Kinder-Velohelme: Testsieger kostet nur 66 Franken

K-Tipp 08/2014 vom | aktualisiert am

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Die günstigsten Velohelme sind zu wenig sicher. Die Kinnriemen lockern sich zu schnell und lassen sich nur schwer einstellen.

Der K-Tipp wollte wissen: Wie gut dämpfen Kinderhelme bei einem Sturz den Aufprall? Und: Lassen sich die Helme unabsichtlich vom Kopf streifen? Das Labor prüfte zwölf Kinderhelme zu Preisen zwischen Fr. 21.50 und 89.90. Die Helme sind in diversen Designs und Grössen erhältlich.

Alle im Handel erhältlichen Helme tragen das Label «EN 1078». Es besagt, dass sie die Sicherheitsbestimmungen dieser Europanorm einhalten. Der Test zeigt: Auf die Angaben der Hersteller kann man sich nicht immer verlassen. Zwei bei Jumbo gekaufte Helme fielen bei der Sicherheitsprüfung durch: der «Little Princess» von Lazer und der «FZ-002» von Profex. Beide Helme bestanden den Abstreiftest nicht. Sie lösten sich vom Prüfkopf, die Riemen lösten sich von der Helmschale. Aufgrund dieses Sicherheitsmangels erhielten sie die Note «ungenügend». Angela Gullo von Jumbo sagt: «Die Helme schnitten bei Tests in anerkannten Prüfinstituten positiv ab. Wir sind daher erstaunt über die Ergebnisse des K-Tipp-Tests. Wir nehmen sie aber ernst und diskutieren mit den Lieferanten Verbesserungen.»

Ein Helm muss optimal an den Kopf angepasst ­sein, damit er im Falle ­eines Sturzes schützt. Dabei gilt es folgende Punkte zu beachten: 

  • Der Abstand zwischen Nasenwurzel und Helmrand muss zwei Fingerbreiten betragen.
  • Die seitlichen Y-Riemen sollten unter dem Ohr zusammentreffen.
  • Der Verschluss sollte direkt unter dem Kinn liegen.
  • Zwischen Kinn und Riemen sollte es nur einen Fingerbreit Platz haben.

Bei Kindern sollte man regelmässig überprüfen, ob der Helm noch richtig sitzt. Bei einigen Helmen im Test hat sich beim Alltagsgebrauch das seitliche Gurtsystem verstellt. Das Problem zeigt sich bei den günstigen ­Eigenmarken – NRG von Manor, Crosswave von Migros und Leopard von Coop – sowie bei den Jumbo-Helmen Eurasia und Profex. Beim «Mini Genera­tion» von Casco lockerte sich gar der Kinnriemen ungewollt. Das ist ein gravierendes Sicherheitsproblem: Ist der Riemen zu locker, kann der Helm bei ­einem Sturz vom Kopf gestreift werden. 

Die Hersteller reagieren auf die Kritik: Coop schreibt, man werde die Y-Schnalle bei der nächsten Produktion optimieren. Manor und Migros wollen die Situation mit ihren Lieferanten besprechen.

Velohelme für Erwachsene: siehe «Saldo» 7/14.

So wurde getestet

Das Labor PZT in Wilhelmshaven testete die Helme gemäss EU-Norm. 

  • Stossdämpfung: Die Schutzwirkung wurde an einem genormten Prüfkopf aus Aluminium überprüft. Den Prüfkopf liess man mit dem Helm aus einer bestimmten Höhe auf einen Stahlamboss fallen. Dieses Vorgehen wurde bei jedem Helm viermal durchgeführt, um unterschiedliche Sturzsituationen zu simulieren. Ein Sensor mass, wie stark die Belastung für den Kopf war.
  • Riemen: Geprüft wurde, wie belastbar die Tragevorrichtung ist. Der Kinnriemen wurde mit einer bestimmten Kraft nach unten gezogen. Dabei durfte sich das Gurtsystem nicht verschieben, der Verschluss musste sich noch öffnen lassen.
  • Abstreiftest: Der Helm wurde auf den Prüfkopf gesetzt. Hinten wurde ein Haken befestigt, der an einem Seil angebracht war. Dann wurde der Helm ruckartig schräg nach oben und vorne gezogen. Dabei durfte er sich nicht lösen.

Im Praxistest beurteilte ein Experte mit vier Kindern (7 bis 10) die Helme:

  • Anpassen: Lässt sich der Helm gut an die Kopfgrösse anpassen? Kann das Kind den Helm gut auf- und absetzen? Verstellt sich das Gurtsystem ungewollt?
  • Komfort: Hat der Helm eine gute Passform? Gibt es Druckstellen? Wird das Sichtfeld durch den Helm eingeschränkt?
  • Verarbeitung: Gibt es scharfe Kanten? Kann man sich einklemmen?
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