangen KPT und die CSS: Für die erste und zweite Mahnung zahlt man bei der KPT insgesamt 20, bei der CSS 10 Franken.

Die Höhe der Mahnspesen ist rechtlich fragwürdig: Die obligatorischen Krankenversicherer dürfen eine angemessene Entschädigung für ihre durch die verspätete Zahlung entstandenen Umtriebe verlangen. Und sie müssen diese Gebühr in ihren Versicherungsbedingungen erwähnen. Mark Glutz von der Concordia behauptet, die verlangten Mahngebühren würden den Kosten entsprechen, die aufgrund der Mahnungen entstehen.

Die saldo-Aboverwaltung weiss aus eigener Erfahrung: Der Ausdruck und Versand einer Mahnung kostet etwas mehr als 1 Franken – aber nicht 100 Franken wie bei der Concordia.  

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Kommentare

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von Dave99 am
03.06.2013, 22:15

Avanex

Auch die Avanex zockt tüchtig ab! 1. Mahngebühr/Bearbeitungsgebühr: 40.- 2. Mahngebühr/Bearbeitungsgebühr: 100.- Solche hohe Bearbeitungsgebühren scheinen auf eine grosse Ineffizienz hinzuweisen. Jede staatlichen Krankenkasse wird effizienter sein, speziell da die Politik und die Bevölkerung bezüglich Effizienz genauer hinschauen würden als dies zur Zeit bei den privaten KKs der Fall ist.

von Abo20xx am
25.02.2013, 18:24

Mahngebühren im Abzockerstil

Auch bei Sympany herrschen Abzocker-Methoden. 70 SFr für die 1. Mahnung nach der Zahlungserinnerung. Ob es rechtlich zulässig ist, konnte ich noch nicht herausfinden. Einfachste Lösung: Zu einer anderen Kasse wechseln, welche vergleichbare Prämien hat und keine Abzocker-Mahngebühren verlangt!! z.B. die CSS, welche mit ihren Mahngebühren die effektiven Unkosten abdeckt. ALSO NICHTS WIE WEG VON DER KRANKENKASSE SYMPANY, die ist nämlich gar nicht sympatisch.

von ulla59 am
29.11.2012, 19:41

Mahngebühr bei der Concordia

Hallo Ich habe eine Rechnung über CHF 55.00 verloren. Da ich in letzter Zeit im Spital war, glaube ich dass die Mahnung während dieser Zeit verschickt wurde. Auf jeden Fall habe ich die Mahnung nie gesehen. Nun kommt die zweite Mahnung mit Betreibungsandrohung. Mahnkosten: CHF 40.00 und Umtriebskosten CHF 100.00. Müssen diese Kosten bezahlt werden?

von Joey72 am
27.03.2012, 10:24

Fragwürdige, überhöhte Mahngebühren

Ich finde es ja nett, dass ich hier auf diesen Beitrag stosse, aber kann ich denn auch etwas machen dagegen? Kann ich mich gegen diese überhöhte Mahngebühr wehren? Mir ist klar, dass ein Zahlungsverzug der Krankenkasse mehr Aufwand verursacht, ich wäre auch bereit eine Mahngebühr (z.B. 5 oder 10 Fr.) zu bezahlen, aber sicher nicht 40 Franken oder noch mehr! LG Joey72

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