Konsument Frenkel: Endlich sicher spielen!

saldo 18/2017 vom

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Kinderjahre sind Sorgenjahre. Sind die Kinder noch klein, sorgt man sich, sie könnten Dinge verschlucken, die sie nicht verschlucken sollten. Mein Sohn spielt zum Beispiel gerne Playmobil. Sehr zu meinem Missfallen. Erstens ist er dabei laut, zweitens habe ich immer Angst, er könnte die Figuren hinunterschlucken. Oder Teile davon. Die noch kleineren Legos habe ich längst konfisziert. 

Mit grosser Erleichterung studierte ich deshalb den neuen Ikea-Katalog. Auf zwei Seiten stellt das Unternehmen Sagoskatt vor. Das Stofftier wird in Ho-Chi-Minh-Stadt hergestellt. Angeblich kann es bedenkenlos verschenkt werden. Es hat alle Sicherheitstests von Ikea überstanden. Der Schwanz misst 22 Zentimeter. Gemäss Ikea-Katalog besteht kein Risiko, «dass sich Kinder unter 3 Jahren diesen um den Hals wickeln». Die aufgestickten Augen sind «viel sicherer als Plastik- oder Glasaugen», weil sie nicht verschluckt werden können. Die Nasenlöcher von Sagoskatt sind «weich und dehnbar». So können sich Kinder nicht verfangen oder verletzen. 

Der oder das Sagoskatt reisst auch nicht, wenn zwei Kinder sich um ihn streiten. Das Tier hält einiges aus: «10 Kilo Zug, 10 Sekunden lang», schreibt Ikea. Beruhigend: Bevor Sagoskatt die Fabrik verlässt, geht er oder es durch den «berüchtigten Metalldetektor, sodass «keine Nadel oder Klammer» im Körper vergessen wird. Ein Merkmal hat Ikea aber nicht getestet – das Aussehen. Die Gefahr, dass sich Kinder um Sagoskatt streiten, ist gering – das Stofftier sieht ungemein hässlich aus.

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